Programm HÜTTENTAG 17. und 18. November 2022

Jan Altgaßen, Technical Sales, Beck u. Kaltheuner Feuerfeste Erzeugnisse GmbH & CO. KG

Fachvortrag

Feuerfeste Zustellung für den nachhaltigen Ofenbau der Zukunft

In Deutschland werden pro Jahr ca. 40 Mio. t Walzstahl erzeugt. Dabei fallen 2.86 Mio. Tonnen an klimaschädlichen CO2-Emissionen an. Im Vergleich zu den Emissionen der Eisen- und Stahlerzeugung ist dieser Wert vergleichsweise gering. Unter Berücksichtigung der aktuellen Preise für CO2-Zertifikate von 80 €/t belaufen sich die Kosten für die Industrie allerdings auf 228 Mio. € im Jahr. Zuzüglich der dramatisch gestiegenen Energiekosten für die Befeuerung von Öfen zur Wiedererwärmung von Stahl ist der Druck auf die Erzeuger zur Energieeinsparung erheblich. Im Ofenbau werden daher Energieeffizienz, zukünftige Energieversorgung, hybride Beheizung, vollelektrische / induktive Beheizung und neue Brennstoffe eine wesentliche Rolle spielen müssen. Die feuerfeste Zustellung dieser Öfen hatte in der Vergangenheit primär die Aufgaben Betriebssicherheit und Verfügbarkeit. Energieverluste über die Wände haben eine geringere Bedeutung gespielt. Den Wand- bzw. Ofenverlusten werden im Allgemeinen eine Größenordnung von bis zu 8% zugerechnet. In der Praxis hat sich gezeigt, daß der Energieverbrauch eines Ofens mit einer modernen und energetisch optimierten Zustellung um insgesamt über 15% reduzieren werden kann. Die Zustellung der Ofendecke spielt dabei die herausragende Rolle. Mit einer Zustellung nach dem Konzept „Blue Deck“ sind solche Einsparung schon heute möglich.

Photo: Beck u. Kaltheuner Feuerfeste Erzeugnisse GmbH & CO. KG

Dr. Marc Banaszak, CEO, mecorad GmbH

Fachvortrag

Inline-Dickenmessung mit Radar als vorteilhafte Alternative zu Isotopenlösungen

Verfahren zur inline-Dickenmessung spielen eine große Rolle in der Produktionsüberwachung, zur Qualitätssicherung und zur Steuerung von Anlagen. Lange Zeit waren detektierende Lösungen mit Isotopen oder auch Röntgenstrahlen - trotz aller strahlungs-bedingten Nachteile und Zusatzkosten-  die Technik der Wahl. Doch sind Strahlenquellen in der Produktion heute wirklich noch notwendig? Und läßt sich die angespannten Lage auf dem Weltmarkt bei der Beschaffung der notwendigen Isotope, Ersatzteile oder gar von Austauschgeräten überhaupt nachhaltig abschätzen?

mecorad stellt zum Hüttentag seine radarbasierten Lösungen anhand der Dickenmessung von Breit-Flachstahl vor, erläutert die Voraussetzungen der Absolutgenauigkeit für den Erfolg der Messung und zeigt die Vorteile des Systems gegenüber Isotopenlösungen auf:   
- einsetzbar im Heiß- und Kaltwalzbereich
- absolute Messgenauigkeit von bis zu 50 Mikrometern in der Dickenmessung, unabhängig von der Materialstärke, sind auf dem Stand der Technik bereits möglich
- selbst Messgenauigkeiten für Dickenmessungen im Kaltwalzbereich befinden sich in Reichweite 
- Materialeigenschaften müssen nicht aufwändig gepflegt werden
- einfach nachrüstbar
- geringer Wartungsaufwand
- Reduktion des Aufwandes für Strahlenschutz auf Null.

 

 

Photo: mecorad GmbH

Dr. Christian Bohling, Geschäftsführer, SECOPTA analytics GmbH

Fachvortrag

Nie wieder Materialverwechslungen – Vollautomatische Materialkontrollsysteme auf Laserbasis

 
Das LIBS-Verfahren (LIBS = Laser-Induced Breakdown Spectroscopy) hat in den vergangenen Jahren einen rasanten Aufschwung erlebt und wird mittlerweile in unterschiedlichsten Industrien als schnelle und zuverlässige Inline-Sensorik für die elementare Zusammensetzung eingesetzt. Als berührungsloses Laser-Messverfahren ist LIBS extrem schnell, nahezu wartungsfrei, erfordert keine vorherige Probenvor-bereitung und kann direkt im Prozess eingesetzt werden. Durch die schnelle und stetige Verfügbarkeit von Messwerten ist eine Einbindung in vorhandene ERP- und Prozesssteuerungssysteme oder zukünftige KI-basierte Industrie-4.0-Lösungen möglich.  
 
Das durchgehend automatisierte Walzwerk ist eine Vision, der reale Produktionsstätten nur sehr eingeschränkt nahekommen. In der Praxis wird an vielen Stellen manuell in den Produktionsverlauf eingegriffen, sei es im Materialeingang oder bei der Fehlerbehebung hinter der Warmwalze.  Es besteht dann immer die Gefahr, dass es zu Materialverwechslungen kommt. Zum einen kann es durch eine solche Verwechslung zu Beschädigungen an der Walze kommen, ungleich größer kann der Schaden jedoch sein, wenn Kunden die Werkstoffe mit den falschen physikalischen Eigenschaften in Ihre Produkte verbauen und es in der Folge zu materialbedingten Unfällen kommt.
 
Bisher wurde bei kritischen Produkten eine Verwechslungskontrolle mit handgeführten Funkenspektrometern durchgeführt. Dies ist zum einen sehr aufwendig, da ein vorheriges Anschleifen der Messstelle erforderlich ist, zum anderen auch fehleranfällig, da nach wie vor ein Mensch die Arbeiten durchführt. Auch Automatisierungslösungen dieser Technologie sind sehr wartungsintensiv.   Immer mehr Kunden fordern eine 100% Qualitätsüberwachung der Produkte. Mit Verwechslungs-kontrollgeräten auf LIBS-Basis wird nun eine vollautomatisierte Überwachung direkt im Prozess möglich. Die Messung kann im Stillstand aber auch in Bewegung (bei guter Materialführung, z.B. in der vorhandenen Qualitätsüberwachung zwischen Tripeltreibern) erfolgen. Dabei wird eine ggf. notwendige Vorreinigung der Messstelle durch einen Vorablationslaser berührungslos und wartungsfrei realisiert.  
 
Im Vortrag werden Anwendungsbeispiele aus der Praxis vorgestellt. Es werden Lösungen zur Messung von Fertigprodukten (Langprodukte, Blank- und Schwarzstahl) vorgestellt. Zudem wird ein Anwendungs-beispiel zur Messung von Brammen vor der Zuführung in den Wärmeofen präsentiert. Ein Ausblick zeigt Anwendungsmöglichkeiten im Bereich des Strangguss Verfahrens.
 
Photo: SECOPTA analytics GmbH

Andrew Emil, Vice President Sales, H-TEC SYSTEMS GmbH

Fachvortrag

H-TEC strategy in meeting growing demand for green energy production

Over the past couple years, the world have seen unprecedented climate change fluctuations, energy market instability, and global economic and supply chain unpredictability. With governments and business globally addressing the climate challenge, and in those turbulent times H-TEC SYSTEMS GMBH takes on the challenge to offset 1% of global CO2 emissions (marketing to add this in numbers) by 2030 through the development and selling at scale our state of the art electrolysers used in the production of green hydrogen.

Photo: H-TEC SYSTEMS GmbH

Tim Eschert, Geschäftsführer, Fero Labs GmbH

Fachvortrag

KI-Mythen" entzaubert: Nachvollziehbare Algorithmen für den Stahlofen der Zukunft

Angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage, des sich rasch wandelnden Marktumfelds und der weltweiten Bemühungen um eine Dekarbonisierung der Industrieproduktion steht außer Frage, dass die Fähigkeit unserer Branche, sich rasch zu einem zuverlässigen Lieferanten von grünem Stahl zu entwickeln, für unsere Zukunftsfähigkeit entscheidend ist. In diesem Vortrag wird aufgezeigt, wie Stahlproduzenten dieses nachhaltige Ziel erreichen können, ohne ihre Rentabilität aufzugeben, sondern sie sogar noch zu steigern.

Heiner Guschall, Geschäftsführer, Sicon GmbH

Fachvortrag

Shredderrückstände aus dem Altfahrzeugrecycling enthalten ca. 20-25% Feinanteile, sog. Shreddersand, die bislang entsorgt wurden. Mit ReSmelt von Volkswagen und SICON kann dieser Shreddersand metallurgisch verwertet und, bezogen auf die in Deutschland anfallenden Mengen, ca. 200-300.000 tpa hochwertigen Roheisens zurückgewonnen werden. Das Verfahren eignet sich auch für Verwertung von Strahlsanden, EAF-Stäuben sowie Zunder und ist somit ein  wichtiger Lösungsansatz für das dezentrale wirtschaftliche Recycling von Reststoffen der metallurgischen Industrie.  Das Verfahren sowie Ergebnisse aus industriellen Tests sowie seine Postionierung innerhalb einer Kreislaufwirtschaft in der Stahlindustrie dargestellt.

Photo: Sicon GmbH

Valentin Emanuel Kaltenbach, Geschäftsführer, KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH

 

Performance Steigern in der Anarbeitung durch IoT-basiertes Planen, Steuern und Voraussagen

Hoher Kostendruck, geringe Margen und schwankende Auslastungen belasten die Anarbeitung. Die Kaltenbach.Solutions bietet dem lagerhaltenden Stahlhandel erstmalig effiziente digitale Werkzeuge, um mit der aktuellen Lage professionell umzugehen. Anhand von IoT-basierten Messdaten kann die Anarbeitung präzise geplant und gesteuert werden und Ergebnisse lassen sich voraussagen.

Photo: KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH

Reinhard Kappis, Mechanical Engineer, FrigorTec GmbH

Fachvortrag

Anforderungen von Kühlgeräten in Stahlwerken

Stahlwerke stellen durch die hohen Außentemperaturen, Vibrationen und Staubbelastungen sehr hohe Anforderungen an die Technik und vor allem an Kühlgeräte. Um einen verlässlichen Betrieb zu gewährleisten, bedarf es viel Erfahrung bei der Auslegung der Klimageräte, um Elektronikräume und Krankabinen richtig zu belüften und konstante Temperaturen und saubere Luft für einen sicheren Betrieb zu liefern.  

Photo: FrigorTec GmbH

Dr.-Ing. Stefan Keck, Geschäftsführung, DeVeTec GmbH

Fachvortrag

Hocheffiziente Abwärmenutzung

DeVeTec produziert und vertreibt hocheffiziente Abwärmekraft-werke auf Basis eines klassischen Gasmotors. Im Vortrag werden praxisnahe Beispiele für die Implementierung solcher Abwärme-kraftwerke in energieintensiven Hüttenprozessen dargestellt, sowie deren wirtschaftlichen und technischen Nutzen erläutert.

 

 

 

Photo: DeVeTec GmbH

Holger Kehler, General Manager Sales Heat Treatment Flat Products, LOI Thermprocess GmbH

Fachvortrag

Dekarbonisierung durch Modernisierung: Potentiale bei Bestandsanlagen

Photo: LOI Thermprocess GmbH

Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident und Geschäftsführer, Wirtschaftsvereinigung Stahl

Keynote/ Eröffnungsvortrag

Perspektive klimaneutrale Stahlindustrie

Die Stahlindustrie in Deutschland hat sich auf den Weg gemacht, um ihren Beitrag zum Erreichen der Klimaziele zu leisten. Auch wenn der Krieg in der Ukraine und die wachsende Energiekrise die Rahmenbedingungen für den erforderlichen Umbau auf klimafreundlichere Technologien zusätzlich erschweren, halten die Unternehmen weiter an ihren Dekarbonisierungsplänen fest. Umso wichtiger ist es, nun rasch den politischen Rahmen so zu gestalten, dass die Transformation der Stahlindustrie auch unter diesen erschwerten Bedingungen erfolgreich vorangebracht werden kann.

Photo: Wirtschaftsvereinigung Stahl

Frank Koch, CEO, Swiss Steel Group

Keynote

Führungsanspruch auf dem Weg der Transformation

Die Swiss Steel Group - Europas größter Stahlhersteller auf der EAF-Route - hat das SBTi-Commitment unterzeichnet und sich damit verpflichtet, Dekarbonisierungsmaßnahmen zu ergreifen und Emissionen im Einklang mit Weltklimazielen bis 2050 abzusenken. 

Photo: Swiss Steel Group

Dr. Roland König (Bluemetals), David Algermissen, Dominik Ebert (FEhS-Institut), Prof. Dr. Rüdiger Deike, Oskar Klingner (Universität Duisburg-Essen, ITM)

Fachvortrag

Schlackeneigenschaften, deren Untersuchung und Bedeutung für die Konzeption von Elektrowiderstandsöfen für die klimafreundliche Metallgewinnung

Durch die Dekarbonisierung in der Stahlindustrie wird der Blick auf neue Prozessrouten gelenkt, deren Wahl stärker als bisher auch von der Eisenerzqualitäten abhängt. Gleichzeitig wird neben der
Rohstahlerzeugung eine Zusammensetzung der entstehenden Schlacken angestrebt, mit der eine hochwertige Weiterver-wendung, wie zum Beispiel in der Zementindustrie als Hüttensand, ermöglicht wird. Werden Prozessrouten mit Elektrowiderstands-öfen (EAF, SAF, OSBF) eingesetzt, so dienen diese Schlacken zugleich als Energieüberträger in diesen Öfen. Somit gewinnen die physikalischen Eigenschaften der Schlacken eine zunehmende Bedeutung, insbesondere da weitgehend Daten zu dieser Art Schlacken nicht verfügbar sind.

Das FEhS-Institut aus Duisburg, die Universität Duisburg-Essen mit dem Lehrstuhl für Metallurgie der Eisen- und Stahlerzeugung und die Bluemetals GmbH haben in den letzten Jahren zahlreiche
Untersuchungsmöglichkeiten entwickelt, adaptiert oder optimiert, um die physikalischen Eigenschaften der Schlacken, wie elektrische und thermische Leitfähigkeit sowie auch das
Erweichungs- und Aufschmelzverhalten, untersuchen zu können.

In diesem Beitrag werden ausgewählte Verfahren und grundlegende Erkenntnisse zur Messmethodik dieser Daten dargestellt sowie deren Bedeutung für die Konzeption von metallurgischen Elektrowiderstandsöfen.

Photo: Bluemetals

Sebastian Koldorf, M.Sc., Sales and Account Management, MAGMA Gießereitechnologie GmbH

Fachvortrag

Virtual Experimentation in Continuous Casting towards Online Control

Die MAGMA ist ein weltweit führender Entwickler und Anbieter von Software für die Simulation und virtuelle Optimierung von Gießprozessen. Die von der MAGMA entwickelten Simulationswerkzeuge liefern quantitative Erkenntnisse über Strömung, Erstarrung und Spannungsbildung für den Strangguss. Dies umfasst den gesamten Prozess, vom Verteiler über die Einströmung in die Form bis hin zum erstarrenden Strang, der durch verschiedene Kühlzonen abgezogen wird. Die Prozesssimulation schafft wichtige Informationen über Qualität und Produktivität, zur Bewertung von Prozessalternativen. Der klassische Einsatz von Simulationslösungen entwickelt sich in den letzten Jahren weiter zu einem umfassenderen Ansatz mit dem Ziel der Prozessoptimierung. Simulationswerkzeuge mit integrierten statistischen Werkzeugen, wie MAGMA CC, ermöglichen die systematische Erprobung und Analyse von Prozessfenstern. Somit können wichtige Prozessparameter und Korrelationen herausgearbeitet und die Auswirkungen von Parameteränderungen kosteneffizient, mittels Simulationswerkzeugen, untersucht werden. Auf der Grundlage dieses Wissens ist es möglich, Gießprozesse hinsichtlich qualitativen und monetären Zielen zu optimieren und mit Hilfe der Verfügbarkeit des digitalen Zwillings, optimale Betriebspunkte zu identifiziert sowie Qualitätsverbesserungen zu realisieren.

Photo: MAGMA Gießereitechnologie GmbH

Prof. Dr. Stefan Lechtenböhmer, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

Keynote

Stahlindustrie zukunftsfähig transformieren - Strukturwandel und Innovationen gestalten

Die energieintensive Stahlerzeugung ist eine der industriellen Branchen, die für einen Großteil der globalen Energie- und Ressourcen-Umsätze als auch für Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Daher gilt es die Branche mit Innovationen wie etwa der Direktreduktion mit Wasserstoff zukunftsfähig umzugestalten. Die Arbeiten des Wuppertal Instituts reichen von komplexen Energiesystem- und Szenarioanalysen über Identifikation und Bewertung der Ressourcenflüsse entlang der Wertschöpfungsketten bis hin zu Untersuchungen der spezifischen Innovationssysteme der beteiligten Branchen und betroffenen Regionen. Dabei untersucht das Wuppertal Institut Möglichkeiten, wie der Strukturwandel und Innovation in Hinblick auf ökonomische wie ökologische Nachhaltigkeit gestaltet werden können. Eine Besonderheit der Arbeiten liegt in der transdisziplinären Art der Forschung, in der die Projekte im engen Zusammenspiel mit den jeweiligen Akteurinnen und Akteure aus der Industrie umgesetzt werden. Ziel ist es zukunftsfähige Wege mit Industrie und Gesellschaft in gemeinsamen Lernprozessen zu erforschen und zu gestalten und auf dieser Basis sowohl Politikvorschläge als auch Unternehmensstrategien zu entwickeln. In diesem Rahmen begleiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Unternehmen in ihren Prozessen des Nachhaltigkeits- und Innovationsmanagements und adressieren dabei wichtige Innovationsfelder in der (industriellen) Wertschöpfungskette – wie etwa Dematerialisierung, Öko-Design-Strategien und die Industrie 4.0.

Photo: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

Gregor Leuchtenberg, Künemund Gruppe

Fachvortrag

Wartungsreduzierte Lagerabdichtung unter Extrembedingungen

Schmutzige Umgebungen gepaart mit hohen Temperaturen bringen große Herausforderungen für die Dichtungen im Stahlwerk mit sich. Der trockenlaufgeeignete Tecoflonring kann auf Grund von verringerter Schmierung Kosten und das Brandrisiko reduzieren und zeitgleich die Umwelt schonen. Im Vergleich zu herkömmlichen Elastomer und Filzdichtungen wird zudem ein deutlich höherer Temperaturbereich abgedeckt werden. Die Künemund Gruppe bietet als Produzent und Händler von Lagern und Dichtungen ein umfassendes Know How und Servicelevel.

Prof. Dr. Rainer Lindner, Vorsitzender des Vorstands, Zentralfunktionen, HEINE + BEISSWENGER Stiftung + Co. KG

Keynote

Der Stahlhandel als Partner der Stahlindustrie: Mit Innovationen und Kundenfokus durch die Krise

- Globalisierung vs. Lokalisierung der Lieferketten
- Anspruchsvolles Marktumfeld erfordert innovative Lösungen der deutschen und europäischen Stahlindustrie
- Nachhaltigkeit als Transformationstreiber für die Stahlindustrie und die Kunden
- Optimierung der Lieferketten durch Partnerschaften zwischen Herstellern, Handel und Kunden  

Photo: HEINE + BEISSWENGER Stiftung + Co. KG

Alexander Lück, Leiter Vertrieb, VNG Handel & Vertrieb GmbH

Fachvortrag

Wie geht Versorgungssicherheit in unsicheren Zeiten?

Die aktuelle Lage an den Energiemärkten ist beispiellos in der Geschichte der Energiewirtschaft. Preissteigerungen und Volatilitäten wirken über alle Branchen hinweg existenzbedrohend für Industrie und Gewerbe. Wann kommen Marktmechanismen an ihre Grenzen und wie geht es mit der Versorgungssicherheit weiter?

Photo: VNG Handel & Vertrieb GmbH

Kai Marwig, Leiter Business Development & Kommunikation, Wuppermann AG

Keynote

CO2 neutrale Produktion: Bandverzinkung

Die Wuppermann-Gruppe ist einer der größten Verzinker von Warmband in Europa. Die kontinuierliche Schmelztauchveredelung ist ein energieintesiver Prozess. Das von Wuppermann gemeinsam mit SMS entwickelte Heat-to-coat Verfahren hat Vorteile in der Temperaturführung und benötigt kaum fossile Energie. Daher konnte das Fraunhofer Institut nachweisen, dass das Wuppermann-Verfahren weniger CO2 emittiert als marktübliche Verzinkungsverfahren. Wuppermann hat sich zum Ziel gesetzt, alle unmittelbar mit der Produktion verbundenen CO2 Emissionen ab 2025 zu vermeiden. Bis 2030 sollen alle weiteren CO2 Emission der Unternehmensgruppe entfallen. Die Gruppe ist dann CO2 neutral. Aber auch im Vormaterialeinkauf und in der Zusammenarbeit mit den Kunden wird der CO2-Fußabdruck in den kommenden Jahren an Relevanz gewinnen.

 

Photo: Wuppermann AG

Claude Meisch, TMT Sarl / Volker Langer, TMT GmbH / Richard W. Geyer, AG der Dillinger Hütte / Dr. Jürgen Hochhaus, AG der Dillinger Hütte

Fachvortrag

Hochofenabstich im Digitalen Zeitalter

Effiziente Hochofenproduktion erfordert, neben Anderem, einen reibungslosen Gießhallenbetrieb Die Zuverlässigkeit der Gießhallenausrüstung ist somit die Grundlage für einen sicheren und effizienten Produktionsbetrieb. Daher ist es dringend empfohlen den Betriebszustand der Maschinen laufend zu erfassen und aufzubereiten. Rudimentäre Zustandsüberwachungen können in der Regel mit den vorhandenen SPS-Systemen realisiert werden, diese genügen aber bei Weitem nicht den Anforderungen professioneller vorausschauender Wartungskonzepte. Um aber alle Potentiale datenbasierter Zustandsüberwachung auszuschöpfen hat TMT TapMan™ entwickelt, ein System zur laufenden Zustandsüberwachung und Prozesskontrolle, das sowohl die Anforderungen von Produktion als auch Instandhaltung abdeckt. Datenanalyse, basierend auf menschlicher Erfahrung und künstlicher Intelligenz, ist ein Hauptmerkmal dieses Abstichexpertensystems. TapMan™ berücksichtigt empirisches Wissen über eingesetzte Verbrauchsmaterialien oder Austausch von Hauptkomponenten und verbindet sie zu Optimierungspotentialen im Abstichprozess. Dies erleichtert die Zustandsbewertung der Ausrüstung und der Lebenszyklen seiner Komponenten über mehrere Hochöfen und Gießhallen hinweg. Bediener sind ebenfalls Nutznießer dieser Technik, wenn die Erfahrungen über Anlagen und Schichten hinweg ausgetauscht und somit Betriebs- und Ersatzteilkosten gesenkt werden können. Durch TapMan™ wird der Abstichprozess transparent und erlaubt somit tiefe Einblicke in Technologie sowie Erhaltung und trägt somit signifikant zur Verlängerung des Lebenszyklus des gesamten Hochofens bei – wie bei der Pilotanwendung der Dillinger Hütte am Hochofen 5.

Carolin Petri, Productand Business Development, VTG Aktiengesellschaft Europe Solutions

Fachvortrag

Die Supply Chain der Zukunft ist modular!

Deutschland lebt und wirtschaftet 2045 klimaneutral.
Ab 2050 die gesamte europäische Wirtschaft. Ein unerreichbares Ziel?

Photo: VTG Aktiengesellschaft Europe Solutions

Dr. Andreas Quick, Leiter Produktmanagement, iba AG

Fachvortrag

Demokratisierung der Daten – So nutzen Sie das Potential Ihrer Prozessdaten

Die Aufzeichnung von Prozessdaten ist in der Stahlindustrie seit langem gängige Praxis. Messdaten helfen, Fehler zu finden, den Prozess besser zu verstehen, ihn zu bewerten und zu optimieren. Daten werden verwendet, um den Prozess in Echtzeit zu überwachen, Anomalien zu finden, die Produktqualität zu beurteilen und Anlagen und Produktgruppen miteinander zu vergleichen. Basierend auf Daten kann die Verschleißreserve einzelner Maschinenkomponenten vorhergesagt, der Energie- und Ressourcenverbrauch optimiert und technologische Fragestellungen beantwortet werden. Daten sind die Basis, um den digitalen Transformationsprozess voranzubringen. –  Ganz unterschiedliche Zielstellungen von in der Regel auch verschiedenen Nutzergruppen. Der Schlüssel, um das Potential dieser Daten voll zu nutzen, ist die Demokratisierung der Daten. Demokratisierung – das bedeutet, dass die Daten keiner einzelnen Abteilung gehören, sondern von allen genutzt werden können. Die Daten sind selbsterklärend und frei zugänglich. Auswertungen und die Berechnung von Kennwerten (KPIs) können flexibel und selbständig durchgeführt werden. Jede Abteilung kann die benötigten Informationen nutzer- und auch anwendungsspezifisch aus den Daten extrahieren. Darüber hinaus müssen Informationen abteilungsübergreifend ausgetauscht und mit Referenz auf die Rohdaten (drill-down) zu jeder Zeit validiert werden können. Anhand des iba-Systems werden die Design-Paradigmen vorgestellt, die es ermöglichen, die Prozessdaten zu demokratisieren: angefangen mit der umfassenden Konnektivität zu unterschiedlichen Datenquellen, der Erfassung hochaufgelöster Daten, der Festlegung einer Ordnung und Datensemantik, lokalen und einfach konfigurierbaren Edge Analytics-Applikationen, der zentralen Persistierung historischer Daten mit einfachem Zugang, den Tools zur interaktiven und automatischen Auswertung von Daten und Langzeit-Auswertung von KPIs bis hin zum offenen Ecosystem, das den Datentransfer in übergeordnete Systeme zur Analyse außerhalb des iba-Systems erlaubt.

Photo: iba AG

Dr. Marco Rische, ABP Induction Systems GmbH

Fachvortrag

Titel folgt

Photo: ABP Induction Systems GmbH

Stefan Rosellen, Künemund Gruppe

Fachvortrag

Wenn Wälzlager auf Extrembedingung treffen

Wälzlageranwendungen im Stahlwerk müssen unter widrigsten Umständen und höchsten Temperaturen möglichst lange laufen. Feststoffgeschmierte COMPOUND Wälzlager erfüllen die hohen Anforderungen der Hüttentechnologie und senken gleichzeitig die Betriebskosten.

Katja Sander, Vice President Metals und Carolina Lasse, Vice President Productmanagement and Multimodal Solutions, DB Cargo

Fachvortrag

Schienenfokussierte Transportkonzepte und Güterwagen Lösungen für die Rohstoff- und Stahllogistik von Morgen Die Stahlindustrie in Europa steht in den Startlöchern, um durch Innovations- und Transformationsprojekte auf dem Weg zur Klimaneutralität ihre Beiträge zu leisten. Kernpunkte sind hierbei die Dekarbonisierung der Stahlproduktion und die Etablierung ge­schlossener Wertschöpfungsketten. DB Cargo entwickelt hierfür zeitgemäße schienenfokussierte Transportkonzepte sowie innovative Güterwagen- und Equipment-Lösungen. Katja Sander und Carolina Lasse zeigen DB Cargos Lösungen und Ansätze für die Rohstoff- und Stahllogistik.

Photo: Katja Sander, DB Cargo
Photo: Carolina Lasse, DB Cargo

Alexander Schlemminger, Vertrieb, QuantoLux GmbH

Fachvortrag

Punktgenaue Prozessführung und bedarfsgerechte Schlacke Nutzung

 
Wer viel weiß kann viel optimieren. Dies gilt besonders für den Betrieb von Elektro- oder Pfannenöfen. Mit Schlacke Analysatoren auf Laser OES Basis erhalten Schmelzbetriebsleiter heute deutlich umfangreichere Informationen als zuvor. So können nicht nur die metallurgischen Prozesse punktgenau gesteuert werden. Auch nach dem Abstich kann die Schlacke gezielt nachbehandelt werden um so eine maximale Nebenproduktnutzung zu gewährleisten.

 

 

Photo: Alexander Schlemminger

Till Schreiter, Geschäftsführer, ABP Induction Systems GmbH

Keynote

Titel folgt

Photo: ABP Induction Systems GmbH

Jens Sperber, Leiter Entwicklung und Anwendungstechnik, STEULER Refractory|Linings

Fachvortrag

H2-Change: Wasserstoff als herausfordernde Atmosphäre für feuerfeste Werkstoffe

Direktreduktion von Eisen in Wasserstoffatmosphäre
– Feuerfeste Auskleidungswerkstoffe und Design –  

Die Direktreduktion von Eisen durch Reduktionsgase fossilen Ursprungs ist ein seit langem bekannter und praktizierter Prozess. Die Umstellung dieses Prozesses auf die Reduktion mit Hilfe von reinem Wasserstoff stellt besondere Anforderungen an das feuerfeste Auskleidungsmaterial, aber auch an die feuerfeste Konstruktionstechnik.

Auskleidungskonzepte für die beiden hauptsächlich in der Anwendung befindlichen, gasbetriebenen Prozesse zur Produktion von DRI werden anhand von Beispielen gezeigt. Auch der Transformationsweg, ausgehend von der Verwendung reformierten Erdgases über z.B. wasserstoffangereichertes Koksofengas, bis hin zur momentan einzigen Pilotanlage, die in der Lage ist mit reinem Wasserstoff zu arbeiten, wird erläutert.

Photo STEULER

Dominik Walter und Manuel Bosse, Projektmanager, Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie e. V. (BDG)

Fachvortrag

Dekarbonisierung und Transformationspfade der Deutschen Gießerei-Industrie

Die Gießerei-Industrie muss wie alle Industrien in Deutschland bis 2045 spätestens klimaneutral produzieren. Jedoch sind in vielen Produktionsbereichen Aggregate mit fossilen Energieträgern im Einsatz. Die Transformation zur Klimaneutralität bedeutet somit den Austausch der Energieträger oder Aggregate von Schmelzaggregat bis Pfannenvorwärmung entlang der vielversprechendsten Technologiepfade, die sich für die Gießerei-Industrie ergeben.

Photo: Dominik Walter/ BDG
Photo: Manuel Bosse/ BDG

Dr.-Ing. Joachim G. Wünning, Geschäftsführer, WS Wärmeprozesstechnik GmbH

Fachvortrag

Optionen für die zukünftige Beheizung von Wärmebehandlungsanlagen

Fossile Energieträger werden in Zukunft nicht mehr für die Beheizung von Wärmebehandlungsanlagen zur Verfügung stehen. Regenerative elektrische Primärenergie kann dann entweder direkt zur Beheizung genutzt werden oder aber indirekt mit Gasbrennern.

Photo: WS Wärmeprozesstechnik GmbH

Notieren Sie sich den kommenden Veranstaltungstermin:

HÜTTENTAG und Hüttenabend

17. und 18. November 2022

Messe Essen

Anmeldung Teilnehmer        Anmeldung Aussteller 

 

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