Programm HÜTTENTAG 17. und 18. November 2022

Jan Altgaßen, Technical Sales, Beck u. Kaltheuner Feuerfeste Erzeugnisse GmbH & CO. KG

Fachvortrag

Feuerfeste Zustellung für den nachhaltigen Ofenbau der Zukunft

In Deutschland werden pro Jahr ca. 40 Mio. t Walzstahl erzeugt. Dabei fallen 2.86 Mio. Tonnen an klimaschädlichen CO2-Emissionen an. Im Vergleich zu den Emissionen der Eisen- und Stahlerzeugung ist dieser Wert vergleichsweise gering. Unter Berücksichtigung der aktuellen Preise für CO2-Zertifikate von 80 €/t belaufen sich die Kosten für die Industrie allerdings auf 228 Mio. € im Jahr. Zuzüglich der dramatisch gestiegenen Energiekosten für die Befeuerung von Öfen zur Wiedererwärmung von Stahl ist der Druck auf die Erzeuger zur Energieeinsparung erheblich. Im Ofenbau werden daher Energieeffizienz, zukünftige Energieversorgung, hybride Beheizung, vollelektrische / induktive Beheizung und neue Brennstoffe eine wesentliche Rolle spielen müssen. Die feuerfeste Zustellung dieser Öfen hatte in der Vergangenheit primär die Aufgaben Betriebssicherheit und Verfügbarkeit. Energieverluste über die Wände haben eine geringere Bedeutung gespielt. Den Wand- bzw. Ofenverlusten werden im Allgemeinen eine Größenordnung von bis zu 8% zugerechnet. In der Praxis hat sich gezeigt, daß der Energieverbrauch eines Ofens mit einer modernen und energetisch optimierten Zustellung um insgesamt über 15% reduzieren werden kann. Die Zustellung der Ofendecke spielt dabei die herausragende Rolle. Mit einer Zustellung nach dem Konzept „Blue Deck“ sind solche Einsparung schon heute möglich.

Photo: Beck u. Kaltheuner Feuerfeste Erzeugnisse GmbH & CO. KG

Dr. Marc Banaszak, CEO, mecorad GmbH

Fachvortrag

Inline-Dickenmessung mit Radar als vorteilhafte Alternative zu Isotopenlösungen

Verfahren zur inline-Dickenmessung spielen eine große Rolle in der Produktionsüberwachung, zur Qualitätssicherung und zur Steuerung von Anlagen. Lange Zeit waren detektierende Lösungen mit Isotopen oder auch Röntgenstrahlen - trotz aller strahlungs-bedingten Nachteile und Zusatzkosten-  die Technik der Wahl. Doch sind Strahlenquellen in der Produktion heute wirklich noch notwendig? Und läßt sich die angespannten Lage auf dem Weltmarkt bei der Beschaffung der notwendigen Isotope, Ersatzteile oder gar von Austauschgeräten überhaupt nachhaltig abschätzen?

mecorad stellt zum Hüttentag seine radarbasierten Lösungen anhand der Dickenmessung von Breit-Flachstahl vor, erläutert die Voraussetzungen der Absolutgenauigkeit für den Erfolg der Messung und zeigt die Vorteile des Systems gegenüber Isotopenlösungen auf:   
- einsetzbar im Heiß- und Kaltwalzbereich
- absolute Messgenauigkeit von bis zu 50 Mikrometern in der Dickenmessung, unabhängig von der Materialstärke, sind auf dem Stand der Technik bereits möglich
- selbst Messgenauigkeiten für Dickenmessungen im Kaltwalzbereich befinden sich in Reichweite 
- Materialeigenschaften müssen nicht aufwändig gepflegt werden
- einfach nachrüstbar
- geringer Wartungsaufwand
- Reduktion des Aufwandes für Strahlenschutz auf Null.

 

 

Photo: mecorad GmbH

Dr. Christian Bohling, Geschäftsführer, SECOPTA analytics GmbH

Fachvortrag

Nie wieder Materialverwechslungen – Vollautomatische Materialkontrollsysteme auf Laserbasis

 
Das LIBS-Verfahren (LIBS = Laser-Induced Breakdown Spectroscopy) hat in den vergangenen Jahren einen rasanten Aufschwung erlebt und wird mittlerweile in unterschiedlichsten Industrien als schnelle und zuverlässige Inline-Sensorik für die elementare Zusammensetzung eingesetzt. Als berührungsloses Laser-Messverfahren ist LIBS extrem schnell, nahezu wartungsfrei, erfordert keine vorherige Probenvor-bereitung und kann direkt im Prozess eingesetzt werden. Durch die schnelle und stetige Verfügbarkeit von Messwerten ist eine Einbindung in vorhandene ERP- und Prozesssteuerungssysteme oder zukünftige KI-basierte Industrie-4.0-Lösungen möglich.  
 
Das durchgehend automatisierte Walzwerk ist eine Vision, der reale Produktionsstätten nur sehr eingeschränkt nahekommen. In der Praxis wird an vielen Stellen manuell in den Produktionsverlauf eingegriffen, sei es im Materialeingang oder bei der Fehlerbehebung hinter der Warmwalze.  Es besteht dann immer die Gefahr, dass es zu Materialverwechslungen kommt. Zum einen kann es durch eine solche Verwechslung zu Beschädigungen an der Walze kommen, ungleich größer kann der Schaden jedoch sein, wenn Kunden die Werkstoffe mit den falschen physikalischen Eigenschaften in Ihre Produkte verbauen und es in der Folge zu materialbedingten Unfällen kommt.
 
Bisher wurde bei kritischen Produkten eine Verwechslungskontrolle mit handgeführten Funkenspektrometern durchgeführt. Dies ist zum einen sehr aufwendig, da ein vorheriges Anschleifen der Messstelle erforderlich ist, zum anderen auch fehleranfällig, da nach wie vor ein Mensch die Arbeiten durchführt. Auch Automatisierungslösungen dieser Technologie sind sehr wartungsintensiv.   Immer mehr Kunden fordern eine 100% Qualitätsüberwachung der Produkte. Mit Verwechslungs-kontrollgeräten auf LIBS-Basis wird nun eine vollautomatisierte Überwachung direkt im Prozess möglich. Die Messung kann im Stillstand aber auch in Bewegung (bei guter Materialführung, z.B. in der vorhandenen Qualitätsüberwachung zwischen Tripeltreibern) erfolgen. Dabei wird eine ggf. notwendige Vorreinigung der Messstelle durch einen Vorablationslaser berührungslos und wartungsfrei realisiert.  
 
Im Vortrag werden Anwendungsbeispiele aus der Praxis vorgestellt. Es werden Lösungen zur Messung von Fertigprodukten (Langprodukte, Blank- und Schwarzstahl) vorgestellt. Zudem wird ein Anwendungs-beispiel zur Messung von Brammen vor der Zuführung in den Wärmeofen präsentiert. Ein Ausblick zeigt Anwendungsmöglichkeiten im Bereich des Strangguss Verfahrens.
 
Photo: SECOPTA analytics GmbH

Andrew Emil, Vice President Sales, H-TEC SYSTEMS GmbH

Fachvortrag

H-TEC strategy in meeting growing demand for green energy production

 Over the past couple years, the world have seen unprecedented climate change fluctuations, energy market instability, and global economic and supply chain unpredictability. With governments and business globally addressing the climate challenge, and in those turbulent times H-TEC SYSTEMS GMBH takes on the challenge to offset 1% of global CO2 emissions by 2030 through the development and selling at scale our state of the art electrolyzers used in the production of green hydrogen.

Photo: H-TEC SYSTEMS GmbH

Tim Eschert, Geschäftsführer, Fero Labs GmbH

Fachvortrag

KI-Mythen" entzaubert: Nachvollziehbare Algorithmen für den Stahlofen der Zukunft

Angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage, des sich rasch wandelnden Marktumfelds und der weltweiten Bemühungen um eine Dekarbonisierung der Industrieproduktion steht außer Frage, dass die Fähigkeit unserer Branche, sich rasch zu einem zuverlässigen Lieferanten von grünem Stahl zu entwickeln, für unsere Zukunftsfähigkeit entscheidend ist. In diesem Vortrag wird aufgezeigt, wie Stahlproduzenten dieses nachhaltige Ziel erreichen können, ohne ihre Rentabilität aufzugeben, sondern sie sogar noch zu steigern.

Photo: Fero Labs GmbH

Friedrich Gerwin, General Manager Sales - Furnaces for Hot Rolling Mills and Forging Shops, LOI Thermprocess GmbH

Fachvortrag

Dekarbonisierung durch Modernisierung: Potentiale bei Bestandsanlagen

Bei der Dekarbonisierung der Stahlherstellung werden für die Roheisenerstellung insbesondere neue Prozessrouten – etwa durch Direktreduktion mit Wasserstoff – diskutiert. Beim Transformationsprozess sind dabei Investitionen in neue innovative Anlagentechnik notwendig. Bestehende Produktionsanlagen müssen vollständig ersetzt werden. Im Vergleich dazu ist das Potential zur Modernisierung von Bestandsanlagen in den nachgelagerten, energieintensiven Prozessen der Wertschöpfungskette metallischer Werkstoffe - wie der Wiedererwärmung und Wärmebehandlung - deutlich höher. In diesem Fachvortrag werden Dekarbonisierungs-Potentiale durch die Modernisierung von bestehenden Wiedererwärmungs- und Wärmebehandlungsanlagen aufgezeigt. Diese liegen etwa in der Effizienzsteigerung, der Elektrifizierung, der Verwendung grüner Brennstoffe – z. B.  Wasserstoff, Biogas oder synthetische Brennstoffe, hybriden Lösungen und in der Wärmerückgewinnung. Je nach Prozess und Verfügbarkeit von Medien bzw. elektrischer Energie sowie den vorherrschenden Rahmen- und Umweltbedingungen stehen ggf. mehrere Optionen zur Dekarbonisierung von Bestandsanlagen zur Verfügung. Die Modernisierungsmaßnahmen können in der Regel schnell und flexibel erfolgen und sind damit ebenfalls als Mittel zur Verringerung des CO2-Fußabdrucks für die Stahlindustrie attraktiv.  

Photo: LOI Thermprocess GmbH

Dipl.-Phys. Alexander Halm, Application Manager, PROMECON process measurement control GmbH

Fachvortrag

Innovative In Situ-Abgasmessung zur Optimierung des Schmelzvorganges in Elektrolichtbogenöfen (EAF)

Durch innovative Analysemethoden der Abgase sind enorme Energieeinsparungen im Schmelzprozess möglich – online, driftfrei, und minimalem Wartungsaufwand. Eine exakte Auswertung der Zusammensetzung der Schmelzabgase erlaubt konkrete Rückschlüsse auf Qualität des Ausgangsproduktes und die chemische Umsetzung des eingesetzten Kohlenstoffs. Somit können weitere Prozessparameter, z.B. die Sauerstoff- und Kohlenstoffeinblasung, sehr genau gesteuert und die Energieausnutzung optimiert werden. Dies führt zu direkten Einsparungen ab der ersten Anwendung. 

Photo: PROMECON prosess measurment control GmbH

Dr. Falk-Florian Henrich, Geschäftsführer, Smart Steel Technologies GmbH

Fachvortrag

Energieeinsparung in der Praxis

Welche Ansatzpunkte zur Senkung des Energiebedarfs funktionieren in der Praxis? Wieviel kann man herausholen, und wie aufwendig ist die Umsetzung? Diese Fragen werden anhand von Praxisbeispielen vom Rohstahl bis zum Warmband behandelt.

 

Photo: Smart Steel Technologies GmbH

Vanessa Henze, Geschäftsführerin, EFD Elektrotechnische Fabrik Düsseldorf GmbH

Fachvortrag

Sicherheit am Förderband

Die Sicherung des Not-Halts an Förderbandanlagen und gezielte Schieflaufüberwachung sind zentrale Themen in Unternehmen die Rohstoffe fördern und verarbeiten. SiTec Schalter bieten Ihnen mit einer Vielzahl an Customize Optionen und Nischenprodukten wie dem Positionsschalter bis 150 °C Umgebungstemperatur optimale Lösungen.

Fabian Kahlmeier, Account Manager, helviX GmbH

Fachvortrag

Warum Digitalisierungsprojekte in der Praxis oftmals scheitern

Anforderungsmanagement, Total Costs of ownership und fehlende technische Expertise führen bei der Einführung von Softwarelösungen immer wieder zu Problemen. Dabei kommt es zumeist zu Budget- und Zeitüberschreitungen, sowie enttäuschenden Ergebnissen. Warum Agenturlösungen gegenüber performanten SaaS-Lösungen ausgedient haben und wie SaaS Lösungen einen echten Mehrwert im Rahmen der digitalen Transformation leisten können.

Photo: helviX GmbH

Valentin Emanuel Kaltenbach, Geschäftsführer, KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH

Fachvortrag

Performance Steigern in der Anarbeitung durch IoT-basiertes Planen, Steuern und Voraussagen

Hoher Kostendruck, geringe Margen und schwankende Auslastungen belasten die Anarbeitung. Die Kaltenbach.Solutions bietet dem lagerhaltenden Stahlhandel erstmalig effiziente digitale Werkzeuge, um mit der aktuellen Lage professionell umzugehen. Anhand von IoT-basierten Messdaten kann die Anarbeitung präzise geplant und gesteuert werden und Ergebnisse lassen sich voraussagen.

Photo: KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH

Reinhard Kappis, Mechanical Engineer, FrigorTec GmbH

Fachvortrag

Anforderungen von Kühlgeräten in Stahlwerken

Stahlwerke stellen durch die hohen Außentemperaturen, Vibrationen und Staubbelastungen sehr hohe Anforderungen an die Technik und vor allem an Kühlgeräte. Um einen verlässlichen Betrieb zu gewährleisten, bedarf es viel Erfahrung bei der Auslegung der Klimageräte, um Elektronikräume und Krankabinen richtig zu belüften und konstante Temperaturen und saubere Luft für einen sicheren Betrieb zu liefern.  

Photo: FrigorTec GmbH

Dr.-Ing. Stefan Keck, Geschäftsführung, DeVeTec GmbH

Fachvortrag

Hocheffiziente Abwärmenutzung

DeVeTec produziert und vertreibt hocheffiziente Abwärmekraft-werke auf Basis eines klassischen Gasmotors. Im Vortrag werden praxisnahe Beispiele für die Implementierung solcher Abwärmekraftwerke in energieintensiven Hüttenprozessen dargestellt, sowie deren wirtschaftlichen und technischen Nutzen erläutert.

 

 

 

Photo: DeVeTec GmbH

Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident und Geschäftsführer, Wirtschaftsvereinigung Stahl

Keynote/ Eröffnungsvortrag

Perspektive klimaneutrale Stahlindustrie

Die Stahlindustrie in Deutschland hat sich auf den Weg gemacht, um ihren Beitrag zum Erreichen der Klimaziele zu leisten. Auch wenn der Krieg in der Ukraine und die wachsende Energiekrise die Rahmenbedingungen für den erforderlichen Umbau auf klimafreundlichere Technologien zusätzlich erschweren, halten die Unternehmen weiter an ihren Dekarbonisierungsplänen fest. Umso wichtiger ist es, nun rasch den politischen Rahmen so zu gestalten, dass die Transformation der Stahlindustrie auch unter diesen erschwerten Bedingungen erfolgreich vorangebracht werden kann.

Photo: Wirtschaftsvereinigung Stahl

Robert Baron, Director Strategy, Swiss Steel Group

Keynote

Führungsanspruch auf dem Weg der Transformation

Die Swiss Steel Group - Europas größter Stahlhersteller auf der EAF-Route - hat das SBTi-Commitment unterzeichnet und sich damit verpflichtet, Dekarbonisierungsmaßnahmen zu ergreifen und Emissionen im Einklang mit Weltklimazielen bis 2050 abzusenken. Die Swiss Steel Group ist fest entschlossen, die Führerschaft in emissionsarm produziertem Grünstahl konsequent immer weiter zu verbessern, bis die Gruppe „Net Zero“ erreicht hat. Dabei gibt es innerhalb der Gruppe unterschiedliche Startbedingungen. So ist der CO2-Fussabdruck des Schweizer Standortes schon heute rund 90 Prozent niedriger als jener des weltweiten Branchendurchschnitts. An anderen Standorten der Swiss Steel Group bedarf es noch an mehr Unterstützung durch die Politik, beispielsweise um dekarbonisierte Energie in ausreichendem Maße zur Verfügung zu stellen. 

Photo: Swiss Steel Group

Dr. Roland König (Bluemetals), David Algermissen, Dominik Ebert (FEhS-Institut), Prof. Dr. Rüdiger Deike, Oskar Klingner (Universität Duisburg-Essen, ITM)

Fachvortrag

Schlackeneigenschaften, deren Untersuchung und Bedeutung für die Konzeption von Elektrowiderstandsöfen für die klimafreundliche Metallgewinnung

Durch die Dekarbonisierung in der Stahlindustrie wird der Blick auf neue Prozessrouten gelenkt, deren Wahl stärker als bisher auch von der Eisenerzqualitäten abhängt. Gleichzeitig wird neben der
Rohstahlerzeugung eine Zusammensetzung der entstehenden Schlacken angestrebt, mit der eine hochwertige Weiterver-wendung, wie zum Beispiel in der Zementindustrie als Hüttensand, ermöglicht wird. Werden Prozessrouten mit Elektrowiderstands-öfen (EAF, SAF, OSBF) eingesetzt, so dienen diese Schlacken zugleich als Energieüberträger in diesen Öfen. Somit gewinnen die physikalischen Eigenschaften der Schlacken eine zunehmende Bedeutung, insbesondere da weitgehend Daten zu dieser Art Schlacken nicht verfügbar sind.

Das FEhS-Institut aus Duisburg, die Universität Duisburg-Essen mit dem Lehrstuhl für Metallurgie der Eisen- und Stahlerzeugung und die Bluemetals GmbH haben in den letzten Jahren zahlreiche
Untersuchungsmöglichkeiten entwickelt, adaptiert oder optimiert, um die physikalischen Eigenschaften der Schlacken, wie elektrische und thermische Leitfähigkeit sowie auch das
Erweichungs- und Aufschmelzverhalten, untersuchen zu können.

In diesem Beitrag werden ausgewählte Verfahren und grundlegende Erkenntnisse zur Messmethodik dieser Daten dargestellt sowie deren Bedeutung für die Konzeption von metallurgischen Elektrowiderstandsöfen.

Dr.-Ing. Roland König (Photo: Bluemetals)
Dr.-Ing. Roland König

Sebastian Koldorf, M.Sc., Sales and Account Management, MAGMA Gießereitechnologie GmbH

Fachvortrag

Virtuelle Experimente des Stranggießprozesses in Richtung Online-Steuerung

Die MAGMA ist ein weltweit führender Entwickler und Anbieter von Software für die Simulation und virtuelle Optimierung von Gießprozessen. Die von der MAGMA entwickelten Simulationswerkzeuge liefern quantitative Erkenntnisse über Strömung, Erstarrung und Spannungsbildung für den Strangguss. Dies umfasst den gesamten Prozess, vom Verteiler über die Einströmung in die Form bis hin zum erstarrenden Strang, der durch verschiedene Kühlzonen abgezogen wird. Die Prozesssimulation schafft wichtige Informationen über Qualität und Produktivität, zur Bewertung von Prozessalternativen. Der klassische Einsatz von Simulationslösungen entwickelt sich in den letzten Jahren weiter zu einem umfassenderen Ansatz mit dem Ziel der Prozessoptimierung. Simulationswerkzeuge mit integrierten statistischen Werkzeugen, wie MAGMA CC, ermöglichen die systematische Erprobung und Analyse von Prozessfenstern. Somit können wichtige Prozessparameter und Korrelationen herausgearbeitet und die Auswirkungen von Parameteränderungen kosteneffizient, mittels Simulationswerkzeugen, untersucht werden. Auf der Grundlage dieses Wissens ist es möglich, Gießprozesse hinsichtlich qualitativen und monetären Zielen zu optimieren und mit Hilfe der Verfügbarkeit des digitalen Zwillings, optimale Betriebspunkte zu identifiziert sowie Qualitätsverbesserungen zu realisieren.

Photo: MAGMA Gießereitechnologie GmbH

Prof. Dr. Stefan Lechtenböhmer, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

Keynote

Stahlindustrie zukunftsfähig transformieren - Strukturwandel und Innovationen gestalten

Die energieintensive Stahlerzeugung ist eine der industriellen Branchen, die für einen Großteil der globalen Energie- und Ressourcen-Umsätze als auch für Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Daher gilt es die Branche mit Innovationen wie etwa der Direktreduktion mit Wasserstoff zukunftsfähig umzugestalten. Die Arbeiten des Wuppertal Instituts reichen von komplexen Energiesystem- und Szenarioanalysen über Identifikation und Bewertung der Ressourcenflüsse entlang der Wertschöpfungsketten bis hin zu Untersuchungen der spezifischen Innovationssysteme der beteiligten Branchen und betroffenen Regionen. Dabei untersucht das Wuppertal Institut Möglichkeiten, wie der Strukturwandel und Innovation in Hinblick auf ökonomische wie ökologische Nachhaltigkeit gestaltet werden können. Eine Besonderheit der Arbeiten liegt in der transdisziplinären Art der Forschung, in der die Projekte im engen Zusammenspiel mit den jeweiligen Akteurinnen und Akteure aus der Industrie umgesetzt werden. Ziel ist es zukunftsfähige Wege mit Industrie und Gesellschaft in gemeinsamen Lernprozessen zu erforschen und zu gestalten und auf dieser Basis sowohl Politikvorschläge als auch Unternehmensstrategien zu entwickeln. In diesem Rahmen begleiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Unternehmen in ihren Prozessen des Nachhaltigkeits- und Innovationsmanagements und adressieren dabei wichtige Innovationsfelder in der (industriellen) Wertschöpfungskette – wie etwa Dematerialisierung, Öko-Design-Strategien und die Industrie 4.0.

Photo: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

Gregor Leuchtenberg, Künemund Gruppe

Fachvortrag

Wartungsreduzierte Lagerabdichtung unter Extrembedingungen

Schmutzige Umgebungen gepaart mit hohen Temperaturen bringen große Herausforderungen für die Dichtungen im Stahlwerk mit sich. Der trockenlaufgeeignete Tecoflonring kann auf Grund von verringerter Schmierung Kosten und das Brandrisiko reduzieren und zeitgleich die Umwelt schonen. Im Vergleich zu herkömmlichen Elastomer und Filzdichtungen wird zudem ein deutlich höherer Temperaturbereich abgedeckt werden. Die Künemund Gruppe bietet als Produzent und Händler von Lagern und Dichtungen ein umfassendes Know How und Servicelevel.

Prof. Dr. Rainer Lindner, Vorsitzender des Vorstands, Zentralfunktionen, HEINE + BEISSWENGER Stiftung + Co. KG

Keynote

Der Stahlhandel als Partner der Stahlindustrie: Mit Innovationen und Kundenfokus durch die Krise

- Globalisierung vs. Lokalisierung der Lieferketten
- Anspruchsvolles Marktumfeld erfordert innovative Lösungen der deutschen und europäischen Stahlindustrie
- Nachhaltigkeit als Transformationstreiber für die Stahlindustrie und die Kunden
- Optimierung der Lieferketten durch Partnerschaften zwischen Herstellern, Handel und Kunden  

Photo: HEINE + BEISSWENGER Stiftung + Co. KG

Steven Schönke, Leiter Key Account Management , VNG Handel & Vertrieb GmbH

Fachvortrag

Wie geht Versorgungssicherheit in unsicheren Zeiten?

Die aktuelle Lage an den Energiemärkten ist beispiellos in der Geschichte der Energiewirtschaft. Preissteigerungen und Volatilitäten wirken über alle Branchen hinweg existenzbedrohend für Industrie und Gewerbe. Wann kommen Marktmechanismen an ihre Grenzen und wie geht es mit der Versorgungssicherheit weiter?

Photo: VNG Handel & Vertrieb GmbH

Kai Marwig, Leiter Business Development & Kommunikation, Wuppermann AG

Keynote

CO2 neutrale Produktion: Bandverzinkung

Die Wuppermann-Gruppe ist einer der größten Verzinker von Warmband in Europa. Die kontinuierliche Schmelztauchveredelung ist ein energieintesiver Prozess. Das von Wuppermann gemeinsam mit SMS entwickelte Heat-to-coat Verfahren hat Vorteile in der Temperaturführung und benötigt kaum fossile Energie. Daher konnte das Fraunhofer Institut nachweisen, dass das Wuppermann-Verfahren weniger CO2 emittiert als marktübliche Verzinkungsverfahren. Wuppermann hat sich zum Ziel gesetzt, alle unmittelbar mit der Produktion verbundenen CO2 Emissionen ab 2025 zu vermeiden. Bis 2030 sollen alle weiteren CO2 Emission der Unternehmensgruppe entfallen. Die Gruppe ist dann CO2 neutral. Aber auch im Vormaterialeinkauf und in der Zusammenarbeit mit den Kunden wird der CO2-Fußabdruck in den kommenden Jahren an Relevanz gewinnen.

 

Photo: Wuppermann AG

Claude Meisch, TMT Sarl / Volker Langer, TMT GmbH / Richard W. Geyer, AG der Dillinger Hütte / Dr. Jürgen Hochhaus, AG der Dillinger Hütte

Fachvortrag

Hochofenabstich im Digitalen Zeitalter

Effiziente Hochofenproduktion erfordert, neben Anderem, einen reibungslosen Gießhallenbetrieb Die Zuverlässigkeit der Gießhallenausrüstung ist somit die Grundlage für einen sicheren und effizienten Produktionsbetrieb. Daher ist es dringend empfohlen den Betriebszustand der Maschinen laufend zu erfassen und aufzubereiten. Rudimentäre Zustandsüberwachungen können in der Regel mit den vorhandenen SPS-Systemen realisiert werden, diese genügen aber bei Weitem nicht den Anforderungen professioneller vorausschauender Wartungskonzepte. Um aber alle Potentiale datenbasierter Zustandsüberwachung auszuschöpfen hat TMT TapMan™ entwickelt, ein System zur laufenden Zustandsüberwachung und Prozesskontrolle, das sowohl die Anforderungen von Produktion als auch Instandhaltung abdeckt. Datenanalyse, basierend auf menschlicher Erfahrung und künstlicher Intelligenz, ist ein Hauptmerkmal dieses Abstichexpertensystems. TapMan™ berücksichtigt empirisches Wissen über eingesetzte Verbrauchsmaterialien oder Austausch von Hauptkomponenten und verbindet sie zu Optimierungspotentialen im Abstichprozess. Dies erleichtert die Zustandsbewertung der Ausrüstung und der Lebenszyklen seiner Komponenten über mehrere Hochöfen und Gießhallen hinweg. Bediener sind ebenfalls Nutznießer dieser Technik, wenn die Erfahrungen über Anlagen und Schichten hinweg ausgetauscht und somit Betriebs- und Ersatzteilkosten gesenkt werden können. Durch TapMan™ wird der Abstichprozess transparent und erlaubt somit tiefe Einblicke in Technologie sowie Erhaltung und trägt somit signifikant zur Verlängerung des Lebenszyklus des gesamten Hochofens bei – wie bei der Pilotanwendung der Dillinger Hütte am Hochofen 5.

Matthias Moritz, Frank Reddemann, Aumund Fördertechnik GmbH

Fachvortrag

Transportlösungen für die Produktion von Sinter, Pellets und Hot-DRI - weniger CO2 und bessere Wärmebilanz

Förderanlagen für heiße und abrasive Schüttgüter verbinden wichtige Schritte im Prozess der Stahlherstellung: In Direktreduktionsanlagen können sie das HotDRI direkt in den Elektrolichtbogenofen transportieren. In Sinteranlagen befördern sie das bis zu 1.000 °C heiße Material. Auf Kühlförderern werden HBI oder Pellets auf weniger als 100 °C abgekühlt. Die Förderanlagen begleiten den gesamten Materialtransportweg – und unterstützen dabei mit ihrer Technologie Energieeinsparung und Wärmerückgewinnung.

v.l.: Matthias Moritz, Frank Reddemann (Photo: Aumund)

Dilan Özdemir-Kaluk, M. Sc., exsolut GmbH

Fachvortrag

Kommunikation, Kollaboration und Wissensmanagement – die Stützen der nachhaltigen Transformation

Mit den steigenden Herausforderungen in Unternehmen und dem zunehmenden Bedarf an Prozessoptimierung kommt es nun auf die Nachhaltigkeit der digitalen Technologien an. Technologische Pendants bewährter Methoden stellen die Grundlage nachhaltiger Lösungen dar, und bieten eine langlebige Antwort auf die Transformation, in dessen Zentrum der Mensch steht. Die effektive Motivation in der Organisation, die Optimierung essenzieller Arbeitsabläufe und die Sicherung des Informationsflusses erfordern hierbei neue Dimensionen von Kommunikation, Kollaboration und Wissensmanagement.  

Referenzprojekte
·        Rohstahl-TV und Metallurgie Managementsystem (Einsatz bei  thyssenkrupp Steel)
·        Mitarbeiter-TV und Projektmanagementsystem (Einsatz bei HKM)
·        Mitarbeiter-TV und CO2 Audit Control System (Einsatz bei RWE Power)

Photo: exolut GmbH

Carolin Petri, Head of Bulk, Steel and Wood (Market Germany) und Product and Business Development Manager, VTG Rail Europe GmbH

Fachvortrag

Die Supply Chain der Zukunft ist modular – Ein Einblick in Best Practises der Eisenbahn-Logistik 

Deutschland lebt und wirtschaftet 2045 klimaneutral. Ab 2050 die gesamte europäische Wirtschaft. Ein unerreichbares Ziel?   Mit der Dekarbonisierung und damit einhergehenden Transformation hat die Stahlindustrie in Europa ein klares, strategisches Ziel. VTG ist ein international agierendes Asset- und Logistikunternehmen mit Schwerpunkt Schiene und stellt sich als zuverlässiger Entwicklungspartner auf diese Marktveränderungen ein: Neben der Vermietung von Eisenbahngüterwagen und Tankcontainern bietet VTG multimodale Logistikdienstleistungen und integrierte Digitallösungen an. Carolin Petri gibt Einblicke in aktuelle Best Practises der Modularisierung, der Produktentwicklung und Digitalisierung.

Photo: VTG Aktiengesellschaft Europe Solutions

Dr. Andreas Quick, Leiter Produktmanagement, iba AG

Fachvortrag

Demokratisierung der Daten – So nutzen Sie das Potential Ihrer Prozessdaten

Die Aufzeichnung von Prozessdaten ist in der Stahlindustrie seit langem gängige Praxis. Messdaten helfen, Fehler zu finden, den Prozess besser zu verstehen, ihn zu bewerten und zu optimieren. Daten werden verwendet, um den Prozess in Echtzeit zu überwachen, Anomalien zu finden, die Produktqualität zu beurteilen und Anlagen und Produktgruppen miteinander zu vergleichen. Basierend auf Daten kann die Verschleißreserve einzelner Maschinenkomponenten vorhergesagt, der Energie- und Ressourcenverbrauch optimiert und technologische Fragestellungen beantwortet werden. Daten sind die Basis, um den digitalen Transformationsprozess voranzubringen. –  Ganz unterschiedliche Zielstellungen von in der Regel auch verschiedenen Nutzergruppen. Der Schlüssel, um das Potential dieser Daten voll zu nutzen, ist die Demokratisierung der Daten. Demokratisierung – das bedeutet, dass die Daten keiner einzelnen Abteilung gehören, sondern von allen genutzt werden können. Die Daten sind selbsterklärend und frei zugänglich. Auswertungen und die Berechnung von Kennwerten (KPIs) können flexibel und selbständig durchgeführt werden. Jede Abteilung kann die benötigten Informationen nutzer- und auch anwendungsspezifisch aus den Daten extrahieren. Darüber hinaus müssen Informationen abteilungsübergreifend ausgetauscht und mit Referenz auf die Rohdaten (drill-down) zu jeder Zeit validiert werden können. Anhand des iba-Systems werden die Design-Paradigmen vorgestellt, die es ermöglichen, die Prozessdaten zu demokratisieren: angefangen mit der umfassenden Konnektivität zu unterschiedlichen Datenquellen, der Erfassung hochaufgelöster Daten, der Festlegung einer Ordnung und Datensemantik, lokalen und einfach konfigurierbaren Edge Analytics-Applikationen, der zentralen Persistierung historischer Daten mit einfachem Zugang, den Tools zur interaktiven und automatischen Auswertung von Daten und Langzeit-Auswertung von KPIs bis hin zum offenen Ecosystem, das den Datentransfer in übergeordnete Systeme zur Analyse außerhalb des iba-Systems erlaubt.

Photo: iba AG

Stefanie Rehpöhler, Leiterin Customer and Markets, STEAG Energy Services GmbH

Fachvortrag

Grüner Wasserstoff - für eine nachhaltige und klimaneutrale Zukunft

Bei STEAG Energy Services entwickeln wir optimale Konzepte für die Erzeugung, die Speicherung, die Verwertung und den Transport von grünem Wasserstoff. Industrie sowie Investoren schätzen in diesen Bereichen unsere Beratungskompetenz.

Die Dekarbonisierung und die Energiewende sind eine der größten aktuellen Herausforderungen. Wir sind davon überzeugt, dass die Wasserstofftechnologie einen entscheidenden Beitrag dazu leisten kann, um diese generationenübergreifende Aufgabe zu meistern. Damit dies erfolgreich gelingt, bieten wir ein breites Portfolio an Leistungen an, angetrieben durch den Anspruch die beste Lösung für unsere Partner und Kunden zu finden. In unseren Projekten setzen wir stets auf grünen Wasserstoff, der aus CO2 -freien bzw. erneuerbaren Quellen produziert wird.

 

Photo: STEAG

Dr. Marco Rische, Director System Business, ABP Induction Systems GmbH

Fachvortrag

Induktive Erwärmung - ein Beitrag auf dem Weg zur CO2-Neutralität im Stahl- und Walzwerk

Die Stahlindustrie ist er zweitgrößte industrielle Verursacher von CO2-Emissionen in der Welt. Der zunehmende Druck, diese Emissionen zu senken, führt perspektivisch zu einer Abkehr von fossilen Brennstoffen. Alternativen liegen in der Nutzung grüner Energie über die Erzeugung von DRI/HBI zur Roheisenherstellung mit grünem Wasserstoff. Zwischenschritte bei beim Wandlungsprozess von der Hochofenroute bilden die Nutzung herkömmlich mit Erdgas erzeugten DRI/HBI, was eine Einsparung der CO2-Emissionen um mehr als ¾ im Vergleich zur konventionellen Hochofenroute bringt. In der weiteren Verarbeitung bieten sich dabei neue Möglichkeiten für alternative Anwendungen im Stahl- und Walzwerksprozess, die eine nahezu CO2-freie Erwärmung des Materials, sowohl im Schmelzprozess wie auch in der Wiedererwärmung bieten.  

Eines dieser alternativen Verfahren ist die Induktion. Dabei wird der Energieeintrag direkt über das elektromagnetische Feld in das zu erwärmende Gut erreicht. Der Prozess ist dynamisch, gut steuerbar und bei Nutzung grüner Energie nahezu CO2-neutral. Sowohl im Schmelzprozess wie auch im Bereich der Wiedererwärmung lassen sich so die etablierten Prozesse komplementär ergänzen und reduzieren dadurch die Emissionen des Gesamtprozesses. Durch die hybride Ergänzung induktiver Erwärmungsanlagen lässt sich zu überschaubaren Investitionskosten nicht nur das Emissionsverhalten im Gesamtprozess verbessern. Durch geringere Abbrandraten der Zuschlagstoffe und eine extrem gute Rührwirkung während des Aufschmelzprozesses eignet sich das Verfahren exzellent zum Zuschmelzen von Zuschlagstoffen bei geringstmöglichen Energieverbrauch mit einer guten Durchmischung der Zielanalyse in der Schmelze.  

Mit dem dynamischen Verhalten im Aufheizprozess durch den direkten Energieeintrag ins Material ist das Verfahren der induktiven Aufheizung gleichfalls zur Wiedererwärmung eine gute Alternative zum bestehenden Gasofen. Dabei kann man den Induktionsofen komplementär vor dem Gasofen mit einem sehr hohen elektrischen Wirkungsgrad positionieren, um die magnetischen Materialeigenschaften unterhalb der Curie-Temperatur zu nutzen und einen Basisenergieeintrag zu erreichen, der dann zu einer Gaseinsprung im Ofen führt. Andererseits bietet eine Ergänzung im Prozess nach dem Gasofen die Möglichkeit, den Gasofenauslauf den mit konstanten Auslauftemperaturen unterhalb der Walztemperatur zu verlassen und dann die fehlende Energie mit der induktiven Erwärmung zu kompensieren. Beide Varianten ermöglichen eine Senkung des gesamten Energieverbrauchs, wie auch des Gasverbrauchs und somit eine direkt messbare CO2-Reduzierung im Wiedererwärmungsprozess. Gleichfalls bleiben bei der hybriden Erwärmung aber auch die Vorteile des Gasofens erhalten, Prozessverzögerungen in der nachfolgenden Prozesskette auszugleichen über die lange Verweilzeit im Ofen eine sehr homogene Temperaturverteilung im Erwärmungsgut zu erreichen.  

Photo: ABP Induction Systems GmbH

Stefan Rosellen, Künemund Gruppe

Fachvortrag

Wenn Wälzlager auf Extrembedingung treffen

Wälzlageranwendungen im Stahlwerk müssen unter widrigsten Umständen und höchsten Temperaturen möglichst lange laufen. Feststoffgeschmierte COMPOUND Wälzlager erfüllen die hohen Anforderungen der Hüttentechnologie und senken gleichzeitig die Betriebskosten.

Katja Sander, Vice President Metals und Carolina Lasse, Vice President Productmanagement and Multimodal Solutions, DB Cargo

Fachvortrag

Schienenfokussierte Transportkonzepte und Güterwagen Lösungen für die Rohstoff- und Stahllogistik von Morgen Die Stahlindustrie in Europa steht in den Startlöchern, um durch Innovations- und Transformationsprojekte auf dem Weg zur Klimaneutralität ihre Beiträge zu leisten. Kernpunkte sind hierbei die Dekarbonisierung der Stahlproduktion und die Etablierung ge­schlossener Wertschöpfungsketten. DB Cargo entwickelt hierfür zeitgemäße schienenfokussierte Transportkonzepte sowie innovative Güterwagen- und Equipment-Lösungen. Katja Sander und Carolina Lasse zeigen DB Cargos Lösungen und Ansätze für die Rohstoff- und Stahllogistik.

Photo: Katja Sander, DB Cargo
Photo: Carolina Lasse, DB Cargo

Alexander Schlemminger, Vertrieb, QuantoLux GmbH

Fachvortrag

Punktgenaue Prozessführung und bedarfsgerechte Schlacke Nutzung

 
Wer viel weiß kann viel optimieren. Dies gilt besonders für den Betrieb von Elektro- oder Pfannenöfen. Mit Schlacke Analysatoren auf Laser OES Basis erhalten Schmelzbetriebsleiter heute deutlich umfangreichere Informationen als zuvor. So können nicht nur die metallurgischen Prozesse punktgenau gesteuert werden. Auch nach dem Abstich kann die Schlacke gezielt nachbehandelt werden um so eine maximale Nebenproduktnutzung zu gewährleisten.

 

 

Photo: Alexander Schlemminger

Till Schreiter, Geschäftsführer, ABP Induction Systems GmbH

Keynote

Induktion und Digitalisierung – Eine starke Allianz auf dem Weg zum klimafreundlichen Stahlwerk

Photo: ABP Induction Systems GmbH

Klaus Sodemann, JUTEC Hitzeschutz und Isoliertechnik GmbH

Fachvortrag

Innovative Ideen für  hitzeexponierte Arbeiten in der Stahlbranche

HSK-Konzept
– Mehr Sicherheit durch eine Analyse der eingesetzten PSA: Risikobewertung bis zur Sicherheitsempfehlungen der Produkte
- Recycling von aluminisiertem Material: Projekt mit einem namhaften deutschen Stahlhersteller Energieeinsparung durch Isolierung aus temperaturbeständigen Hitzematerialien.

Photo: Jutec

Jens Sperber, Leiter Entwicklung und Anwendungstechnik, STEULER Refractory|Linings

Fachvortrag

H2-Change: Wasserstoff als herausfordernde Atmosphäre für feuerfeste Werkstoffe

Direktreduktion von Eisen in Wasserstoffatmosphäre
– Feuerfeste Auskleidungswerkstoffe und Design –  

Die Direktreduktion von Eisen durch Reduktionsgase fossilen Ursprungs ist ein seit langem bekannter und praktizierter Prozess. Die Umstellung dieses Prozesses auf die Reduktion mit Hilfe von reinem Wasserstoff stellt besondere Anforderungen an das feuerfeste Auskleidungsmaterial, aber auch an die feuerfeste Konstruktionstechnik.

Auskleidungskonzepte für die beiden hauptsächlich in der Anwendung befindlichen, gasbetriebenen Prozesse zur Produktion von DRI werden anhand von Beispielen gezeigt. Auch der Transformationsweg, ausgehend von der Verwendung reformierten Erdgases über z.B. wasserstoffangereichertes Koksofengas, bis hin zur momentan einzigen Pilotanlage, die in der Lage ist mit reinem Wasserstoff zu arbeiten, wird erläutert.

Photo: STEULER

Jens te Kaat, CEO, Kueppers Solutions GmbH 

Fachvortrag

Auf dem Weg zur CO₂-freien Wärmebehandlung von Präzisionsrohren

Photo: Kueppers Solutions GmbH

Dominik Walter und Manuel Bosse, Projektmanager, Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie e. V. (BDG)

Fachvortrag

Dekarbonisierung und Transformationspfade der Deutschen Gießerei-Industrie

Die Gießerei-Industrie muss wie alle Industrien in Deutschland bis 2045 spätestens klimaneutral produzieren. Jedoch sind in vielen Produktionsbereichen Aggregate mit fossilen Energieträgern im Einsatz. Die Transformation zur Klimaneutralität bedeutet somit den Austausch der Energieträger oder Aggregate von Schmelzaggregat bis Pfannenvorwärmung entlang der vielversprechendsten Technologiepfade, die sich für die Gießerei-Industrie ergeben.

Photo: Dominik Walter/ BDG
Photo: Manuel Bosse/ BDG

Dr.-Ing. Joachim G. Wünning, Geschäftsführer, WS Wärmeprozesstechnik GmbH

Fachvortrag

Optionen für die zukünftige Beheizung von Wärmebehandlungsanlagen

Fossile Energieträger werden in Zukunft nicht mehr für die Beheizung von Wärmebehandlungsanlagen zur Verfügung stehen. Regenerative elektrische Primärenergie kann dann entweder direkt zur Beheizung genutzt werden oder aber indirekt mit Gasbrennern.

Photo: WS Wärmeprozesstechnik GmbH

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HÜTTENTAG und Hüttenabend

17. und 18. November 2022

Messe Essen

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