Fachbeitrag Wirtschaft
Der Großanlagenbau muss neue Fähigkeiten entwickeln, um sich in verändertem Marktumfeld zu behaupten - Foto: Shutterstock
01.10.2019

Deutliche Marktveränderungen im Großanlagenbau prognostiziert

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Benchmarking-Studie von VDMA Großanlagenbau und PwC

Deutliche Marktveränderungen im Großanlagenbau prognostiziert

VDMA und PwC legen eine Gemeinschaftsstudie zur digitalen Transformation im internationalen Großanlagenbau vor. Darin wird deutlich, dass digitale, datengesteuerte Dienste und Serviceleistungen in den Fokus der Kunden rücken und der Großanlagenbau neue Fähigkeiten entwickelt, um sich in verändertem Marktumfeld zu behaupten. Außerdem wird der Wettbewerb um Mitarbeiter mit Digitalkompetenz intensiver.

Der vollständige Artikel ist erschienen in STAHL+TECHNIK 1 (2019) Nr. 10, S. 61 ff.

Dem Großanlagenbau stehen im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung deutliche Marktveränderungen bevor, auf die sich die Unternehmen intensiv vorbereiten müssen. Zu diesem Kernergebnis kommt eine neue, breit angelegte Benchmark-Studie der VDMA Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau (AGAB) und der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Untersucht wurden der Stand der Digitalisierung im internationalen Großanlagenbau sowie die Marktanforderungen im Jahr 2025. Dabei wurden die führenden deutschen Unternehmen sowohl mit traditionellen als auch mit neuen, stärker digital getriebenen Wettbewerbern weltweit verglichen, ihre Marktposition evaluiert und mögliche Handlungsfelder aufgezeigt.

Geschäftsmodelle und Kundenwünsche verändern sich grundlegend

Basierend auf einer quantitativen Umfrage unter mehr als 40 Anlagenbauern und zahlreichen Interviews mit internationalen Branchenexperten, Wissenschaftlern und Analysten zeigt die Studie, dass die heute mit einem Anteil von rd. 60 % dominierenden technologieorientierten Geschäftsmodelle („technology enabled“) bis 2025 erheblich an Bedeutung verlieren werden. Digitale, auf der Analyse von Daten basierende Dienste und Serviceleistungen („open digital“) werden ihren Marktanteil bis 2025 hingegen mehr als verdreifachen. „In diesem radikal veränderten Umfeld werden Fähigkeiten wie Agilität und Flexibilität sowie die Bereitschaft zu Zusammenarbeit mit Partnern immer wichtiger“, betont Dr. Hannes Storch, stellvertretender Sprecher der AGAB.

Gleichzeitig rücken neben den klassischen Forderungen nach marktfähigen Preisen, kurzen Durchlaufzeiten, umfangreichen technischen wie kommerziellen Garantien und vorbehaltlos zu akzeptierenden Ausschreibungsbedingungen zusätzliche Kundenwünsche stärker als bisher in den Fokus des Marktes. Die Untersuchung weist insbesondere auf das Bedürfnis nach hoher Transparenz während der gesamten Laufzeit eines Projektes sowie auf Vertrauen basierende Kundenbeziehungen hin. Die Grundlage hierfür sind persönliche, über Jahre gewachsene Kontakte zwischen den verschiedenen Marktakteuren. Es ist daher entscheidend, dass es dem Anlagenbau gelingt, technisches und kaufmännisches Schlüsselpersonal langfristig an das eigene Unternehmen zu binden, um auf diese Weise das notwendige Vertrauen zwischen Kunden und Lieferanten herzustellen. Die Studie sieht den deutschen Großanlagenbau hierbei gegenüber seinen Wettbewerbern in einer guten Position. Um aufzuholen, investieren internationale Anlagenbauer vor allem in technische Lösungen wie etwa den Ausbau von internetgestützten Kommunikationsplattformen. Textbasierte Dialogsysteme, sogenannte Chatbots, werden in diesem Zusammenhang hingegen als weniger zielführend eingestuft.

Autoren: Dr. Hannes Storch, stellvertretender Sprecher der VDMA Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau, Oberursel (Taunus), und Christian Elsholz, Direktor, PwC Capital Projects & Infrastructure, Hamburg.

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Schlagworte

DigitalisierungGroßanlagenbau

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