Am 06. August 2026 kamen auf Einladung von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammen, um über die aktuellen Herausforderungen des Niedrigwassers zu diskutieren.
Dazu Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl:
„Das gestrige Spitzengespräch mit Bundesverkehrsminister Steffen Bilger war ein wichtiges Signal. Die anhaltende Niedrigwasserlage stellt die Industrie vor erhebliche Herausforderungen und gefährdet die Versorgungssicherheit sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Für die Stahlindustrie ist die Binnenschifffahrt unverzichtbar, denn rund ein Drittel unseres Transportaufkommens wird über die Wasserstraßen abgewickelt.
Die Unternehmen haben aus vergangenen Niedrigwasserereignissen gelernt und mit zusätzlichen Lagerkapazitäten sowie flexiblen Logistikketten umfassend vorgesorgt. Die strukturellen Defizite der Verkehrsinfrastruktur können sie jedoch nicht allein ausgleichen.
Jetzt braucht es entschlossenes politisches Handeln. Die Abladeoptimierung am Mittel- und Niederrhein muss beschleunigt, die Schiene als verlässliche Ausweichroute gestärkt und in Krisensituationen zusätzliche Transportkapazitäten auf Straße und Schiene ermöglicht werden. Entscheidend ist, dass dem gestrigen Austausch nun konkrete Maßnahmen und ein verbindlicher Zeitplan folgen. Denn Niedrigwasser darf nicht zu einem dauerhaften Standortnachteil für die Industrie in Deutschland werden.“
(Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl)