Unternehmen
Laut Umfrage sehen Führungskräfte in der Krise erhebliche Chancen - Foto: Andreas Breitling/Pixabay
15.04.2020

Blitzumfrage zur wirtschaftlichen Situation

Führungskräfte sehen in der Krise erhebliche Chancen

Um ein aktuelles Stimmungsbild zur wirtschaftlichen Situation zu erhalten, haben der DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte und das Europa-Institut für Erfahrung und Management – METIS der Rheinischen Fachhochschule Köln eine deutschlandweite Befragung durchgeführt. Befragt wurden Mitglieder des DFK – rd. 10.000 Fach- und Führungskräfte – sowohl zur allgemeinen Situation der Wirtschaft als auch zu ihrer persönlichen Lage.

60 % der Befragten befürchten, dass die Krise für die deutsche Wirtschaft eine starke Belastung darstellen wird. Sehr negative bis düstere Auswirkungen sehen dagegen knapp 23 %. Erstaunlich ist, dass die befragten Führungskräfte die Situation ihres eigenen Unternehmens wesentlich positiver einschätzen: „Nur“ 25 % befürchten erhebliche Auswirkungen durch die Corona-Krise für das eigene Unternehmen. Für sich persönlich befürchten die Führungskräfte Gehaltsreduzierungen und Mehrarbeit. Der eigene Jobverlust sowie Kurzarbeit werden von sehr wenig Führungskräften gesehen.

Auf die Frage: “Welche Probleme sehen Sie für ihr Unternehmen?“ antworteten die Befragten (Mehrfachnennungen waren möglich):

  • Drastische Einsparmaßnahmen: 61,8 %
  • Stellenabbau: 34,6 %
  • Strategische Nachteile: 20,3 %
  • Verkauf des Unternehmens: 2,9 %

Aber: Insgesamt wurden von den Befragten auch große Chancen gesehen (Mehrfachnennungen möglich).

  • Flexibilisierung der Arbeitswelt: 72,3 %
  • Digitalisierungsschub: 63,5 %
  • Kreative Innovationen: 34,3 %
  • Sinnvolle Rationalisierung: 32,2 %
  • Neuausrichtung/ Positionierung: 22,3 %  

Eine gemischte Stimmungslage erbrachte die Frage nach einem Ende des „Lockdown“:

  • 55,4 % waren für ein schnelles Ende und den Wiedereinstieg in das Wirtschaftsleben.
  • 44,9 % waren eher dagegen.

„Die Umfrage hat gezeigt“, so Prof. Dr. Werner Bruns von METIS, „dass wir vor großen Herausforderungen stehen, aber die Führungskräfte machen uns Hoffnung. Sie sehen in der Krise erhebliche Chancen, die der Staat, die Gesellschaft und die Wirtschaft nutzen sollten. Wir können einen Modernisierungsschub auslösen.“ Der Vorstandsvorsitzende des DFK, Michael Krekels, weist darauf hin, dass gerade in Krisenzeiten Führung unverzichtbar ist: „Die Ergebnisse dieser Umfrage verdeutlichen, dass die Führungskräfte zu den tragenden und verlässlichen Säulen der Wirtschaft in der Krise gehören. Unternehmen können in Zeiten einer solchen Pandemie auf ihre Fach- und Führungskräfte setzen. Die Bereitschaft zu Gehaltsverzicht und Mehrarbeit sind freiwillige Leistungen, die im Zuge solidarischer Unterstützung für die Unternehmen offensichtlich bereitwillig geleistet werden. Zudem zeigt die Umfrage aber auch deutlich, dass Themen wie Kurzarbeit oder Jobverlust gerade nicht die richtigen Lösungen im Bereich der Fach- und Führungskräfte sind.“  

DFK/METIS

Schlagworte

CoronaWirtschaft

Verwandte Artikel

09.09.2026

Rohstahlerzeugung im Juli 2026: Aufwärtstrend gerät ins Stocken

Die Rohstahlproduktion in Deutschland ist aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage wieder ins Stocken geraten.

Deutschland Entwicklung EU Produktion Rohstahlproduktion Stahl Stahlerzeugung Stahlproduktion Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
Projektauftakt, v.l.n.r. hinten: Andreas Zaremba, Leiter TGA, Ilsenburger Grobblech GmbH, Sebastian Böhm, Entwicklungsingenieur, Ilsenburger Grobblech GmbH, Uwe Zischkale, Abteilungsleiter 3 Energie, Nachhaltigkeit, Strukturwandel, Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt; v.l.n.r. vorn: Dr. Robert Kühn, Vorsitzender der Geschäftsführung, Ilsenburger Grobblech GmbH, Denis Loeffke, Bürgermeister Stadt Ilsenburg, Dr. Franziska Sondej, Energiesysteme und Infrastrukturen, Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Andreas Künne, Energiemanager, Ilsenburger Grobblech GmbH
07.09.2026

Vorstudie in Ilsenburg startet

Mit dem Projektauftakt in der Stadtverwaltung Ilsenburg startet die Vorstudie „Smart Industry Orchestration Ilsenburg“.

Automatisierung Blech Bleche Bund Energie Entwicklung Ergebnis EU Fraunhofer Grobblech HZ Ilsenburger Grobblech GmbH Industrie ING Klima Klimaschutz Nachhaltigkeit Politik Produktion Produktionsprozess Sachsen Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Studie Transformation Umwelt Unternehmen USA Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsstandort
Mehr erfahren
03.09.2026

WV Stahl: Zuschuss zu Netzentgelten muss erhalten bleiben

Die Bundesregierung hat eine Neuregelung des Zuschusses zu den Übertragungsnetzentgelten beschlossen. Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der WV Stahl, bewertet...

Bund Energie EU Industrie Stahl Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
Frontansicht des Deutschen Bundestags in dem der Bundeshaushalt debattiert wird.
03.09.2026

Regierung droht Mittelstandsforschung weiter auszubremsen

Forschungsvereinigungen fordern Kurskorrektur im Bundeshaushalt.

Anpassung Bund Dekarbonisierung Deutschland Digitalisierung Einsparung Energie Entwicklung EU Forschung Forschungsprojekt Fosta HZ Industrie ING Innovation KI Klima Konstruktion Politik Produktion Rohstoffe Sanierung Stahl Stahlanwendung Transformation Unternehmen USA Wasserstoff Werkstoff Werkstoffe Wettbewerb Wirtschaft Zukunftstechnologie
Mehr erfahren
ArcelorMittal Duisburg
02.09.2026

ArcelorMittal wird den Standort Duisburg stark verkleinern

Im September 2027 soll die Rohstahlproduktion auslaufen. Das Drahtwalzwerk soll weiterproduzieren und das Vormaterial vorzugsweise von anderen Konzernstandorten erhalten.

Aufsichtsrat Bund Dekarbonisierung Draht Drahtwalzwerk Duisburg Energie EU Europa ING Lieferung Produktion Produktionsprozess Roheisen Stabstahl Stahl Stahlproduktion Stahlwerk thyssenkrupp Unternehmen USA Walzwerk Wirtschaft
Mehr erfahren