Fachbeitrag Wirtschaft
Die Handelsblatt-Jahrestagung Zukunft Stahl stand in diesem Jahr unter dem Motto „Grün ist die neue Effizienz“. - Foto: Euroforum/Uta Wagner
05.03.2020

Handelsblatt-Jahrestagung Zukunft Stahl 2020: Grün ist die neue Effizienz

Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich um eine Artikelvorschau aus unserer Fachzeitschrift STAHL + TECHNIK. Den vollständigen Artikel können Sie hier im E-Paper lesen. Im aktuellen Heft sowie im Archiv finden Sie viele weitere interessante Berichte. Schauen Sie doch dort mal vorbei.
Stahl + Technik (Artikelvorschau)

Transformation der Stahlindustrie benötigt industriepolitische Unterstützung

Die hochkarätig besetzte Handelsblatt-Jahrestagung Zukunft Stahl fand am 4. und 5. Februar in Düsseldorf statt. Sie stand in diesem Jahr unter dem Motto „Grün ist die neue Effizienz“. Rund 150 Teilnehmer informierten sich in Vorträgen und Podiumsdiskussionen über den aktuellen Stand der Transformation in der Stahlbranche, die sich zwischen Klimawandel und politischen Rahmenbedingungen bewegt.

Der vollständige Artikel ist erschienen in STAHL+TECHNIK 2 (2020) Nr. 3, S. 72 ff.

Im Rahmen seines Eröffnungsvortrags forderte Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, die Politik auf, rasch für stabile industriepolitische Rahmenbedingungen zu sorgen. „Die Stahlindustrie in Deutschland sieht sich aktuell mit zahlreichen komplexen Herausforderungen konfrontiert und durchlebt konjunkturell äußerst schwierige Zeiten. Hinzu kommen politische Regulierungen, die die Stahlunternehmen zunehmend belasten. Auf einem solchen schwankenden Untergrund lassen sich erhebliche Klimaschutzinvestitionen kaum realisieren. Die Unternehmen wollen und können aber einen entscheidenden Beitrag in Richtung einer klimaneutralen Wirtschaft leisten. Hierfür muss die Politik nun verlässliche Rahmenbedingungen für eine CO2-arme Stahlproduktion auf den Weg bringen. Dazu gehört es einerseits, gezielte Anreize für die Transformation zu setzen und zum anderen Maßnahmen zu ergreifen, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sicherstellen. Denn nur wenn es gelingt, Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit in Einklang zu bringen, wird eine klimaneutrale Wirtschaft international Nachahmung finden.“

Von den 46 Maßnahmen der von der Von-der-Leyen-Kommission initiierten Initiative „European Green Deal“ seien laut H. J. Kerkhoff 21 bedeutend für die Stahlindustrie. Trotz der Transformationsanreize für die Stahlindustrie wird allein der Investitionsbedarf in der Primärstahlerzeugung 2030 bei rd. 6 Mrd. € liegen, 2050 wird er voraussichtlich rd. 30 Mrd. € betragen. Für die angestrebte, aber stromintensivere Stahlproduktion mit Wasserstoff besteht nach heutigem Stand ein Zusatzstrombedarf von rd. 130 TWh – die Stahlindustrie wird zukünftig ein großer Player innerhalb der neuen „Wasserstoffwirtschaft“. Durch die geplante Änderung beim CO2-Emissionsrechtehandel entstehen für die europäische Stahlindustrie enorme Mehrkosten von ca. 3,9 Mrd. €. Der Carbon-­Leakage-Schutz müsse unbedingt verbessert werden, auch um im internationalen Wettbewerb Kostennachteile zu verhindern. Die bis 2030 zu erwartenden Zusatzkosten aufgrund des Kohleausstiegs bezifferte H. J. Kerkhoff mit rd. 250 Mio. €/Jahr. Für einen fairen Wettbewerb sei die Herstellung eines Level-Playing-Fields erforderlich. Man müsse den Klimaschutz und die Wettbewerbsfähigkeit in Einklang bringen. Alle Konzeptvorschläge der deutschen Stahlindustrie seien auch ein Angebot an die Politik.

Autoren: Ulrich Ratzek und Andreas Schwarz

Gesamten Beitrag lesen  Abo abschließen

Schlagworte

CO2-Emissionengrüner StahlKlimaschutzTransformationsprozess

Verwandte Artikel

Von links: Herbert Eibensteiner, CEO der voestalpine AG und Franz Kainersdorfer, Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG und Leiter der Metal Engineering Division
19.06.2026

voestalpine: greentec steel im Zeitplan

Die voestalpine nimmt an ihrem Standort Donawitz in knapp einem Jahr wie geplant einen Elektrolichtbogenofen (EAF) in Betrieb und kombiniert so Elektrostahlproduktion mi...

Aufsichtsrat CO2 CO2-Emissionen Donawitz Einsparung Elektrolichtbogenofen Emissionen EU Hochofen Inbetriebnahme Industrie ING Investition Kernaggregate Klima Klimaschutz Lichtbogenofen Logistik Metallurgie Montage Produktion Schrott Schulung Sinter Sinteranlage Stahl Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Transformation Umwelt Voestalpine AG Vorstand Weiterbildung
Mehr erfahren
Vormaterial-Lager, Burbach
18.06.2026

SHS erhält Auszeichnung für Klimaschutz

SHS-Gruppe erhält erneut Bestnote für klimafreundliches Lieferketten-Engagement.

Auszeichnung CDP Dekarbonisierung Dillinger EU Europa ING Klima Klimaschutz Lieferketten Nachhaltigkeit Saarstahl SHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA Stahl Strategie Transformation Unternehmen
Mehr erfahren
10.06.2026

Katalysatoren beschleunigen wasserstoffbasierte Stahlproduktion

Zweimal schnellere Legierungsherstellung durch Zugabe von Nickeloxiden

Automobil CO2 CO2-Emissionen Direktreduktion Eisenerze Emissionen Energie Entwicklung Ergebnis Essen EU Forschung Handel HZ Industrie ING Legierungen Lichtbogenofen Max-Planck-Institut Metallurgie Produktion Reduktionsmittel Stahl Stahlproduktion Technik TEMA Temperatur USA Wasserstoff Wasserstoffbasiert
Mehr erfahren
Industrie und Politik setzen gemeinsames Signal für den Wasserstoffhochlauf (v.l.n.r.): Gitta Connemann (Parlamentarische Staatssekretärin im BMWE), Stefan Dohler (CEO EWE AG), Gunnar Groebler (CEO Salzgitter AG) und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies bei der offiziellen Vertragsunterzeichnung für die langfristige Lieferung von grünem Wasserstoff in Berlin
10.06.2026

Salzgitter AG vereinbart Wasserstofflieferung

EWE und Salzgitter Flachstahl vereinbaren langfristige Lieferung von 10.000 Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr.

Anpassung Berlin BMW Bund CO2 CO2-Emissionen Deutschland Direktreduktion Elektrolyse Elektrolyseur Emissionen Energie Erdgas EU Europa Flachstahl Hochofen HZ Industrie ING Investition KI Klima Koks Lieferung Niedersachsen Partnerschaft Politik Produktion Sachsen Salzgitter Flachstahl Salzgitter Flachstahl GmbH Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Transformation Transport Unternehmen USA Veranstaltung Vereinbarung Wasserstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
Herbert Eibensteiner, CEO der voestalpine AG.
08.06.2026

voestalpine steigert Ergebnis trotz volatilem Umfeld im Geschäftsjahr 2025/26

Positive Entwicklung in allen relevanten Ergebniskategorien – gestützt durch robuste Strategie und aktive Reorganisation.

Airbus Anpassung Automobil Automotive Betriebsergebnis Blech Bleche Bund CO2 CO2-Emissionen Deutschland Dividende Donawitz Edelstahl Elektrolichtbogenofen Emissionen Energie Entwicklung Ergebnis EU Europa Geschäftsjahr Gesellschaft Grobblech Hochregallager Industrie ING Innovation Investition Kernaggregate KI Klima Klimaschutz Lagertechnik Lichtbogenofen Lieferung Logistik Maschinenbau Nahtlosrohre Nordamerika Produktion Rohre Schienen Schweiz Service Stahl Stahlmarkt Stahlproduktion Stahlwerk Steuerung Strategie Technik TEMA TRIP Tube Unternehmen USA Verkauf Vertrieb Voestalpine AG Vorstand Weltwirtschaft Werkstoff Werkstoffe Wirtschaft Zahlen
Mehr erfahren