Fachbeitrag Wirtschaft
2019 könnte nach Einschätzung der IKB Deutsche Industriebank erstmals die Marke der globalen Rohstahlproduktion von 1,8 Mrd. t überschritten werden - Foto: worldsteel / Seong Joon Cho
11.12.2019

Stahlindustrie 2020: Erholung oder weiter Mollstimmung?

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IKB Deutsche Industriebank AG zur Lage der Stahlindustrie in der Welt

Stahlindustrie 2020: Erholung oder weiter Mollstimmung?

Die Weltrohstahlproduktion zog bis Ende September 2019 um rd. 4 % an. Für das Gesamtjahr sehen wir jedoch einen deutlich geringeren Zuwachs. Gleichwohl dürfte 2019 erstmals die Marke einer globalen Rohstahlproduktion von 1,8 Mrd. t überschritten werden, da die IKB Deutsche Industriebank letztendlich von einer Steigerung von wenigstens > 1 % ausgeht. Für 2020 erwarten wir einen niedrigeren Anstieg im weltweiten Stahlausstoß.

Der vollständige Artikel ist erschienen in STAHL+TECHNIK 1 (2019) Nr. 12, S. 80 ff.

Entscheidend dürfte die weitere Entwicklung der Rohstahlerzeugung Chinas sein, Bild 1. Dessen Stahlerzeugung lag bis Ende September 8,4 % über dem Vorjahreswert. Das Wachstum im Gesamtjahr dürfte geringer ausfallen, dennoch werden es wenigstens 960 Mio. t werden. Für 2020 ist für China ein Rückgang des Produktionsvolumens nicht auszuschließen. Das Produktionsniveau in Europa sank im bisherigen Jahresverlauf um fast 3 %, ein Teil der Produktionseinbuße dürfte bis Jahresende aber noch aufgeholt werden. In Nordamerika sehen wir den umgekehrten Trend: Der bisherige Anstieg von 0,3 % wird noch etwas abschmelzen. In der Türkei musste infolge der geopolitischen Effekte ein Einbruch von gut 10 % hingenommen werden – hier erwartet die IKB in den nächsten Monaten ebenfalls eine Besserung. In Deutschland rechnen wir im Gesamtjahr mit einer Tonnage von rd. 41 Mio. t. Das Produktionsniveau im Inland dürfte im Jahr 2020 wieder leicht anziehen.

Impulse von der Automobilproduktion und der Bauindustrie

Wesentliche Impulse für die globale Stahlnachfrage werden auch 2020 von der Automobilindustrie und der weltweiten Bauindustrie kommen.

Die Erwartungen in Bezug auf die Produktion von Light Vehicles (bis 2,8 t Stückgewicht) gehen in der nächsten Dekade von einem jährlichen Output zwischen knapp 100 und max. 110 Mio. Einheiten pro Jahr aus, wobei ab 2025 Stückzahlen von 105 Mio. erreicht werden sollen. Für 2019 dürfte sich nur ein Absatzvolumen von etwa 2 % unter dem Niveau des Vorjahres abzeichnen.

In Bezug auf die Gesamtproduktion existieren nur geringe Unterschiede zwischen der durchschnittlichen Jahresproduktion und dem daraus resultierenden Bestand der Kfz-Flotte am Ende der Prognoseperiode, Bild 2. Ein Gros des Wachstums erfolgt außerhalb Europas und den USA. China dürfte spätestens im Jahr 2024 die Schallmauer von 30 Mio. produzierten Light Vehicles überschreiten.

Autor: Dr. Heinz-Jürgen Büchner, IKB Deutsche Industriebank AG, Frankfurt am Main.

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