Unternehmen
Die Covid-19-Pandemie belastet das Geschäftsergebnis 19/20 bei voestalpine - Foto: voestalpine
08.04.2020

voestalpine: Covid-19-Pandemie belastet Geschäftsergebnis 19/20

erneute Evaluierung notwendig

Die Covid-19-Pandemie und ihre globalen Auswirkungen werden bei voestalpine im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 das operative Ergebnis (Ebitda und Ebit) mit rd. 40 Mio. € belasten. Weitere außerplanmäßige einmalige Abschreibungen (125 Mio. €) durch geänderte Rahmenbedingungen und Erhöhung des „Weighted Average Cost of Capital“ u.a. bei den Gießereien (Traisen und Linz), Nahtlosrohre (Tubulars), Welding Consumables (Schweißbereich), Buderus Edelstahl (Wetzlar, Deutschland), Cartersville und Texas (USA) sind notwendig. Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2019/20 lässt das operative Ergebnis (Ebitda) bei über 1,1 Mrd. € vermuten und das Betriebsergebnis (Ebit) wird mit rd. -135 Mio. € negativ ausfallen.

Bereits im Dezember 2019 hat der Vorstand der voestalpine AG weitreichende Entscheidungen auf Basis einer strategischen Analyse getroffen. Dabei wurden die Veränderungen im globalen Wirtschaftsgefüge, allen voran der weltweite Handelskonflikt, aber auch die weitere Entwicklung Europas als Wirtschaftsraum mit sichtlich schwindendem Interesse an einer durchgängigen industriellen Wertschöpfungskette analysiert. Die Analyseergebnisse erforderten bereits damals über die rein kurzfristig operative Optimierung hinausgehende Maßnahmen. Im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 wurden daher Sonderabschreibungen in Höhe von 270 Mio. € als das Ergebnis von damals durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen („Impairment-Test“) vorgenommen. Zusätzlich wurden auch Abwertungen und Vorsorgen für Risiken mit negativen finanziellen Auswirkungen (u.a. Sanierungskosten) von rund 75 Mio. € gebildet. Die Covid-19-Pandemie machte nun eine erneute Evaluierung notwendig.

125 Mio. € Sonderabschreibungen

Die voestalpine AG wird nun (zusätzlich zu den Maßnahmen im Dezember 2019) im Geschäftsjahr 2019/2020 in einigen Geschäftsbereichen Sonderabschreibungen in Höhe von 125 Mio. € vornehmen. Die Werthaltigkeitsprüfungen („Impairment-Test“) ergaben, dass Sonderabschreibungen bei den Gießereien (Traisen und Linz), Nahtlosrohre (Tubulars), Welding Consumables (Schweißbereich), Buderus Edelstahl (Wetzlar, Deutschland), Cartersville und Texas (USA) vorgenommen werden müssen. Die Effekte der Abschreibungen werden sich im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 auf das Ebit auswirken.

Derzeit rd. 18.000 Mitarbeiter in Österreich und 6.000 Mitarbeiter in Deutschland in Kurzarbeit

Wie Ende März angekündigt wurden von rd. 22.300 Mitarbeitern in Österreich bereits rd. 18.000 zur Kurzarbeit angemeldet. Bis Mai wird diese Zahl auf 20.000 steigen. In Deutschland hat die voestalpine knapp 6.000 Mitarbeiter (der insgesamt 8.300 Mitarbeiter) zur Kurzarbeit angemeldet, in Belgien und in den Niederlanden wird derzeit der Einsatz von ähnlichen Modellen geprüft bzw. umgesetzt. Ziel der breitflächigen Anmeldung zur Kurzarbeit in Europa ist, laut voestalpine, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern zu halten.

Ausblick GJ 2019/20: operatives Ergebnis (Ebitda) von über 1,1 Mrd. € erwartet

Basierend auf diesen außerordentlichen einmaligen Maßnahmen rechnet der Vorstand der voestalpine AG aus heutiger Sicht für das am 31. März 2020 abgelaufene Geschäftsjahr mit einem geringfügig reduzierten (gegenüber dem Ende 2019 erfolgten Ausblick) operativen Ergebnis (Ebitda) von über 1,1 Mrd. €. Betreffend Ebit kann der bisherige Ausblick nicht aufrecht erhalten bleiben. Das Betriebsergebnis (Ebit) wird sich mit rd. -135 Mio. € negativ entwickeln (bisheriger Ausblick: „gerade noch positives Ebit“). Um die Finanzierungskraft sicherzustellen, arbeitet die voestalpine weiterhin mit Hochdruck an der Umsetzung der angekündigten Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramme. Der Fokus liegt darüber hinaus weiterhin auf Cashflowoptimierung und Vorräteabbau, Investitionen werden zurückgenommen. Das in Bau befindliche Edelstahlwerk in Kapfenberg wird fortgeführt.

voestalpine AG

Schlagworte

CoronaWirtschaft

Verwandte Artikel

Gregor Machura (Hauptgeschäftsführer des Deutschen Stahlbau-Verbands DSTV e.V. und bauforumstahl e.V.)
30.07.2026

Stahlbauer fordern verbesserte Sanierungskonzepte

Der Deutsche Stahlbau-Verband DSTV e.V. und bauforumstahl e.V. fordern einen grundlegenden Kurswechsel beim Umgang mit der alternden Brückeninfrastruktur in Deutschland.

Bauindustrie Bauwerk Bonn Brücke Bund Deutschland EU HZ Industrie ING Investition Logistik Modernisierung Montage Neubau NRW Politik Sachsen Sanierung Strategie Technik Wirtschaft
Mehr erfahren
Der Standort von HKM am Rhein
29.07.2026

Vertragsabschluss für Bau eines EAFs bei HKM

HKM und Tenova haben am 28.07.2026 einen Vertrag über Lieferung, Errichtung und gemeinsame Inbetriebnahme eines Elektrolichtbogenofens geschlossen.

Anlagen Bepro Bund Dekarbonisierung Deutschland DSV Duisburg Einsatzstoffe Eisenschwamm Elektrolichtbogenofen Energie Energieeffizienz EU Gasreinigung HKM HZ Inbetriebnahme Industrie ING Klima Klimaschutz Lichtbogenofen Lieferung Produktion Prozessgase Salzgitter Salzgitter AG Schrott Stahl Stahlerzeugung Stahlindustrie Stahlproduktion Strategie Tenova Transformation Vorstand Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
22.07.2026

Rohstahlproduktion in Deutschland erholt sich

Laut WV Stahl hat sich die Rohstahlproduktion im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum erholt. Die Stahlnachfrage bleibt allerdings weiterhin auf einem nie...

Anlagen Anlagenbau Automobil Berlin Deutschland Energie Entwicklung EU Europa Handel Industrie ING Investition Klima Kontingente Nachhaltigkeit Produktion Rohstahlproduktion Stahl Stahlindustrie Stahlmarkt Stahlproduktion Stahlunternehmen Unternehmen USA Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung Zahlen
Mehr erfahren
Stefan Rauber, Vorstandsvorsitzender von Saarstahl und Dillinger
21.07.2026

SHS begrüßt verhalten die Vorschläge zum EU-Emissionshandel

Sie enthalten aus Sicht der saarländischen Stahlindustrie zwar Änderungen. Sie lassen jedoch zugleich erkennen, dass die Europäische Kommission an den Grundprinzipien des...

Bund CO2 Dillinger DSV Energie Entwicklung EU Europa Handel Industrie ING Investition Klima Klimaschutz Politik Saarstahl Stahl Stahlindustrie Transformation Unternehmen USA Vorstand Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
Giuseppe Pasini, Präsident der Feralpi Group
17.07.2026

Feralpi Group mit positiven Ergebnissen in 2025

Positiv entwickelt haben sich u.a. die Stahlproduktion mit 2,7 Millionen Tonnen (ein Plus von 4,7 % im Jahresvergleich) und der Umsatz mit 1,7 Milliarden Euro (ein Plus v...

Arbeitssicherheit Asien Bramme Bund China CO2 CO2-Emissionen Coils Deutschland Digitalisierung Emissionen Energie Entwicklung Ergebnis Essen EU Europa Forschung Handel IBU Indien Industrie ING Innovation Investition Italien KI Klima Kreislaufwirtschaft Legierungen Logistik Managementsystem Materialeffizienz Messung Nachhaltigkeit Nordamerika Optimierung Produktion Produktionsprozess Rohstahlproduktion Russland Schlacke Schrott Schulung Sensorik Stahl Stahlproduktion Stahlwerk Umschlag Umwelt Unternehmen USA Walzwerk Weiterbildung Wettbewerb Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren