Unternehmen Wirtschaft
produziert amvoestalpine Tubulars produziert am Standort Kindberg höchstbelastbare Nahtlosrohre für die weltweite Öl- und Gasindustrie. - Foto: voestalpine
12.02.2020

voestalpine Tubulars: Kurzarbeit durch US-Strafzölle und Ölpreisverfall

voestalpine Tubulars, ein Joint Venture zwischen dem österreichischen Technologiekonzern voestalpine und dem amerikanischen Konzern NOV Grant Prideco, produziert am Standort Kindberg höchstbelastbare Nahtlosrohre für die weltweite Öl- und Gasindustrie. Das Unternehmen hat eine Exportquote von mehr als 95 % und ist seit Juni 2018 massiv von den 25-prozentigen US-Zoll-Tarifen auf Stahl- und Aluminiumprodukte („Section 232“) betroffen. Die Anmeldung von Kurzarbeit für bis zu 950 von aktuell 1.100 Mitarbeitern ab März 2020 soll dabei unterstützen, das aktuell schwierige wirtschaftliche Umfeld zu überbrücken.

Die Produktion im Werk Kindberg wurde bereits im Sommer 2019 infolge der US-Strafzölle von einem Vier-Schicht-Betrieb – der Maximalauslastung des Werkes – auf einen der Normalkapazität entsprechenden Drei-Schicht-Betrieb umgestellt. Bisherige intensive Bemühungen zur Erlangung von Ausnahmegenehmigungen von diesen Zöllen haben bis dato zu keinem Erfolg geführt. Darüber hinaus hat der niedrige Öl- und Gaspreis in den vergangenen Monaten einen starken Rückgang des Bedarfes an Öl- und Gasfeldrohren in Nordamerika bewirkt und damit die Marktsituation nochmals deutlich verschlechtert.

„Während wir den äußerst schwierigen Rahmenbedingungen in unserem wichtigsten Markt, den USA, bislang durch Kostensenkungsprogramme sowie der forcierten Diversifizierung unseres Produktportfolios entgegenwirken konnten, zwingt uns die aktuelle Marktentwicklung weitere Maßnahmen am Standort Kindberg zu ergreifen. Um die dritte Schicht des Unternehmens weiterführen und unsere Mitarbeiter langfristig halten zu können, werden wir in den kommenden zwei Wochen Gespräche mit dem Betriebsrat, den Sozialpartnern und dem Arbeitsmarktservice zur Vereinbarung der Möglichkeit von Kurzarbeit führen. Diese soll ab März für bis zu maximal 950 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeitweise zur Anwendung kommen. Ziel ist es, uns für die kommenden sechs Monate, in denen wir mit einem weiterhin sehr volatilen Marktumfeld rechnen, mehr Flexibilität zu verschaffen“, erklärte Franz Kainersdorfer, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der Metal Engineering Division, Ende letzter Woche. Bereits 2016 hat eine ähnliche Kurzarbeitsregelung sehr geholfen, eine konjunkturell schwierige Phase gut zu überstehen und Arbeitsplätze abzusichern.

voestalpine Tubulars erzielte im GJ 2018/19 einen Umsatz von 534 Mio. € und verfolgt bereits eine Ausweitung der Absatzregionen und Produkte, um die Abhängigkeit von den USA zu reduzieren und den Wettbewerbsdruck zu verringern. Die voestalpine hat in den letzten fünf Jahren über 120 Mio. € in die Qualitätssteigerung und Weiterverarbeitung der Hightech-Nahtlosrohre in Kindberg investiert.

An den anderen österreichischen voestalpine-Standorten stehen weiterhin der Überstundenabbau, die Reduktion des Leasingpersonals und das Nichtnachbesetzen von freiwerdenden Stellen im Fokus der laufenden Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramme.

voestalpine

Schlagworte

RohreWirtschaft

Verwandte Artikel

Von links: Jacobus Steyn, Leiter des Geschäftsbereichs Energie bei Alleima; Hanhee Lee, Vizepräsidentin der Abteilung Wachstum/Beschaffung bei Doosan Enerbility; Göran Björkman, Geschäftsführer bei Alleima; Alistair Black, Vizepräsident für den Geschäftsbereich Großbritannien bei X-Energy; Robert Leone, leitender Direktor für die Lieferkette bei X-Energy; und Carl von Schantz, Leiter des Geschäftsbereichs Rohre bei Alleima.
05.11.2026

Alleima erhält ersten Auftrag für Rohrleitungen für Kernreaktoren

Alleima hat von Doosan Enerbility seinen ersten Auftrag über Dampferzeugerrohre für einen heliumgekühlten kleinen modularen Reaktor (SMR) der nächsten Generation erhalten...

Elektrifizierung Energie Entwicklung EU Getriebe Industrie Investition Kernenergie Produktion Rohre Sandvik Schweden Temperatur Tube Unternehmen USA Werkstoff Werkstoffe Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Visualisierung der Direktreduktionsanlage von thyssenkrupp Steel in Duisburg: Der angepasste Förderbescheid schafft eine verlässliche Grundlage für die weitere Umsetzung des Dekarbonisierungsprojekts tkH2Steel.
03.11.2026

Förderung stärkt Dekarbonisierungsprojekt tkH2Steel

thyssenkrupp Steel hat den Änderungsbescheid zur Förderung seines Dekarbonisierungsprojekts tkH2Steel erhalten. Diese bereits angekündigte Anpassung der Förderauflagen is...

Anlagen Anpassung CO2 Dekarbonisierung Direktreduktion Duisburg Emissionen Entwicklung Erdgas EU EU-Kommission Europa Förderung Hochofen IBU Industrie ING Klima Klimaziel Klimaziele Lieferketten Marktbedingungen Produktion Schmelze Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Steel Europe Thyssenkrupp Steel Europe AG Transformation Transport Unternehmen Vorstand Wasserstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
Symbolbild: Die KAMAG IHT (Industrial Lift Transporter) übernehmen künftig zentrale Transportaufgaben innerhalb des neuen EAF-Stahlwerks von JFE Steel. Insgesamt liefert TII KAMAG vier Fahrzeuge dieses Typs.
03.11.2026

JFE Steel setzt bei neuem EAF-Stahlwerk auf Intralogistik von TII KAMAG

Die japanische JFE Steel Corporation hat TII KAMAG mit der Lieferung von zwei KAMAG SPC Schlackenkübeltransportern (SPC) sowie vier KAMAG Industriehubtransportern (IHT) b...

Anlagen Bund Dekarbonisierung EAF Elektrolichtbogenofen Emissionen EU HZ Industrie ING Japan JFE Steel Corporation Lichtbogenofen Lieferung Logistik Modernisierung Neubau Produktion Produktionsprozess Recycling Schlacke Schrott Stahl Stahlherstellung Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Transformation Transport Unternehmen USA Walzwerk Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Schwankende Schrottzusammensetzungen und unerwünschte Verunreinigungen erschweren das Metallrecycling. Die Verunreinigungen können die Qualität recycelter Legierungen und damit ihren Einsatz beeinträchtigen. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz gelingt es nun diese Verunreinigungen gezielt zu nutzen, um bessere Legierungen zu entwickeln.
30.10.2026

KI entwickelt leistungsfähige Legierungen aus Metallschrott

Ein internationales Forschungsteam hat nun eine Strategie auf Basis von KI und maschinellen Lernens entwickelt, um Verunreinigungen im Metallschrott gezielt als Legierung...

Aluminium Anpassung Bund China CO2 CO2-Emissionen Deutschland Emissionen Energie Energiewirtschaft Entwicklung Ergebnis EU Forschung Gusseisen HZ Importe Industrie ING KI Legierungen Max-Planck-Institut Optimierung Produktion Prozesssteuerung Recycling Schrott Shanghai Steuerung Strategie Temperatur Umwelt USA Werkstoff Werkstoffe Wirtschaft
Mehr erfahren
Alleima beliefert die Kernkraftindustrie seit mehr als 60 Jahren
28.10.2026

Alleima liefert Rohre für neues Kernkraftwerk in England

Alleima hat einen neuen Auftrag zur Lieferung von Rohren für das Projekt Sizewell C in Großbritannien erhalten.

Aleima EU Großbritannien Industrie KI Lieferung Rohre Tube Unternehmen Werkstoff Werkstoffe
Mehr erfahren