Wirtschaft
Abb.: ArGeZ
01.09.2026

ArGeZ: Geschäftsklima September 2026

Die Geschäftslage in der deutschen Zulieferindustrie hat sich im September 2026 erneut verbessert. Die saisonbereinigte Bewertung der aktuellen Lage stieg um 1,1 Punkte auf -0,9. Damit rückt die Nulllinie erstmals seit Juli 2023 in greifbare Nähe. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate gaben dagegen um 1,7 Punkte auf 1,7 nach, bleiben aber den zweiten Monat in Folge im positiven Bereich.

Die Entwicklung fügt sich in ein gesamtwirtschaftliches Bild. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im September auf 89,9 Punkte, nach 88,8 im August. Für das Verarbeitende Gewerbe zeichnet das Institut allerdings ein gemischtes Bild: Die Verbesserung beruhte vor allem auf besseren Erwartungen, während Unternehmen ihre aktuelle Lage etwas schlechter einschätzten, weiterhin mit dem Auftragsbestand unzufrieden sind und die Automobilbranche sich auf schwierigem Terrain bewegt.

Auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben in ihrer Gemeinschaftsdiagnose die Prognose angehoben: Für 2026 rechnen sie mit einem Wachstum von 1,3 Prozent, nachdem sie im Frühjahr von lediglich 0,6 Prozent ausgegangen waren. Getragen wurde dies vor allem von Exporten und Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe, die sich im ersten Halbjahr stärker als erwartet entwickelten.

Der Titel der Gemeinschaftsdiagnose – „Aufschwung mit Strukturproblemen" – beschreibt auch die Situation der Zulieferer treffend. Die bessere Lagebeurteilung zeigt, dass die Erholung allmählich in den Betrieben ankommt. Der Rückgang bei den Erwartungen bestätigt jedoch, dass der Sprung ins Positive im Vormonat zu einem guten Teil von Hoffnung und Basiseffekten getragen war. Die Institute sehen den Aufschwung zudem durch hohe Energiepreise, strukturelle Probleme und ein sinkendes Erwerbspersonenpotenzial begrenzt.

Die Zulieferindustrie bewegt sich damit weiter in die richtige Richtung, von einer gefestigten Erholung ist sie aber noch ein gutes Stück entfernt. Entscheidend wird sein, ob sich die bessere Auftragslage in den kommenden Monaten verstetigt und ob die strukturellen Belastungen am Standort Deutschland den zarten Aufschwung nicht wieder ausbremsen.

(Quelle: Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ))

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