Fachbeitrag Technik
Bei der thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH werden hochfeste bainitische Stähle für den Fahrzeugbau produziert - Foto: thyssenkrupp
01.10.2019

Neue hochfeste bainitische Stähle für den Fahrzeugbau

Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich um eine Artikelvorschau aus unserer Fachzeitschrift STAHL + TECHNIK. Den vollständigen Artikel können Sie hier im E-Paper lesen. Im aktuellen Heft sowie im Archiv finden Sie viele weitere interessante Berichte. Schauen Sie doch dort mal vorbei.
Stahl + Technik (Artikelvorschau)

Mikrolegierte hochfeste Warmbandstähle mit attraktiven Eigenschaften

Neue hochfeste bainitische Stähle für den Fahrzeugbau

Bainitische Stähle sind eine neue Klasse von hochfesten kaltumformbaren Stählen mit verbesserten Verarbeitungseigenschaften. Die von der thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH neu entwickelten precidur®-Warmbandsorten HBS 600, HBS 800, HBS 900, HBS 1000 und HBS 1000 HE sind nun für den Einsatz in der Automobilindustrie verfügbar. Ihre besonderen Eigenschaften zeigen sich insbesondere bei der Umformung geschnittener Kanten und gestanzter Löcher sowie beim Schweißen. Ihr mikrolegiertes Analysekonzept, gepaart mit einer quasi-einphasigen Bainitstruktur, führen zu diesen attraktiven Eigenschaften. Das Werkstoffspektrum mikrolegierter Stahlkonzepte ist damit um höchstfeste Stähle erweitert.

Der vollständige Artikel ist erschienen in STAHL+TECHNIK 1 (2019) Nr. 10, S. 24 ff.

Werkstoffklassen, wie mikrolegierte Feinkornstähle, Mehrphasenstähle und zunehmend neuartige Komplexphasenstähle, bieten jeweils eigene Verarbeitungseigenschaften bei zum Teil sehr ähnlichen bis deckungsgleichen Festigkeitsspannen. Ein Grund für diese stetige Diversifizierung der hochfesten Stahlwerkstoffe sind die Designanforderungen moderner Strukturbauteile unter Berücksichtigung ihres Fertigungsprozesses. Moderne Werkstoffblätter wie das VDA-Werkstoffblatt VDA 239-100 oder die Normen DIN EN 10338, DIN EN 10346 und DIN EN 10149 ermöglichen konstruktiven Spielraum, um für den jeweiligen Anwendungsfall den passenden Werkstoff auszuwählen [1…4]. Dies spiegelt sich auch in Unternehmensnormen wie der VW 50065 wider [5]. Insbesondere neue höchstfeste Stähle wurden in den vergangenen Jahren aufgenommen und das Spektrum durch neue Werkstoffklassen kontinuierlich erweitert. Wo früher weichere Baustähle und Feinkornbaustähle mit extrem hohen Umformreserven eingesetzt wurden, sind heute Stähle mit Zugfestigkeiten von über 800 MPa im Einsatz. Wie schon die sog. Werkstoffbanane recht anschaulich offenbart, Bild 1, besteht ein physikalischer Zusammenhang zwischen Umformbarkeit und Festigkeit. Höherfeste Werkstoffe zeigen sich darin generell weniger umformbar als niederfeste Werkstoffe. Dies führt auch zu einer genaueren Betrachtung der tatsächlich verfügbaren und benötigten Umformbarkeit [6; 7]. Neben einer Unterscheidung von globaler Umformbarkeit, wie sie beispielsweise beim Tiefziehen und Streckziehen benötigt wird, und der lokalen Umformbarkeit, wie z.B. beim Bördeln und Biegen, ist die Beständigkeit des Werkstoffs gegen Einflüsse des Schneidens und Stanzens in den Vordergrund gerückt. Gewünscht ist ein Werkstoffkonzept mit möglichst hohen lokalen Bruchdehnungen bei gleichzeitiger Unempfindlichkeit gegenüber den beim Trennen verursachten Schädigungen an den Stanzkanten. Perlitfreie Feinkornstähle haben sich hierfür bereits als Lösung etabliert, jedoch sind diese in ihrer maximalen Festigkeit beschränkt.

Autoren: Maximilian Nagel, Dr. Stephan Kovacs, Markus Kaizik, Dr. Andreas Tomitz, Dr. Henrike Bröker, Dr. Heike Denecke-Arnold, thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH, Hagen-Hohenlimburg.

Gesamten Beitrag lesen Abo abschließen

Schlagworte

AutomobilFahrzeugbauStahlverarbeitungWarmbandstahl

Verwandte Artikel

16.10.2026

Kritik an den EU-Exportbeschränkungen für Altmetall

Europas Metallrecycling-Unternehmen fürchten um Absatzmärkte in Asien und Nordafrika

Altmetall Aluminium Anlagen Asien Automobil Berlin Energie Essen EU EU-Kommission Europa Handel Indien Industrie ING Investition Kreislaufwirtschaft Maschinenbau Messe OECD Politik Recycling Rohstoffe Schrott Stahl Technik Umwelt Unternehmen USA Vietnam Wettbewerb Wirtschaft WTO
Mehr erfahren
09.10.2026

thyssenkrupp Automotive Technology eröffnet neues Entwicklungszentrum für Fahrwerkstechnologien

Unternehmen baut Präsenz in Indien in Entwicklung, Einkauf und Vertrieb aus; lokale Produktion bei entsprechenden Kundenprojekten geplant

Automobil Automotive Entwicklung EU Forschung Indien Industrie ING Produktion Software Transformation Unternehmen USA Vertrieb
Mehr erfahren
07.10.2026

EU-Stahlexporte sinken

Nach Angaben des europäischen Stahlverbands EUROFER sind die EU-Stahlexporte in Drittländer im ersten Halbjahr 2026 um 20 Prozent zurückgegangen

Automobil China Energie EU EUROFER Europa Handel HZ Importe Indien Industrie ING Investition LED Maschinenbau Produktion Rohstahlproduktion Stahl Stahlhandel Stahlindustrie Stahlmarkt Stahlproduktion Wettbewerb
Mehr erfahren
Mit der Neuausrichtung werden die Kompetenzen für Lenkung, Dämpfung sowie Achs- und Systemlösungen gebündelt
02.10.2026

thyssenkrupp Automotive Technology richtet Fahrwerksgeschäft neu aus

Neue Aufstellung verbindet globale Technologiekompetenz mit stärkerer regionaler Verantwortung.

Anpassung Automobil Automotive Bund China Ennepetal Entwicklung Essen EU Europa Forschung Industrie ING Nordamerika Produktion Steuerung Unternehmen Verlag Wettbewerb Zulieferindustrie
Mehr erfahren
01.09.2026

ArGeZ: Geschäftsklima September 2026

Die Geschäftslage in der deutschen Zulieferindustrie hat sich im September 2026 erneut verbessert. Die saisonbereinigte Bewertung der aktuellen Lage stieg um 1,1 Punkte a...

ArGeZ Automobil Deutschland Energie Entwicklung EU Forschung Industrie ING Klima LED Unternehmen Wirtschaft Zulieferindustrie
Mehr erfahren