Fachbeitrag Statement
Schrittweise oder disruptiv zu grünem Stahl
31.10.2019

Eine Industrie im Wandel

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Stahl + Technik (Artikelvorschau)

Paul Wurth stellt sich den Megatrends „Decarbonisierung“ und „Industrie 4.0“

Eine Industrie im Wandel

An der Seite unserer Kunden erleben wir jeden Tag, dass die Stahlbranche aktuell mit großen Herausforderungen, besonders in der Energie- und Klimapolitik konfrontiert ist. Mit rd. 7 % der globalen CO2-Emissionen zählt die Eisen- und Stahlindustrie zu den größten industriellen Emittenten von Treibhausgasen. Im Hinblick auf die Ziele des Pariser Klimaabkommens zur Begrenzung der globalen Erderwärmung müssen Stahlwerkseigner und -betreiber drastische Maßnahmen ergreifen, um den Vorgaben für die zukünftige Reduzierung der CO2-Emissionen nachzukommen. Eines der heute wahrscheinlichsten Szenarien, das auch wir als Anlagenbauer befürworten, ist die wasserstoffbasierte Eisenerzreduktion, bei der grüner Wasserstoff den fossilen Kohlenstoff im Reduktionsprozess ersetzt. Eine besondere Herausforderung dabei ist aber die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff im industriellen Maßstab und nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Der vollständige Artikel ist erschienen in STAHL+TECHNIK 1 (2019) Nr. 11, S. 40 ff.

Während verschiedene unserer Kunden, wie Salzgitter, thyssenkrupp und Tata Steel, den technologischen Umstieg auf wasserstoffbasierte Stahlherstellung heute schon konkret ins Auge fassen und bis 2050 vollziehen möchten, versuchen andere integrierte Hüttenwerke die CO2-Bilanz ihrer koksbasierten Hochofentechnik über eine schrittweise Umsetzung von CO2-reduzierenden Maßnahmen zu verbessern. So wie Paul Wurth über Jahrzehnte die Technik der traditionellen Roheisenherstellung dank seiner revolutionären Erfindungen, wie etwa dem glockenlosen Gichtverschluss, geprägt hat, möchten wir auch heute unsere Kunden auf dem Weg zu einer CO2-armen bzw. CO2-freien Eisenerzreduktion begleiten, Bild 1.

Hin zu grünem Stahl

Unsere Überlegungen zum Einsatz von Wasserstoff in der Roheisenherstellung brachten uns in Kontakt mit dem deutschen Clean-Tech-Unternehmen Sunfire GmbH aus Dresden, an dem wir im Dezember 2018 eine Minderheitsbeteiligung übernahmen. Sunfire entwickelt und produziert eigene Hochtemperatur-Elektrolyseure (SOEC) und Hochtemperatur-Brennstoffzellen (SOFC). Grüner Wasserstoff wird auf Basis von Ökostrom in der effizienten Hochtemperatur-Elektrolyse durch Nutzung von Abwärme in Form von Wasserdampf etwa aus Industrieprozessen erzeugt.

In der Stahlerzeugung über die Wasserstoff-Route reduziert der erzeugte Wasserstoff das Eisenerz in einer Direktreduktionsanlage. Danach würde in einem mit erneuerbarer Energie betriebenen Elektrolichtbogenofen grüner Stahl produziert werden. Als Lizenznehmer für den Bau von Midrex®-Direktreduktionsanlagen und angesichts der führenden Position der SMS group im Bereich Elektroöfen sind wir optimal aufgestellt, die Entwicklung innovativer, CO2-freier Lösungen zur Stahlherstellung voranzutreiben, Bild 2.

Autor: Georges Rassel, Vorstandsvorsitzender, Paul Wurth und Geschäftsbereichsleiter Metallurgie und Umweltschutz, SMS group GmbH, Düsseldorf.

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Schlagworte

grüner StahlIndustrie 4.0StahlerzeugungStahlherstellungUmweltschutzWasserstoff

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