Unternehmen News
In das Umweltprojekt neue Rundkühlerentstaubung mit eingebautem Wärmerückgewinnungssystem investieren Dillinger und Saarstahl 28 Millionen € - Photo: Uwe Braun - SHS – Stahl-Holding-Saar
19.03.2021

Mehr Energie und weniger Emissionen

Die Umwelt profitiert von neuer Rundkühlerentstaubung

Die neue Entstaubungsanlage des Rundkühlers mit eingebautem Wärmerückgewinnungssystem an der Sinteranlage 3 der ROGESA Roheisengesellschaft Saar mbH, einer gemeinsamen Tochter von Dillinger und Saarstahl, leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Umweltschutzes am Standort Dillingen. Das Umweltprojekt entspricht einer Investitionssumme von 28 Millionen Euro.

Die Wärmerückgewinnung erzeugt einen zusätzlichen energetischen Nutzen von 82.000 MWh, was einer CO2-Einsparung von ca. 25.000 Tonnen pro Jahr entspricht. Die Rundkühlerentstaubung selbst reduziert die Staubemissionen am Rundkühler deutlich. Auch wenn aktuell das große Thema der „grünen“ Stahlproduktion der Einsatz von Wasserstoff ist, wird es noch lange Zeit dauern, bis genügend Wasserstoff in industriell nutzbaren Mengen zur Verfügung stehen wird. Bis es soweit ist, optimieren Dillinger und Saarstahl die bestehenden Anlagen im Sinne von Nachhaltigkeit und Klimaschutz auf dem Weg zur Herstellung von CO2-neutralem Stahl. Die beiden Unternehmen haben alleine in den letzten beiden Jahren Umweltinvestitionen in Höhe von 70 Millionen Euro auf den Weg gebracht.

Durch die neue Rundkühlerentstaubung ist es uns gelungen, eine Win-Win-Situation für Umwelt und Wirtschaftlichkeit zu schaffen. Die gewonnene Energie der Wärmeauskopplung reduziert CO2 und erzeugt mehr Strom, der nicht zugekauft werden muss. Gleichzeitig werden die Staubemissionen noch weiter reduziert und wiederverwertet: So arbeiten wir weiter daran, dass die nachhaltigsten Stahlunternehmen an der Saar stehen.“ freut sich Martin Baues, Technischer Vorstand von Dillinger und Saarstahl, über die neue Rundkühlerentstaubung.

Eine großflächige Abdeckung des Rundkühlers gewährleistet, dass die beim Abkühlen des Sinters entstehende Abluft von 350 und 400 Grad Celsius inkl. der entstehenden Staubemissionen kontrolliert abgesaugt werden um sie in einem ersten Schritt einer Wärmeauskopplung und daran anschließend einer Filteranlage zuzuführen.

Im Rahmen der Wärmeauskopplung wird die Wärme aus der Luft an einen Heißwasserkreislauf übertragen. Dabei entsteht ca. 190 Grad Celsius heißes Wasser, das unter hohem Druck zur Vorwärmung des Kondensatkreislaufs im Gichtgaskraftwerk sowie zur Speisewasser-vorwärmung in den Unternehmen am Standort genutzt wird. Die abgeschiedenen Staubpartikel aus der Filteranlage werden in den Produktionskreislauf zurückgeführt und in der Sinteranlage wiederverwertet. Im Sinne der nachhaltigen Ressourcenschonung wird darauf geachtet, dass möglichst viele Rohstoffe und Energie in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden.

Sehr feinkörnige Eisenerze können einen Hochofen verstopfen. Daher wird beim Sintern ein Mischgut aus feinkörnigen Eisenerzen, Koks und anderen Kreislaufstoffen erhitzt und durchgebrannt. Dabei gehen die Eisenerze eine feste grobkörnigere Verbindung ein, den Sinterkuchen. Dieser wird am Ende des Prozesses wieder zu einer definierten Größe zerkleinert. Dieser fertige Sinter wird im Hochofen verhüttet. Kleinere Partikel unterhalb der geforderten Größe werden wiederverwendet und erneut gesintert.

Der Rundkühler ist ein rotierendes Band, auf dem der Sinter vor der Weiterverarbeitung abkühlt. Bei Beginn der Kühlung hat der Sinter eine Temperatur von ca. 1000 Grad Celsius.

(Quelle: SHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA )

In das Umweltprojekt neue Rundkühlerentstaubung mit eingebautem Wärmerückgewinnungssystem investieren Dillinger und Saarstahl 28 Millionen € - Photo: Uwe Braun - SHS – Stahl-Holding-Saar
Photo: Uwe Braun - SHS – Stahl-Holding-Saar

Schlagworte

DillingerEntstaubungSaarstahlSHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaAUmweltschutz

Verwandte Artikel

Dr. Karl-Ulrich Köhler
18.06.2021

Angebot zur Übernahme von zwei französischen Standorten

Angebot zur Übernahme der beiden französischen Standorte Liberty Ascoval (Saint-Saulve) und Liberty Rail Hayange (Hayange) im Rahmen eines neuen zukunftsweisenden industr...

Liberty Ascova Liberty Rail Hayange SHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA Übernahme
Mehr erfahren
„Dr. Stefan Kaufmann, Bundesinnovationsbeauftragter „Grüner Wasserstoff“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), informiert sich über die Offensive „Grüner Stahl“ und den Einsatz von Wasserstoff am Standort Dillingen: v.l.n.r. Jonathan Weber (COO Dillinger und Saarstahl), Dr. Stefan Kaufmann, Markus Uhl (Mitglied des Bundestages) und Ammar Alkassar (Bevollmächtigter des Saarlandes für Innovation und Strategie, Staatskanzlei des Saarlandes)“
01.06.2021

Innovation für die Zukunft

Stefan Kaufmann, Bundesinnnovationsbeauftragter „Grüner Wasserstoff“ (BMBF), informiert sich über die Offensive „Grüner Stahl“ und den Einsatz von Wasserstoff bei Dilling...

AG der Dillinger Hüttenwerke Grüner Wasserstoff Saarstahl AG SHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA Wasserstoff
Mehr erfahren
Markus Lauer
25.05.2021

Montan-Stiftung-Saar beschließt weitere Weichenstellungen für die Zukunft

Mit dem Ziel der Neu-Ausrichtung der saarländischen Stahlindustrie für die Zukunft hat die Montan-Stiftung-Saar weitere personelle Weichenstellungen in den Führungsgremie...

Montan-Stiftung-Saar Personalien SHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA
Mehr erfahren
30.04.2021

Offensive „Grüner Stahl“: CO2-Einsparung mit „H2Syngas“

Mit „H2Syngas“ setzen Saarstahl und Dillinger gemeinsam mit dem zur SMS group gehörenden luxemburgischen Engineering-Unternehmen Paul Wurth auf die Nutzung von eigenen Pr...

CO2 CO2-Emissionen Dillinger grüner Stahl Paul Wurth SHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA
Mehr erfahren
Bis zu 10 Metern Durchmesser und 1.500 Tonnen Gewicht: Wissenschaftler und Dillinger wollen gemeinsam maßgeschneiderte neue Stahlsorten für die riesigen Monopiles entwickeln und damit zur Senkung von Baukosten von Offshore-Windanlagen beitragen
29.04.2021

Gemeinsames Forschungsprojekt

Bei rund zehn Megawatt Leistung haben Windkraftanlagen auf offener See heute gewaltige Dimensionen. Ihr gigantisches Maschinenhaus mit Generator, Rotor und über hundert M...

Dillinger RWTH Aachen SHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA Steelwind Nordenham Universiät des Saarlandes
Mehr erfahren