Unternehmen Trendthema News
Photo: voestalpine AG
16.06.2021

Patent für CO2-neutrales Vormaterial zur grünen Stahlherstellung

Die voestalpine hat einen großtechnisch realisierbaren Prozess zur Unterstützung einer CO2-neutralen Stahlproduktion ohne den Einsatz von fossilem Kohlenstoff entwickelt und dafür das Schutzrecht vom Europäischen Patentamt erhalten. Das Patent gilt in allen wesentlichen stahlproduzierenden europäischen Ländern. Konkret umfasst das Patent die Herstellung von Eisenschwamm (DRI oder HBI) im Direktreduktionsprozess mittels grünem Wasserstoff und Biogas.

Die europäischen Klimaziele stellen die Stahlindustrie vor tiefgreifende technologische Herausforderungen. Ohne neue Produktionstechnologien ist die politische Vorgabe der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 nicht zu erfüllen. Die voestalpine, die bei Klima- und Umweltschutz weltweit als Benchmark gilt, ist sich ihrer ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung auch hinsichtlich des europaweiten Schutzrechtes zur klimaneutralen Stahlherstellung bewusst. „Wir sind davon überzeugt, dass die Transformation der europäischen Stahlindustrie nur in einer gemeinsamen Kraftanstrengung gelingen kann. Wir setzen auf Kooperation und Dialog mit allen Stakeholdern“, betont Herbert Eibensteiner, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG.

Bei dem von der voestalpine entwickelten Verfahren kommen grüner Wasserstoff und Biogas für die Direktreduktion zum Einsatz. Neben der CO2-Neutralität hat das Verfahren noch weitere Vorteile. So ermöglicht beispielsweise der biogene Kohlenstoff die Aufkohlung des Eisenschwamms für ein effizientes Einschmelzen in Elektrolichtbogenöfen. Der Stahl- und Technologiekonzern wird Lizenzen zum Patent des CO2-neutralen Vormaterials zur Stahlerzeugung vergeben und plant einen Know-how-Transfer mit den Lizenznehmern.

Zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion hat die voestalpine mit greentec steel einen ambitionierten Plan entwickelt. Mit einer Hybridtechnologie unter Einsatz von Elektrolichtbogenöfen könnten in einem ersten Schritt bis 2030 die CO2-Emissionen um rund 30 % gesenkt werden. Um das Ziel einer CO2-neutralen Produktion bis 2050 zu erreichen, strebt der Stahl- und Technologiekonzern langfristig an, den Einsatz von grünem Strom und Wasserstoff sowie des bis dorthin klimaneutralen Vormaterials DRI bzw. HBI im Stahlerzeugungsprozess sukzessive zu erhöhen.

Die voestalpine investiert kontinuierlich in Forschung & Entwicklung neuer Produktlösungen und Prozesse. Durch die Forschungsarbeit von mehr als 700 voestalpine-Mitarbeitern in mehr als 70 Gesellschaften weltweit werden laufend neue Produktlösungen erforscht, getestet und auf den Markt gebracht. Der Konzern hat bereits mehr als 3.200 Patente für Technologien und Produkte angemeldet, zentrale Forschungsfelder sind derzeit die Bereiche Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

(Quelle: voestalpine AG)

Schlagworte

CO2grüner StahlPatentVoestalpine AG

Verwandte Artikel

Laborversuch im 1-kg-Maßstab
29.09.2026

Outokumpu stellt EvoMaterials vor

Proprietäre Technologieplattform für die Herstellung CO₂-armer hochangereicherter Metalle – auf dem Weg zur Pilotproduktion

Bund Chrom DSV Emissionen Entwicklung EU Europa Forschung HZ Industrie ING Innovation KI Klima Legierungen Lieferketten Outokumpu Patent Produktion Projektmanagement Unternehmen USA Vereinbarung Verteidigung Vorstand Werkstoff Werkstoffe Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
23.09.2026

greentec steel: Elektrolichtbogenofen in Linz angeliefert

Wichtiges Etappenziel für Österreichs größtes Klimaschutzprogramm: Das Kernequipment des neuen Elektrolichtbogenofens (EAF) für den voestalpine Standort in Linz ist einge...

Anlagen CO2 CO2-Emissionen Deutschland Donawitz Elektrolichtbogenofen Emissionen Ergebnis EU Europa Inbetriebnahme ING Italien Kernaggregate Klima Klimaschutz Lichtbogenofen Lieferung Österreich Primetals Produktion Schmelze Schmelzen Stahl Stahlerzeugung Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Transport USA Voestalpine Voestalpine AG Vorstand Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Arbeiten am Hochofen A
22.09.2026

Letzter Abstich an Hochofen A bei HKM in Duisburg

Hochofen A wurde nach mehr als 53 Produktionsjahren am vergangenen Samstag in Duisburg dauerhaft außer Betrieb genommen

Bund CO2 CO2-neutral Deutschland DSV Duisburg Elektrolichtbogenofen EU HKM Hochofen HZ IBU Industrie Klima Klimaschutz Klimaziel Klimaziele Kokerei Lichtbogenofen Messe Produktion Roheisen Roheisenproduktion Salzgitter Salzgitter AG Stahl Stahlproduktion Strategie Transformation Transformationsprozess Unternehmen USA Vorstand
Mehr erfahren
Hüttensand
21.09.2026

EUROSLAG-Zahlen 2025 für Produktion und Verwendung von Eisenhüttenschlacken

Im Jahr 2025 wurden in der Europäischen Union etwa 17,8 Millionen Tonnen Hochofenschlacke (HOS, HS) und 16,8 Millionen Tonnen Stahlwerksschlacke (SWS) produziert.

ABB Baustoffe CO2 DSV Eisenhüttenschlacke Europa Forschung Hochofen Industrie ING Klima Klimaschutz Kreislaufwirtschaft Produktion Regelwerk Rohstoffe Schlacke Stahl Stahlindustrie Stahlwerk Vorstand Wirtschaft Zahlen
Mehr erfahren
Giacomo Mareschi Danieli (Mitte), CEO der Danieli-Gruppe, zusammen mit Vertretern von Danieli und GSM Tanzania nach der Vertragsunterzeichnung in der Danieli-Zentrale
16.09.2026

GSM Tanzania bestellt ein neues Walzwerk für Betonstahl und Walzdraht

Fortschrittliche Walztechnologien für eine wettbewerbsfähige Produktion und hochwertige Langprodukte in Ostafrika.

Automatisierung Betonstahl Danieli Danieli S.p.A. Draht Energie EU Investition Italien KI Langprodukte Lieferung Messe Partnerschaft Patent Produktion Prozesssteuerung Stahl Stahlherstellung Stahlmarkt Steuerung Unternehmen USA Walzanlage Walzwerk Wettbewerb Zusammenarbeit
Mehr erfahren