Unternehmen
Bis 2030 soll in den Niederlanden ein Megawindpark entstehen. - Foto: Norbert Pietsch/Pixabay
02.03.2020

Shell: Größte Wasserstoffproduktion Europas geplant

Größtes europäisches Wasserstoffprojekt startet in den Niederlanden

Ein Konsortium aus Gasunie, Groningen Seaports und Shell Nederland hat bekannt gegeben, dass bis 2030 vor der Küste Nordhollands ein Megawindpark von einer Größe zwischen 3 und 4 GW entstehen soll. Das sogenannte NortH2-Projekt soll grünen Wasserstoff aus erneuerbarem Strom erzeugen und könnte somit einige Ziele des niederländischen Klimaabkommens umsetzen. Bis 2040 könnte die Leistung auf etwa 10 GW erhöht werden. Die Erzeugung von grünem Wasserstoff, zunächst in Eemshaven und später möglicherweise auch offshore, wird bis 2040 voraussichtlich bei rd. 0,8 Mio. t/a liegen. Das vermeidet etwa 7 Mt/a CO2. NortH2 hat die Unterstützung der Provinz Groningen und sucht Partner, um das Konsortium zu erweitern und dieses Projekt zu realisieren.

Grüner Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und Solarenergie erzeugt wird, ist von zentraler Bedeutung für das niederländische Klimaabkommen und den europäischen "Green Deal". Derzeit verwendet die Industrie bereits große Mengen Wasserstoff, aber sie werden hauptsächlich aus Erdgas hergestellt. Der Ersatz durch grünen Wasserstoff kann erheblich zur Dekarbonisierung der Industrie beitragen. Da es Schwankungen in der Erzeugung von Solar- und Windenergie gibt, ist es wichtig, sie in andere Energieträger wie Wasserstoff umzuwandeln. Mit den neuesten Technologien ist Wasserstoff relativ einfach und darüber hinaus sicher zu produzieren und kann im Gegensatz zu Elektrizität leicht gespeichert werden.

Erste Windkraftanlagen im jahr 2027

Zunächst sieht NortH2 den Bau komplexer Windparks in der Nordsee vor, die schrittweise auf eine Kapazität von etwa 10 GW anwachsen können. Dies würde ausreichen, um den derzeitigen Stromverbrauch von rd. 12,5 Mio. niederländischen Haushalten zu decken. Dafür müssen viele Windkraftanlagen installiert werden. Die ersten könnten laut eigenen Angaben 2027 fertig sein und vollständig für die Erzeugung von grünem Wasserstoff genutzt werden. Darüber hinaus sieht der Plan den Bau eines großen "Elektrolyseurs" in Eemshaven vor, der Windenergie in grünen Wasserstoff umwandeln wird. Das Konsortium erwägt auch die Möglichkeit, Elektrolyse offshore zu betreiben. Schließlich ist ein intelligentes Verteilnetz in den Niederlanden und Nordwesteuropa erforderlich, um den grünen Wasserstoff hauptsächlich an die Industrie, später aber möglicherweise auch an die Verbraucher zu liefern.

Das Projekt soll noch in diesem Jahr mit dem Start einer Machbarkeitsstudie beginnen. Wenn das Ergebnis erfolgreich ist, hofft das Konsortium, bis 2027 den ersten Wasserstoff zu produzieren. Dies hängt u.a. von den Genehmigungen der Regierungen, der Vergabe neuer Windparkstandorte in der Nordsee, den verfügbaren Standorten für die Wasserstoffanlage bzw. -anlagen und den endgültigen Investitionsentscheidungen der betroffenen Parteien ab. Die Partner von NortH2 gehen davon aus, dass in den ersten Projektphasen möglicherweise verfügbare europäische und nationale Subventionen für die Dekarbonisierung von Energie erforderlich sein könnten. 

Shell

Schlagworte

EnergieWasserstoff

Verwandte Artikel

Rechtsanwältin Melina Jenkner von Heidemann Küthe Rechtsanwälte
09.03.2026

HOK Maschinenbau übernimmt Vermögenswerte der SCHUBERT GROUP

Mit Wirkung zum 1. März 2026 übernimmt die HOK Maschinenbau GmbH aus Hückeswagen im Rahmen einer übertragenden Sanierung die Vermögenswerte sowohl der Schubert Maschinen-...

Anlagen Anlagenbau Automation Automobil Bonn Bund Deutschland Energie Ennepetal Erfolgsfaktor Ergebnis Essen EU Gesellschaft Handel Industrie ING KI Lieferung Mannheim Maschinenbau Messtechnik Metallverarbeitung Modernisierung Optimierung Presse Pressen Reparatur Restrukturierung Sanierung Service Stabstahl Stahl Steuerung Technik TEMA Umformen Umformtechnik Unternehmen Wirtschaft
Mehr erfahren
David Algermissen, Abteilungsleiter Sekundärrohstoffe/Schlackenmetallurgie im FEhS – Institut für Baustoff-Forschung, welches das Projekt koordiniert hat: „Die Arbeiten mit diesem großartigen Konsortium waren sehr erfolgreich. Es konnte sowohl Basiswissen rund um die Elektroroheisenschlacke aufgebaut werden bis hin zu Pilotversuchen zur Erzeugung von Hüttensand 2.0 im Tonnenmaßstab und die Prüfung im Zement und Beton. Nächste Schritte sind die normativen und rechtlichen Rahmenbedingungen, damit das Material auch zeitnah seinen Weg in den Markt finden kann, sobald die Schlacke bei thyssenkrupp entsteht.“ Das im Jahr 2021 gestartete Forschungsvorhaben „SAVE CO2“ von thyssenkrupp Steel, Heidelberg Materials, dem Institut für Technologien der Metalle der Universität Duisburg-Essen, Fraunhofer UMSICHT und FEhS-Institut wurde im Rahmen der Fördermaßnahme KlimPro-Industrie vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie der Europäischen Union/NextGenerationEU gefördert und durch den DLR Projektträger betreut.
05.03.2026

Schlacken aus dekarbonisierter Stahlherstellung für Zement geeignet

Neue Schlacken, die bei der dekarbonisierten Stahlherstellung auf der Direktreduktionsroute im Einschmelzer entstehen, eignen sich als latent hydraulische Bindemittel in...

Bund CO2 CO2-Emissionen Direktreduktion Duisburg Einsatzstoffe Eisenschwamm Emissionen Energie Ergebnis Essen EU Forschung Forschungsprojekt Fraunhofer Hochofen Industrie ING Klima Metallurgie Produktion Roheisen Rohstoffe Schmelze Stahl Stahlherstellung Technik Thyssen thyssenkrupp Umwelt Wirtschaft
Mehr erfahren
Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl
05.03.2026

Industrial Accelerator Act bleibt weit hinter dem Notwendigen zurück

Mit dem aktuell veröffentlichten Vorschlag zum Industrial Accelerator Act (IAA) stuft die Europäische Kommission die Stahlindustrie nun offiziell als strategischen Sektor...

Automotive Bund Energie Essen EU Industrie ING Investition Klima Klimaziel Klimaziele LED Lieferketten Nachhaltigkeit Produktion Stahl Stahlindustrie Transport Verteidigung Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
ür die Strecke des Wasserstoffkernnetzes zwischen Wefensleben und Salzgitter sowie zwischen Angersdorf und Preußlitz liefern die Mannesmann Grossrohr GmbH und die Mannesmann Line Pipe GmbH die Rohre
03.03.2026

Mannesmann-Rohre für das Wasserstoffkernnetz und für grünen Stahl

Die Ontras Gastransport GmbH aus Leipzig vergibt Großaufträge an zwei Rohrgesellschaften aus dem Salzgitter-Konzern.

Brandenburg CO2 Deutschland Energie Energiewende Essen EU Gesellschaft Handel IBU ING KI Lieferung Messe Neubau Produktion Rohre Salzgitter Salzgitter AG Stahl Stahlherstellung Transformation Transport Wasserstoff
Mehr erfahren
03.03.2026

Top-Platzierungen für das Nachhaltigkeitsengagement von Swiss Steel Group

Swiss Steel Group, ein weltweit führender Akteur bei der Produktion von grünem Stahl, wurde von EcoVadis mit der Platin-Medaille ausgezeichnet.

Auszeichnung CDP CO2 Emissionen Energie EU Gesellschaft Green Steel Industrie ING Innovation Klima Klimaschutz Klimawandel Kreislaufwirtschaft LED Lichtbogenofen Nachhaltigkeit Produktion Schweiz Stahl Stahlindustrie Steuerung Strategie Swiss Steel Group TEMA Transformation Unternehmen USA Wirtschaft
Mehr erfahren