Unternehmen
thyssenkrupp hat eine umfangreiche Restrukturierung des Geschäftsbereichs Federn und Stabilisatoren beschlossen - Foto: thyssenkrupp
28.04.2020

thyssenkrupp schließt Stabilisatorenwerk in Olpe

Restrukturierung des Geschäftsbereichs Federn und Stabilisatoren

thyssenkrupp hat eine umfangreiche Restrukturierung der deutschen Standorte des Geschäftsbereichs Federn und Stabilisatoren beschlossen. Das Restrukturierungskonzept sieht die Beendigung der Fertigung von Stabilisatoren am Standort Olpe bis Ende 2021 vor. Der Standort Hagen soll produktseitig neu ausgerichtet und zu einem Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Fertigung von Federn und Stabilisatoren umgebaut werden. Von der Restrukturierung der beiden Standorte in Olpe und Hagen sind rd. 490 Stellen betroffen. Rund 330 davon entfallen dabei auf den Standort Olpe. Gemeinsam mit der Mitbestimmung sollen in den kommenden Wochen Vereinbarungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan für die beiden Standorte erzielt werden.

Am Standort in Olpe ist derzeit eine Stammbelegschaft von rd. 330 Mitarbeitenden beschäftigt. Dort wurden bisher Stabilisatoren für die Automobilindustrie hergestellt. Bis Ende 2021 sollen die dort vorhandenen Kundenprojekte abgearbeitet werden und die Produktion danach auslaufen. Dieses und das kommende Jahr sollen dafür genutzt werden, die Beschäftigten durch gezielte Maßnahmen auf eine Anschlussbeschäftigung innerhalb oder außerhalb des Konzerns vorzubereiten. Das konkrete Maßnahmen- und Unterstützungspaket soll in den Gesprächen mit der Mitbestimmung in den kommenden Wochen detailliert ausgearbeitet werden.

Am Standort Hagen werden seit 1925 Federn für Kunden aus der Automobilindustrie produziert. Derzeit ist hier eine Stammbelegschaft von rd. 400 Mitarbeitenden beschäftigt. Zukünftig sollen alle Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten der Federn- und Stabilisatoren-Gruppe in Deutschland in Hagen gebündelt werden. Das umfasst den Prototypenbau, die Fertigung von Stabilisatoren für Kleinserien und das Ersatzteilgeschäft sowie die Federnproduktion für schwere Pkw bzw. Elektrofahrzeuge. Dazu wird das komplette Fertigungskonzept des Standortes überarbeitet und auf eine stärker automatisierte Produktion umgestellt. Durch die Optimierung der Produktionsprozesse entfallen bis Anfang 2022 in Hagen rd. 160 Stellen. In den anstehenden Verhandlungen mit Betriebsrat und Gewerkschaften werden die Details für eine sozialverträgliche Restrukturierung festgelegt.

Der Geschäftsbereich Federn und Stabilisatoren bei thyssenkrupp betreibt derzeit neun Produktionsstandorte in Deutschland, Ungarn, Brasilien, Mexiko und China und beschäftigt weltweit rd. 3.400 Menschen. Im letzten Jahr hatte der Konzern diesen Geschäftsbereich als ein „Geschäft auf dem Prüfstand“ ausgewiesen. Grund dafür war eine deutlich negative Geschäftsentwicklung in den vergangenen drei Geschäftsjahren. Die Business Unit leidet insbesondere unter einem Preisverfall für Federn und Stabilisatoren sowie globalen Überkapazitäten in diesem Produktbereich. Die Restrukturierung der deutschen Standorte ist ein wichtiger Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsbereichs wieder herzustellen.

thyssenkrupp

Schlagworte

AutomobilStahlverarbeitung

Verwandte Artikel

Der Standort in Dünkirchen
13.02.2026

ArcelorMittal baut Elektrolichtbogenofen in Dünkirchen

ArcelorMittal bestätigte den Bau eines Elektrolichtbogenofens (EAF) an seinem Stahlstandort in Dünkirchen – eine Investition von 1,3 Mrd. €, die einen Schritt in der Deka...

Anlagen Anpassung Automobil Dekarbonisierung Dünkirchen Einsparung Elektrifizierung Elektroband Elektrolichtbogenofen Energie Energieeffizienz Entwicklung EU Finanzierung Frankreich Hochofen Inbetriebnahme Industrie ING Investition KI Lichtbogenofen Produktion Roheisen Schrott Stahl Stahlindustrie Stahlmarkt Stahlproduktion Strategie USA Wettbewerb Wirtschaft Zertifikat
Mehr erfahren
voestalpine Standort Linz/Österreich
12.02.2026

voestalpine mit solidem Ergebnis in ersten drei Quartalen 2025/26

Die voestalpine konnte in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26 (1. April 2025 – 31. Dezember 2025) ein sehr solides Ergebnis in einem herausfordernden Um...

Anpassung Automobil Automotive Betriebsergebnis Blech Bleche Deutschland Edelstahl Energie Entwicklung Ergebnis EU Geschäftsjahr HZ Indien Industrie ING Innovation Investition Lagertechnik Maschinenbau Produktion Stahl Stahlproduktion Strategie Technik Transformation Unternehmen USA Verkauf Voestalpine AG Vorstand Werkstoff Werkstoffe Wirtschaft Zahlen
Mehr erfahren
Miguel López, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG:
12.02.2026

thyssenkrupp meldet Ergebnissteigerung für Stahlsparte

Steel Europe verzeichnete trotz niedrigerem Erlös- und Versandniveau eine deutliche Ergebnissteigerung im Vergleich zum Vorjahr, u.a. aufgrund rückläufiger Rohstoffkosten...

Anlagen Anlagenbau Anpassung Automation Automobil Automotive Bund Direktreduktion Distribution DSV Duisburg Einsparung Elektrolyse Energie Entwicklung Ergebnis EU Forschung Gesellschaft HKM HZ IBU Industrie ING Investition Lieferketten Neubau Optimierung Restrukturierung Salzgitter Salzgitter AG Sanierung Service Stahl Strategie Thyssenkrupp AG Thyssenkrupp nucera Thyssenkrupp Steel Europe Transformation Uniper Unternehmen USA Verkauf Vorstand Wasserstoff Werkstoff Wettbewerb Wirtschaft Zahlen
Mehr erfahren
Transport von Kaltband-Coils im SSAB-Werk Borlänge, Schweden
28.01.2026

Rückläufige Märkte prägten die Jahresbilanz 2025 bei SSAB

Das operatives Ergebnis des Konzerns für das Geschäftsjahr 2025 belief sich auf 6.116 (7.860) Millionen SEK – ein Rückgang von 22,2 % gegenüber dem Vorjahr

Automobil Betriebsergebnis Blech CO2 Elektrolichtbogenofen Elektrostahlwerk Ergebnis EU Finnland Geschäftsjahr Grobblech Handel Industrie Investition Klima Kurzarbeit Lichtbogenofen Lieferung Produktion Schweden SSAB Stahl Stahlindustrie Stahlmarkt Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Transformation USA Vertrieb Wettbewerb
Mehr erfahren
22.01.2026

Absichtserklärung für die langfristige Lieferung von Molybdän unterzeichnet

Greenland Resources Inc. (TSX:MOLY, FSE:M0LY) freut sich mitzuteilen, dass das Unternehmen eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, “MoU”) für die langfristi...

Automobil Baumaschinen Bergbau Berlin CO2 CO2-Emissionen Deutschland Emissionen Energie Energiewirtschaft EU GMH Handel Inc. Industrie ING Italien Kanada Langprodukte Lieferung Maschinenbau Nachhaltigkeit Presse Produktion Recycling Rohstoffe Schrott Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Transport Umwelt Unternehmen USA Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren