Unternehmen
Die Reduktionsanlage in Hamburg ebnet den Weg in eine wasserstoffbasierte Zukunft - Foto: ArcelorMittal
18.05.2020

ArcelorMittal: Forschungsprojekt mit HAW Hamburg geplant

Blick auf die Zukunft von Stahlwerken durch Nutzung von Wasserstoff

Heute schon an morgen denken. Ein Grundsatz, der sich auf viele Bereiche des Lebens übertragen lässt. Bei ArcelorMittal bedeutet der Blick in die Zukunft, sich mit Innovationen auseinanderzusetzen, Investitionen zu planen, Betriebskosten abzuschätzen – und das alles mit dem Hintergedanken einer erfolgreichen Umsetzung der Energiewende. Um mögliche Szenarien zu erarbeiten, plant ArcelorMittal zusammen mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg das gemeinsame Forschungsprojekt WiSaNo (Wind-Stahl aus Norddeutschland).

Ausgangslage für das Projekt ist die geplante wasserstoffbasierte Stahlerzeugung. Für die Umsetzung sind hohe Energiemengen erforderlich und im Bereich Nord- und Ostsee ist durch Offshore-Windparks der größte Ausbau an erneuerbaren Energien möglich. Eine innovative Einheit aus Windpark und Stahlwerk birgt großes Nutzungspotential. Damit eröffnen sich vielfältige Chancen für den strukturschwachen Norden.

In einer ersten Voruntersuchung sollen verschiedene Varianten betrachtet werden, um eine Mio. Tonnen Stahl pro Jahr zu produzieren. Für jede Variante soll eine Abschätzung der erforderlichen Windparkgröße, der Investitionskosten und der Produktionskosten für Stahl ermittelt werden. Eine Variante ist beispielsweise ein Windpark mit Reduktionsanlage in Küstennähe gekoppelt mit einem Stahlwerk an einem bereits bestehenden Standort. Der Eisenschwamm in Form von heißbrikettiertem Eisen wird per Bahn oder Schiff durch Deutschland transportiert. Dort können die bereits bestehende Infrastruktur genutzt und so zusätzliche Investitionen vermieden werden. Eine andere Variante wäre, Windpark und Stahlwerk komplett in Küstennähe anzulegen: Der so erzeugte Stahl ist zwar nahezu frei von CO2-Emissionen, der Bau aber mit hohen Investitionen verbunden. Bereits hier wird deutlich, dass jedes Szenario gewisse Vor- und Nachteile mit sich bringt. Bis zum Sommer 2020 sollen insgesamt fünf Varianten beleuchtet werden.

Für den Fall einer Folgefinanzierung schließt sich die zweite Projektphase an. Im Fokus stehen dann die intensive Untersuchung des Zusammenhangs aus Windpark und Stahlwerk und die Entwicklung detaillierter Simulationsmodelle. ArcelorMittal sieht das Forschungsprojekt als große Chance. Durch die Ergebnisse kann die Zukunftsplanung deutlich optimiert werden. Aktuell liegt der Projektantrag zur Prüfung beim Umweltministerium.

ArcelorMittal

Schlagworte

CO2ForschungWasserstoff

Verwandte Artikel

Dr. Tim M. Schwarz erhält einen DGM-Nachwuchspreis 2026 für seine Arbeiten zur atomgenauen Untersuchung von flüssig-fest Grenzflächen und Flüssigkeiten. Diese sind unter anderem für biologische, Batterie- und Katalysatormaterialien relevant. Überreicht wurde ihm der Preis von Prof. Gunther Eggeler (links) und Prof. Till Schneiders, Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM).
01.10.2026

Deutsche Gesellschaft für Materialkunde zeichnet Tilmann Hickel und Tim Schwarz aus

Max-Planck-Wissenschaftler erhalten DGM-Pionier- und DGM-Nachwuchspreis 2026

ABB Auszeichnung Automatisierung Bund Digitalisierung Eisenforschung Entwicklung Essen EU Forschung Gesellschaft HZ IMU Industrie ING Legierungen Materialforschung Max-Planck-Institut Nachwuchs Optimierung Stahl Strategie Studie USA Wasserstoff Werkstoff Werkstoffe
Mehr erfahren
Starkes Bekenntnis zur Transformation: Bundeskanzler Friedrich Merz, Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Wirtschaftsminister Jürgen Barke mit der SHS – Geschäftsführung. Als Geschenk für die Gäste gab es die Transformation im Mini-Format: ein Modell der Direktreduktionsanlage und eines Elektrolichtbogenofens
30.09.2026

SHS treibt Transformation mit Power4Steel und Y-SIC voran

Bundeskanzler Friedrich Merz und Ministerpräsidentin Anke Rehlinger zu Gast in Dillingen – internationales Vorzeigeprojekt Power4Steel geht in die nächste Phase – Y-SIC e...

Anlagen Bund CO2 Dekarbonisierung Deutschland Dillinger Direktreduktion Energie EU Europa Finanzierung Handel HZ Industrie ING Innovation Investition Klima Lieferketten Nachhaltigkeit Produktion Pulver Saarland Saarstahl Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Technik Transformation Umwelt Unternehmen USA Vorstand Werkstoff Wettbewerb Wirtschaft Zukunftstechnologie
Mehr erfahren
Laborversuch im 1-kg-Maßstab
29.09.2026

Outokumpu stellt EvoMaterials vor

Proprietäre Technologieplattform für die Herstellung CO₂-armer hochangereicherter Metalle – auf dem Weg zur Pilotproduktion

Bund Chrom DSV Emissionen Entwicklung EU Europa Forschung HZ Industrie ING Innovation KI Klima Legierungen Lieferketten Outokumpu Patent Produktion Projektmanagement Unternehmen USA Vereinbarung Verteidigung Vorstand Werkstoff Werkstoffe Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
23.09.2026

greentec steel: Elektrolichtbogenofen in Linz angeliefert

Wichtiges Etappenziel für Österreichs größtes Klimaschutzprogramm: Das Kernequipment des neuen Elektrolichtbogenofens (EAF) für den voestalpine Standort in Linz ist einge...

Anlagen CO2 CO2-Emissionen Deutschland Donawitz Elektrolichtbogenofen Emissionen Ergebnis EU Europa Inbetriebnahme ING Italien Kernaggregate Klima Klimaschutz Lichtbogenofen Lieferung Österreich Primetals Produktion Schmelze Schmelzen Stahl Stahlerzeugung Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Transport USA Voestalpine Voestalpine AG Vorstand Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Arbeiten am Hochofen A
22.09.2026

Letzter Abstich an Hochofen A bei HKM in Duisburg

Hochofen A wurde nach mehr als 53 Produktionsjahren am vergangenen Samstag in Duisburg dauerhaft außer Betrieb genommen

Bund CO2 CO2-neutral Deutschland DSV Duisburg Elektrolichtbogenofen EU HKM Hochofen HZ IBU Industrie Klima Klimaschutz Klimaziel Klimaziele Kokerei Lichtbogenofen Messe Produktion Roheisen Roheisenproduktion Salzgitter Salzgitter AG Stahl Stahlproduktion Strategie Transformation Transformationsprozess Unternehmen USA Vorstand
Mehr erfahren