Technik
Das Stadion in Ras Abu Aboud ist Vorreiter einer neuen Ära der nachhaltigen Turnierinfrastruktur - Foto: Fenwick Iribarren Architects
17.03.2020

Container-Stadion für die Fifa-WM 2022

Eine neue Ära der nachhaltigen Turnierinfrastruktur

Als einer der acht Austragungsorte in Katar, an dem die Gruppen- und Viertelfinalspiele der Fifa-WM ausgetragen werden, wird das Ras-Abu-Aboud-Stadion in Doha 40.000 Zuschauer fassen und voraussichtlich 2020 fertiggestellt sein. Die modulare Bauweise, die erstmals für eine Weltmeisterschaft genutzt wird, ermöglicht, das Stadion nach Abschluss des Turniers komplett zu demontieren und in eine Reihe kleinerer Spielstätten umzuwandeln. Das Stadiongelände selbst soll danach zu einem großen öffentlichen Park mit angrenzenden Einzelhandelsflächen werden.

Das von Fenwick Iribarren Architects entworfene Stadion besteht im Wesentlichen aus einem Stahlrahmen, ähnlich wie bei groß angelegten Lagerhausprojekten. Dieser Rahmen wird in Abschnitte unterteilt, sodass modifizierte Schiffscontainer als Hauptbausteine verwendet werden können. Sitzplätze, Toilettenanlagen und Verpflegungsstände für die Zuschauer werden in Containern untergebracht, angeordnet in einem "elegant geschwungenem Quadrat", das dem Stadion eine ikonische Ästhetik verleihen soll.

Die Kosten für die Ausrichtung internationaler Turniere sind enorm, der Entwurf des Stadions in Ras Abu Aboud mildert nicht nur diese erheblich. Die Verwendung vorgefertigter modularer Elemente verringert ebenfalls die Bauzeit, den Bedarf an Baumaterialien und das Abfallaufkommen bei der Produktion. Damit reduziert man auch den CO2-Fußabdruck des Projekts. Der Standort am Hafen wurde bewusst gewählt, um die natürliche Meeresbrise zu nutzen, damit die Kühlsysteme des Stadions weniger leisten müssen.

Das Stadion und der geplante Park nach dem Turnier können mit dem neu erschlossenen U-Bahn-System der Goldlinie von Doha errreicht werden. Die Linie wird 11 Stationen auf einer 14 km langen Stahlschiene bedienen, um die für die Weltmeisterschaft erwarteten hohen Zuschauerzahlen zu befördern, aber auch um einen einfachen Zugang zum Industriegebiet von Ras Abu Aboud zu ermöglichen, in dem sich große Kraftwerke und Entsalzungsanlagen befinden.

Das aus Stahl gebaute Stadion könnte als Prototyp für Gastgeberländer anderer internationaler Großveranstaltungen dienen und eine neue Ära der nachhaltigen Turnierinfrastruktur einläuten.

worldsteel

Schlagworte

BauwerkKlimaschutzVeranstaltung

Verwandte Artikel

Luftbildaufnehme ArcelorMittal Bremen
05.05.2026

ArcelorMittal und EDF power solutions Deutschland unterzeichnen Vertrag

ArcelorMittal und EDF power solutions Deutschland haben einen Vertrag über den Betrieb eines großskaligen Batteriespeichers am ArcelorMittal-Standort Bremen geschlossen.

Anlagen Bremen Deutschland Emissionen Energie Energiewende Essen EU HZ Industrie ING Klima Klimaschutz Nachhaltigkeit Produktion Produktionsprozess Service Stahl Unternehmen
Mehr erfahren
Am 24. April 2026 wurde die Eröffnung des neuen Rohrwerkes in Altmünster gefeiert.
28.04.2026

Eröffnung des neuen Rohrwerks der Wuppermann Metalltechnik GmbH

Mit einer feierlichen Zeremonie hat die Wuppermann Metalltechnik GmbH (WMT) ihr neues Rohrwerk am Standort Altmünster eröffnet.

Arbeitssicherheit Aufsichtsrat Automatisierung Digitalisierung Energie Energieeffizienz Entwicklung EU Europa Inbetriebnahme Investition Klima Logistik Messung Montage Nachhaltigkeit Politik Produktion Produktionsprozess Profile Rohre Stahl Technik Veranstaltung Vorstand Wirtschaft Wuppermann Wuppermann AG
Mehr erfahren
Das Hamburger ArcelorMittal-Team mit CEO Thoralf Winkel und Joe Woodruff von ResponsibleSteel™
28.04.2026

ResponsibleSteel™-Zertifizierung für ArcelorMittal Hamburg

ArcelorMittal Hamburg hat das ResponsibleSteel™-Zertifikat für verantwortungsvolle Stahlproduktion erhalten. Die Auszeichnung bestätigt das umfassende Engagement des Stan...

ArcelorMittal Auszeichnung Bremen Bund Dekarbonisierung Deutschland Duisburg Essen EU Europa Gesellschaft Handel Industrie ING Klima Klimaschutz Nachhaltigkeit Produktion Stahl Stahlproduktion Umwelt Zertifikat
Mehr erfahren
Die geschmiedete (rot-glühende) Turbinenwelle, zeigt an den beiden Enden ein grobkörniges Gefüge, im mittleren Bereich ein feinkörniges Gefüge. Dieses wurde nach dem Schmieden analysiert. Das grobkörnige Gefüge hat eine geringere Festigkeit und Zähigkeit. Mit dem Simulationsmodell wird die gemessene Gefügeverteilung richtig vorhergesagt (unten). In den roten Bereichen ist das Gefüge grobkörnig, in den blauen/grünen Bereichen ist das Gefüge feinkörnig.
28.04.2026

Mit digitalem Schmiedelabor zum Wunschgefüge

Ein neues Simulationsmodell des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg sagt Schwachstellen in Schmiedebauteilen voraus, die durch unvollständige Kornn...

ABB Anpassung Einsparung Energie Entwicklung Ergebnis Essen EU Fraunhofer Freiformschmieden Green Steel HZ IBU IMU Industrie ING Innovation Klima Klimaschutz Legierungen Massivumformung Nachhaltigkeit Optimierung Presse Pressen Schmieden Schmiedepresse Stahl Temperatur Umformen Umformung USA Verlag Werkstoff Werkstoffe
Mehr erfahren
Blick über Sendai
27.04.2026

VDEh-Exkursion nach Japan zum Metallurgie-Symposium

Vom 13. – 17. April 2026 fand in Sendai und Tokio das „4th ISIJ-VDEh-Jernkontoret-Symposium on Metallurgy“ statt

Bremen CO2 Deutschland Entwicklung EU Forschung Fosta Industrie ING Japan KI Nippon Steel Recycling RWTH RWTH Aachen Saarstahl Schweden Stahl Stahlanwendung Stahlherstellung Stahlwerk Technik TU Bergakademie Freiberg Veranstaltung
Mehr erfahren