Anwenderbericht Stahlverarbeitung
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22.06.2020

Kraftübertragung in der Stahlindustrie

190 Tonnen schweres Getriebe mit einer Leistung von 9 Megawatt

Ein weiterer entscheidender Faktor im Walzwerk war die benötigte Leistung. „Auf dem Warmbreitband werden die Brammen mehrfach ausgewalzt, um die gewünschte Dicke zu erreichen“, so Hornecker. Hierbei wird zwischen den Walzen der Vorstraße, wo der Stahl reversierend gewalzt wird, und denen der Fertigstraße unterschieden. Insgesamt kommen elf Walzen zum Einsatz, die für eine Produktion von 4 Mio. t Stahl-Coils pro Jahr ausgelegt sind. Das Getriebe musste somit eine hohe Leistungsdichte aufweisen, um genug Kraft auf begrenztem Raum übertragen zu können. „Durch die Größe der eingesetzten Zahnräder sowie dank einer optimalen Kraftumsetzung in diesem 190 t schweren Getriebe, mit einer Länge von fast neun Metern und einer Höhe von fast fünf Metern, konnte eine Leistung von 9 MW erreicht werden. Auf diese Weise ist es möglich, sämtliche Walzwerke parallel zu betreiben“, berichtet Hornecker.

Doch auch der Wechsel zwischen den Betriebszuständen war aufgrund der permanenten und starken Beanspruchung eine Herausforderung: „Das Getriebe musste sieben Tage die Woche rund um die Uhr einsatzfähig sein – und das einerseits bei ununterbrochenem Betrieb mit nichtperiodischen Last- und Drehzahländerungen und andererseits bei periodischem Aussetzbetrieb, der auch Anlauf- und Bremsvorgänge des Getriebes beinhaltet“, erklärt Hornecker. „Dies stellte eine große mechanische und elektrische Belastung für das Aggregat dar, die wir beim Engineering berücksichtigen mussten.“

Fünf verschiedene Unternehmen steuern Expertise bei

Die Fertigung wurde dabei in Kooperation mehrerer Firmen innerhalb der Groupe CIF durchgeführt. Die meisten Arbeitsschritte fanden jedoch unter Leitung der in Cambrai ansässigen CMD Gears statt, wie zum Beispiel die finale Montage der einzelnen Teile vor Ort. „Vor Abschluss des Auftrags bestand noch eine letzte Herausforderung im Transport des extrem schweren Aggregats über 930 km zum Stahlwerk im Süden Frankreichs“, erklärt Hornecker. „Dafür musste das Getriebe in sechs Sendungseinheiten unterteilt werden, die selbst einzeln noch bis zu 60 Tonnen wogen. Gemeinsam mit Ferry-Capitain und CMD bewerkstelligten wir auch dies, sodass bereits 2018 die Sonderanfertigung in Betrieb genommen werden konnte.“ Ein zweites Getriebe, das noch im selben Jahr bestellt wurde, konnte 2019 geliefert werden und wartet noch auf seinen Einsatz.

(Quelle: FCMD GmbH)

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