Fachbeitrag Technik
Nach dem Baukastenprinzip aufgebaut ist die geplante Anlagentechnik, mit der die Nachbearbeitung automatisiert werden soll - Foto: Fraunhofer IWU
11.12.2019

Metall Additive Manufacturing vor dem Durchbruch

Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich um eine Artikelvorschau aus unserer Fachzeitschrift STAHL + TECHNIK. Den vollständigen Artikel können Sie hier im E-Paper lesen. Im aktuellen Heft sowie im Archiv finden Sie viele weitere interessante Berichte. Schauen Sie doch dort mal vorbei.
Stahl + Technik (Artikelvorschau)

Fraunhofer-Leitprojekt „futureAM“

Metall Additive Manufacturing vor dem Durchbruch

Mindestens um den Faktor 10 will ein Zusammenschluss von sechs Fraunhofer-Instituten im Fraunhofer-Leitprojekt „futureAM – Next Generation Additive Manufacturing“ den 3-D-Druck mit Metallpulver beschleunigen. Dass es sich nicht um Zukunftsmusik handelt, beweisen erste handfeste Ergebnisse, die das futureAM-Team auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand während der formnext im November 2019 in Frankfurt am Main vorgestellt hat.

Der vollständige Artikel ist erschienen in STAHL+TECHNIK 1 (2019) Nr. 12, S. 74 ff.

Eine wichtige Rolle im Fraun­hofer-Leitprojekt futureAM spielt das ­Virtual Lab, das in enger Zusammenarbeit der beteiligten Institute entsteht. Was es leisten und wie es funktionieren wird, demonstrierten die Fraunhofer-Experten auf der formnext. Das Virtual Lab soll künftig über ein Netzwerk und eine Datenbank alle Bereiche und Institute in Sachen metallisches Additive Manufacturing (Metall AM) digital miteinander verknüpfen. Fritz Lange von der Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT in Hamburg, bei der die Fäden des virtuellen Labors zusammenlaufen: „Die Institute werden über das Virtual Lab die verteilte Fertigung abwickeln und nachvollziehen.” Geplant ist dazu die geschlossene digitale Abbildung der Kompetenzen und Ausstattung aller beteiligten Institute.

Ganzheitlich virtuell

Das Virtual Lab macht den gesamten AM-Prozess transparent und spiegelt ihn digital: Digital Twins ermöglichen den Projektteilnehmern, Prozesse zu modellieren und zu simulieren, um so reale Systeme in allen Bereichen zu optimieren. Das Virtual Lab ist funktionsbereit und wird bereits mit sogenannten Dummy-Daten evaluiert. Aktuell verbinden sich die beteiligten Institute über ihre Datenbank mit dem Virtual Lab, damit es in Kürze seinen virtuellen Betrieb aufnehmen kann.

Dazu zählt zum Beispiel das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS aus Dresden, das den Part der Werkstoffe betreut. Im Mittelpunkt stehen die Erweiterung des einsetzbaren Spektrums von additiv verarbeitungsfähigen Werkstoffen und außerdem die Multi-Material-Bauweise: Hier entsteht maßgeschneidert mithilfe des Laserauftragschweißens (LMD) ein Bauteil aus verschiedenen Werkstoffen ohne nachgelagerte Fügeprozesse. „Das Verfahren beschleunigt die Materialentwicklungen enorm“, sagt IWS-Wissenschaftler Michael Müller. „Wir erforschen im Verbundprojekt, welche Materialien sich miteinander kombinieren lassen und welche Probleme dabei auftreten.“ Aktuell untersuchen die Dresdener Wissenschaftler, wie sich beispielsweise aus verschiedenen Superlegierungen ein Multi-Material-Bauteil herstellen lässt. Besonders wichtig ist beim Fügen von zwei Werkstoffen die Analyse der Übergangszone zwischen den Materialien. Den Materialübergang der Legierung Inconel 718 zu Merl 72 haben die Forscher mittlerweile optimiert, um Herausforderungen wie Rissbildung oder Versprödung zu minimieren.

Autor: Petra Nolis, Marketing und Kommunikation, Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT, Aachen.

Gesamten Beitrag lesen Abo abschließen

Schlagworte

3-D-DruckMetallpulver

Verwandte Artikel

3D-gedrucktes Gehäuse aus Armox 500 AM für das Ziel- und Feuerleitsystem UTAAS
16.06.2026

SSAB bringt Armox® 500 AM Powder auf den Markt

SSAB präsentiert Armox® 500 AM Powder auf der Fachmesse Eurosatory Defense and Security vom 14. bis 19. Juni 2026.

3D-Druck Additive Fertigung Energie EU Getriebe Industrie ING Kabel Konstruktion Messe Metallpulver Produktion Pulver Schweden SSAB Stahl Unternehmen Verteidigung
Mehr erfahren
Mit der neuen Gasverdüsungsanlage kann SSAB hochwertiges Metallpulver im industriellen Maßstab herstellen und die wachsende Nachfrage bedienen
11.06.2026

SSAB beauftragt Bau einer Gasverdüsungsanlage

SSAB, Vorreiter in der Produktion hochfester Stahlsorten, hat SMS group den Auftrag für eine neue Gasverdüsungsanlage am Standort Oxelösund in Schweden erteilt.

3D-Druck Elektrolichtbogenofen EU Gasum Industrie ING Investition Kaltwalzen Lichtbogenofen Metallpulver Partnerschaft Produktion Pulver Schmelze Schmelzen Schweden SMS SMS group Stahl USA Verteidigung Walzen Wettbewerb
Mehr erfahren
Stefan Widing, Präsident und CEO von Sandvik
02.06.2026

Sandvik trennt sich vom Bereich Additive Fertigung

Sandvik hat eine Vereinbarung über den Verkauf seines AM-Geschäfts an Mimir, eine weltweit tätige Investmentgesellschaft mit Sitz in Schweden, unterzeichnet.

Additive Fertigung Anlagen Essen EU Gesellschaft Industrie ING Investition Legierungen Metallpulver Presse Pressen Pulver Schweden Vereinbarung Verkauf
Mehr erfahren
ProMateria - Greiferbacken
19.02.2026

GMH Gruppe investiert in Metallpulverproduktion und additive Fertigung

Im Fokus stehen neue Marktsegmente für hochstickstofflegierte Spezialstähle.

3-D-Druck 3D-Druck Additive Fertigung Antrieb Edelstahl Energie Ergebnis Essen EU Industrie ING Innovation Investition Keramik KI Legierungen Leichtbau Maschinenbau Metallpulver Metallurgie Nachhaltigkeit Optimierung Produktion Pulver Stahl Technik Temperatur Unternehmen USA Werkstoff Werkstoffe Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Die 2023 eröffnete Inertgas-Verdüsungsanlage im Outokumpu-Werk in Krefeld
16.07.2024

Outokumpu treibt Metallpulverproduktion voran

Nach dem Testjahr beginnt Outokumpu nun die kommerzielle Produktion. Zusätzlich startet das Unternehmen mehrere Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit Partnern aus...

3D-Druck Additive Fertigung Deutschland Edelstahl Energie Entwicklung EU Finnland Flachprodukte Fonds Forschung Handel Industrie ING Innovation KI Klima Kooperation Krefeld Kreislaufwirtschaft Metallpulver Produktion Pulver Recycling Schrott Stahl Stahlhandel Strategie Temperatur Transformation Unternehmen USA Werkstoff Werkstoffe Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren