Unternehmen
Produktion von blankgeglühtem Edelstahl im Kaltwalzwerk von Outokumpu in Dillenburg, das sich derzeit auf die Oberflächenveredelung konzentriert. Nach der geplanten Umstrukturierung soll der Standort über ein komplettes Portfolio an modernen Werkstoffen verfügen. - Photo: Outokumpu Oyj
09.11.2023

Outokumpu plant Umstrukturierungsmaßnahmen in Deutschland

In der zweiten Phase seiner Strategie stärkt Outokumpu das Kerngeschäft und zielt darauf ab, sein gegenwärtiges Set-Up zu optimieren. Angesichts eines schwächeren Marktumfelds ist es erforderlich, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um die Wettbewerbsfähigkeit in Europa zu sichern und gleichzeitig die globale Marktführerschaft von Outokumpu im Bereich Advanced Materials zu stärken.

Outokumpu beabsichtigt daher eine Rationalisierung seiner Aktivitäten in Deutschland und plant Umstrukturierungsmaßnahmen, um sein Anlagevermögen so effizient wie möglich einzusetzen. Zu diesen Maßnahmen gehört die vollständige Zusammenführung der Advanced Materials-Produktion in Deutschland am Standort in Dillenburg. Konkret bedeutet dies die Absicht, die Produktion von dünnen Präzisionsbändern von Dahlerbrück nach Dillenburg zu verlagern. Gleichzeitig plant Outokumpu die Schließung seines Coil-Service-Centers in Hockenheim inklusive Verlagerung des Volumens an andere Standorte.

"Wir sind ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Advanced Materials und wollen diese Position weiter festigen. Die Bündelung des Expertenwissens, des Produktportfolios und der Betriebsabläufe unter einem Dach in Dillenburg soll es uns ermöglichen, unser Produktportfolio zu erweitern und den Standort neben unseren Werken in Schweden als zentralen Wertschöpfungsfaktor innerhalb unseres Geschäftsbereichs Advanced Materials neu zu positionieren. Nach der möglichen Verlagerung wäre der Standort Dillenburg in der Lage, das gesamte Spektrum unserer Advanced Materials-Produkte anzubieten, von einer breiten Palette an Standard- und Spezial-Edelstahlsorten mit unterschiedlichen Oberflächengüten bis hin zu dünnsten Präzisionsbändern", so Thomas Anstots, President Geschäftsbereichs Advanced Materials.

Von den geplanten Umstrukturierungsmaßnahmen werden voraussichtlich etwa 200 Stellen in Deutschland betroffen sein. Outokumpu beabsichtigt, umgehend Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern in Deutschland aufzunehmen unter vollumfänglicher Berücksichtigung der geltenden Gesetze und Praktiken.

"In den Verhandlungen wollen wir ein gemeinsames Verständnis mit unseren Mitarbeitern schaffen, während wir unsere Wettbewerbsfähigkeit in Europa langfristig stärken wollen. Outokumpu wird sich bestmöglich dafür einsetzen, innerhalb und außerhalb des Konzerns nach Möglichkeiten für unsere Mitarbeiter in Dahlerbrück und Hockenheim zu suchen und gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern einen Sozialplan zu vereinbaren", so Thomas Anstots.

Die geplante Schließung von Dahlerbrück wird voraussichtlich frühestens Ende 2024 und die geplante Schließung von Hockenheim zum Ende des zweiten Quartals 2024 abgeschlossen sein.

Die Umstrukturierungsmaßnahmen sollen jährliche Einsparungen von etwa 15 Mio. EUR erzielen. Outokumpu wird im EBIT des vierten Quartals 2023 einen Anpassungsposten (der sich weder auf das vergleichbare EBIT noch auf das EBITDA auswirkt) in Höhe von rund 28 Mio. EUR für nicht zahlungswirksame Wertminderungen von Vermögenswerten im Zusammenhang mit den geplanten Schließungen und Restrukturierungsmaßnahmen sowie für Kosten im Zusammenhang mit potenziellen Entlassungen und Restrukturierungsaufwendungen ausweisen, wobei sich die Mittelabflüsse auf künftige Quartale auswirken.

Darüber hinaus sind für die geplante Verlagerung der Präzisionsbandproduktion aus Dahlerbrück auch kleinere Investitionen in den Maschinenpark in Dillenburg geplant. Insgesamt werden sich die mit der Verlagerung verbundenen Investitionen und Kosten voraussichtlich auf rund 20 Mio. EUR belaufen und im Laufe des Jahres 2024 realisiert werden.

(Quelle: Outokumpu Oyj)

Schlagworte

AnpassungBandproduktionBundDeutschlandDillenburgEdelstahlEinsparungEUInvestitionProduktionRestrukturierungSchwedenServiceStahlStrategieUnternehmenUSAVerlagWettbewerb

Verwandte Artikel

31.03.2026

VDE-Hinweis zu Netzrückwirkungen kommt Elektrostahlwerken entgegen

Eine jetzt veröffentlichte Broschüre von VDE FNN ist eine wertvolle Unterstützung für den Netzanschluss von elektrischen Anlagen mit EAFs größerer Leistung

Anlagen Elektrostahlwerk Elektrotechnik EU Industrie Klima Lichtbogenofen Netzanschluß Neubau Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Technik Transformation VDEh
Mehr erfahren
: Clarissa Odewald (CEO von thyssenkrupp Rasselstein) mit der neuen Weißblechdose aus bluemint® Steel
30.03.2026

Henkel setzt auf CO₂-reduzierte Verpackung aus CO2-reduziertem Stahl

Der Verpackungsstahlhersteller thyssenkrupp Rasselstein unterstützt Henkel bei der weiteren Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks seiner Verpackungen.

Blech Deutschland Emissionen EU Hochofen Industrie ING Klima Metallverpackung Nachhaltigkeit Recycling Rohstoffe Schrott Stahl Stahlherstellung Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Rasselstein Transformation Unternehmen USA Verpackungsstahl Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Vertragsunterzeichnung bei Steel Authority of India (SAIL)
30.03.2026

SAIL bestellt Kokereitechnik für das Burnpur-Projekt

SMS group hat zusammen mit dem Konsortialpartner MCK Kutty Engineers Pvt. Ltd. einen Auftrag über die Lieferung von zwei Trockenlöschanlagen erhalten

Automation Betriebssicherheit Digitalisierung Emissionen Energie Energieeffizienz EU Hochofen Inbetriebnahme Indien ING KI Kokerei Koks Koksofen Koksofenbatterie Lieferung Ltd Ltd. Modernisierung Montage Nachhaltigkeit Partnerschaft Paul Wurth Service Stahl Stahlerzeugung Stahlwerk Umwelt USA Wurth Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Die Werke von thyssenkrupp Electrical Steel in Gelsenkirchen und Isbergues stellen kornorientiertes Elektroband her – ein Schlüsselmaterial für Transformatoren in Umspannwerken und Windkraftanlagen. Aufgrund der sich weiter verschärfenden Importkrise reagiert thyssenkrupp Steel mit weiteren Produktionskürzungen. Daher wird der Standort Isbergues von Juni bis September komplett geschlossen
27.03.2026

Importkrise bei kornorientiertem Elektroband

Die Importkrise auf dem Markt für kornorientiertes Elektroband verschärft sich weiter. thyssenkrupp Steel reagiert darauf mit weiteren Produktionskürzungen.

Anlagen Elektroband Energie Energiewende Energiewirtschaft Entwicklung EU EU-Kommission Gesellschaft Handel HZ ING KI Produktion Stahl Studie Thyssen thyssenkrupp Transport Unternehmen Werkstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
27.03.2026

Globale Stahl-Überkapazitäten sind ernsthafte Gefahl für Europas Industrie

Die jüngsten OECD-Zahlen bestätigen die existenzielle Gefahr für Europas Stahlindustrie. EUROFER drängt die EU zu handeln.

Ergebnis Essen EU EUROFER Handel HZ Industrie ING Investition Paris Produktion Stahl Stahlhandel Stahlmarkt Stahlproduktion
Mehr erfahren