Wirtschaft News Statement
Photo: WV Stahl
12.07.2021

Sustainable Finance-Strategie der EU-Kommission

Transformation hin zur grünen Stahlproduktion darf nicht aufs Spiel gesetzt werden

Die Stahlindustrie will ihren Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten und bis 2030 ein Drittel ihrer Primärstahlproduktion auf das klimafreundliche, wasserstoffbasierte Verfahren der Direktreduktion umstellen. Neben einer flankierenden öffentlichen Förderung braucht es dazu auch den Zugang zu privatem Kapital. Ein wesentlicher Baustein hierbei sind nationale und europäische Regelungen zur Nachhaltigen Finanzierung. Mit dem Ziel, die politischen Grundsätze für die Fortentwicklung von Sustainable Finance festzulegen, hat die Europäische Kommission in dieser Woche u.a. ihre neue Sustainable Finance-Strategie veröffentlicht. Aus Sicht der Stahlindustrie in Deutschland sind jedoch wichtige Aspekte ungeklärt.

Dazu Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl: „Die Stahlunternehmen haben grüne Transformationsprojekte vorbereitet und wollen sie umsetzen. Dies wird jedoch aufs Spiel gesetzt, wenn die für eine klimaneutrale Stahlproduktion unverzichtbare Technologie der Direktreduktion nicht eindeutig als nachhaltig eingestuft wird.“
Kerkhoff besorgt insbesondere auch das fehlende Verständnis dafür, dass sich die Transformation in Grundstoffindustrien wie der Stahlindustrie nicht schlagartig, sondern schrittweise vollzieht: „Für den Übergang zur klimaneutralen Stahlindustrie müssen sowohl Durchbruchtechnologien wie die Direktreduktion, als auch Investitionen in traditionelle Verfahrensrouten als nachhaltig gelten, sofern diese in ein übergreifendes Dekarbonisierungskonzept überprüfbar eingebunden sind. Nur so können auch im Übergangszeitraum weitere CO2-Reduktionen erzielt und die Klimaziele 2030 erreicht werden.“

Für den Weg in eine klimaneutrale Stahlerzeugung ist zudem notwendig, dass auch der Einsatz von Erdgas in der Direktreduktion als nachhaltig anerkannt wird, bis er nach und nach durch grünen Wasserstoff ersetzt werden kann. Voraussetzung hierfür ist, dass dieser in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

(Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl)

Schlagworte

EU-KommissionGreen SteelGrüner WasserstoffKlimaschutzWV Stahl

Verwandte Artikel

17.04.2026

EU genehmigt Industriestrompreis

Am 16. April 2026 hat die EU-Kommission den Vorschlag der Bundesregierung für einen Industriestrompreis genehmigt.

Anpassung Bund Deutschland Energie EU-Kommission HZ Industrie Klima Stahl Stahlindustrie Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
Verladung von Rohren bei Hergarten
13.04.2026

Podiumsdiskussion bei Hergarten auf Tube 2026

Produktionsprozesse, Energieversorgung und logistische Infrastrukturen stehen vor einem Wandel. Welche Auswirkungen diese Entwicklung auf Industrie und Logistik hat, steh...

Antrieb Energie Entwicklung EU Hergarten Industrie ING Investition Klima Klimaschutz Leuchten Logistik Messe Messestand Produktion Produktionsprozess Salzgitter Transformation Transport Tube Unternehmen Veranstaltung Wirtschaft
Mehr erfahren
13.04.2026

WV Stahl-Hauptgeschäftsführerin zu den Ergebnissen des Koalitionsausschusses

Am 13. April 2026 hat die Bundesregierung konkrete Maßnahmen zur Stärkung des Industriestandorts und Entlastungen bei den Energiepreisen bekanntgegeben.

Automobil Automotive Automotive Package Bund Energie Ergebnis EU EU-Kommission Industrie ING Klima Leitmarkt Stahl Stahlindustrie USA Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
Der Hafen der Hauptinsel von Helgoland
10.04.2026

Swiss Steel liefert Bewehrungsstahl nach Helgoland

Die Schutzmauer am Hafen der Hauptinsel wird instandgesetzt. Dabei hält das Bauwerk ein widerstandsfähiger Werkstoff zusammen: ein hochkorrosionsbeständige Bewehrungsstah...

Bauwerk Betonstahl Bund Chrom CO2 Coils Edelstahl Elektrolichtbogenofen EU IMU ING Instandhaltung KI Klima Klimaschutz Lichtbogenofen Nachhaltigkeit Schweiz Spezialstahl SSAB Stahl Stahlwerk Steeltec Swiss Steel Group USA Werkstoff Werkstoffe
Mehr erfahren
Andreas Kuhlmann
02.04.2026

Neuer Vorstandsvorsitzender beim Deutschen Wasserstoff-Verband

Das Präsidium des Deutschen Wasserstoff-Verbands (DWV) hat Andreas Kuhlmann zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt

DSV Energie Energiewende EU Industrie ING Klima Klimaschutz Politik Strategie Unternehmen USA Vorstand Wasserstoff Wirtschaft WV
Mehr erfahren