Unternehmen Technik
Rohstoffe im Duisburger thyssenkrupp-Werk - Foto: thyssenkrupp Steel Europe
03.02.2020

thyssenkrupp Steel nutzt innovative Rohstofftrocknung

Das Duisburger Werk von thyssenkrupp Steel ist der fünftgrößte Stahlstandort der Welt. Ein solches, integriertes Hüttenwerk steht nie still. An 365 Tagen wird rund um die Uhr gearbeitet. Tagtäglich werden im Hafen von thyssenkrupp Steel in Duisburg enorme Mengen Rohstoffe angeliefert – vor allem Eisenerz und Kohle für den Einsatz im Hochofen. Diese Rohstoffe müssen aufbereitet und der Produktion kontinuierlich in bester Qualität zur Verfügung stehen.

Greifer heben die verschiedenen Stoffe aus den Schiffen, damit sie im Werk weiter transportiert werden können. Weil alles unter freiem Himmel stattfindet, macht Regen den Greifern hin und wieder einen Strich durch die Rechnung: Manche Stoffe sind so fein, dass Nässe das Material in Schlamm verwandelt. Ein Verladen mit den Greifern wird dann unmöglich. Weil das Trocknen des Materials lange dauert und der nächste Regen oft schneller ist, haben die Ingenieure von thyssenkrupp Steel nach Lösungen gesucht – und sind bei den Kleinsten fündig geworden. „Wir brauchen eine chemische Lösung, um die Erze schneller zu trocknen“ – Das war der Auftrag, mit dem sich der Chemiker Dr. Stefan Wienströer und sein Team der Sache annahmen. Gleich zu Beginn kam dem Vater von zwei Kindern eine Idee: Windeln. In denen wird üblicherweise Natriumpolyacrylat eingesetzt, um Flüssigkeit aufzunehmen. Der Stoff gehört zu den sogenannten Superabsorbern: Kunststoffe, die in der Lage sind, ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Flüssigkeiten aufzunehmen.

Deren Einsatz erwies sich auch im Hafen als goldrichtig: In mehreren Versuchen bewies das Team gemeinsam mit dem Rohstoffeinkauf, dass sich die Technik nahtlos in die bestehenden Abläufe integriert – ohne Qualitätsverlust bei den Rohstoffen. Gleichzeitig verbesserten sich Logistik und Kosten des Hafenumschlags. „Statt Tage oder Wochen auf das Trocknen zu warten, nutzen wir jetzt bei Bedarf die Superabsorber. Ein Greifer mischt diese unter, danach sind die Rohstoffe binnen zwei Stunden transportfähig“, stellt Stefan Wienströer zufrieden fest. „Ein verlässlicher Produktionsfluss ist in einem integrierten Hüttenwerk der entscheidende Faktor. Wir können mit unserem Ansatz an einer wichtigen Stelle für mehr Prozessstabilität sorgen.“

Freuen dürfen er und das Team sich nicht nur über den operativen Erfolg ihrer Idee: Im Dezember 2019 gewann das Team mit dem Projekt auch den Wettbewerb „steeltomorrow“, mit dem thyssenkrupp Steel jedes Jahr interne Innovationsprojekte auszeichnet.

thyssenkrupp Steel Europe

Schlagworte

Rohstoffe

Verwandte Artikel

08.07.2026

Feralpi Group auf dem Weg zu Netto-Null bis 2050

Der Einsatz für emissionsarmen Stahl geht weiter: Der eingeschlagene Kurs bleibt konsequent auf die Reduzierung der Umweltauswirkungen ausgerichtet.

CDP Dekarbonisierung Elektrifizierung Emissionen Energie Energieeffizienz Entwicklung Erdgas Essen EU HZ ING Klima Klimastrategie Klimaziel Klimaziele Messe Partnerschaft Produktion Recycling Rohstoffe Stahl Strategie Transformation Transformationsprozess Transport Umwelt Unternehmen USA Verkauf Vertrieb Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren
06.07.2026

Forschungspreis des Großhandels 2026

Volatile Rohstoffpreise zählen zu den größten wirtschaftlichen Risiken im Großhandel. Eine aktuelle Forschungsarbeit aus dem Fraunhofer IIS zeigt, wie sich diese Unsicher...

ABB Auszeichnung Einsparung Energie EU Fraunhofer Handel HZ IMU Industrie ING KI Kooperation Leuchten Rohstoffe Service Stahl Stahlmarkt Stahlpreise Strategie Unternehmen USA Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
Gesteinskörnung aus Eisenhüttenschlacken
01.07.2026

Nachhaltiges Wirtschaften durch Eisenhüttenschlacken auch 2025

11 Millionen Tonnen Naturgestein und 4 Millionen Tonnen CO2 eingespart

ABB Anlagen Anpassung Baustoffe CO2 Deutschland Eisenhüttenschlacke EU Europa Forschung Hochofen Industrie ING Klima Klimaschutz Konverter Kreislaufwirtschaft Produktion Rohstoffe Schlacke Stahl Stahlherstellung Stahlindustrie Stahlwerk Transformation USA Wirtschaft Zahlen
Mehr erfahren
Illustration der Überdachung von Schrottplatz 3
29.06.2026

Tata Steel: Neues Rohstofflager in IJmuiden beantragt

Weniger Staub und Lärm: konkreter Schritt hin zu einem gesünderen Lebensumfeld

Anlagen Container Emissionen EU Gesellschaft HZ IJmuiden Indien ING Nachhaltigkeit Produktion Rohstoffe Schrott Sensoren Stahl Stahlproduktion Steuerung Tata Steel Transport Umwelt Unternehmen Vereinbarung
Mehr erfahren
Hochofen bei Nacht, ROGESA
09.06.2026

Umweltinnovationsprogramm fördert Pilotanlage mit 2,8 Mio. Euro

Die ROGESA Roheisen- und Rohstoffgesellschaft Saar mbH plant in Dillingen/Saar eine innovative Aufbereitungsanlage für zerkleinerten Stahl- und Eisenschrott (sog. Scheren...

Bund CO2 Dekarbonisierung Dillinger Eisenschwamm Elektrolichtbogenofen Energie EU Gesellschaft Industrie ING Innovation KI Lichtbogenofen Produktion Rogesa Roheisen Rohstoffe Saarstahl Schrott SHS Stahl Stahlerzeugung Stahlindustrie Technik Transformation
Mehr erfahren