Trendthema
Abkippen von Eisenhüttenschlacke - Photo:  Michael Wieschke (c) FEhS-Institut
28.11.2025

EUROSLAG-Zahlen 2024 für Produktion und Verwendung von Eisenhüttenschlacken

Im Jahr 2024 wurden in der Europäischen Union etwa 19,6 Millionen Tonnen Hochofenschlacke (HOS, HS) und 16,5 Millionen Tonnen Stahlwerksschlacke (SWS) produziert. Durch einen zusätzlichen Abbau zwischengelagerter Hochofenschlacken standen insgesamt rund 38 Millionen Tonnen Eisenhüttenschlacken zur Verfügung.

Davon kamen 35 Millionen Tonnen oder 92 Prozent als Baustoffe und Düngemittel sowie in anderen Anwendungen zum Einsatz. Damit konnte europaweit der Abbau von 40 Millionen Tonnen Naturgestein und die Emission von 11,4 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. Im Zeitraum von 2000 bis 2024 sind es insgesamt 1,21 Milliarden Tonnen Naturgestein und 319 Millionen Tonnen CO2.

21,5 Millionen Tonnen Hochofenschlacken konnten 2024 zu 100 Prozent verwendet werden: 20,0 kamen als Hüttensand (HS) im Zement und 1,5 als Gesteinskörnung (HOS) im Beton- und Verkehrswegebau zum Einsatz. Von den 16,5 Millionen Tonnen SWS wurden 9,0 im Verkehrswegebau, 2,0 im Hochbau, 0,8 in Düngemitteln, 1,6 für die metallurgische Arbeit und 0,1 für sonstige Einsatzgebiete verwendet . Das sind insgesamt 13,5 Millionen Tonnen oder 82 Prozent.

Thomas Reiche, Vorstandsvorsitzender von EUROSLAG und Geschäftsführer des FEhS – Institut für Baustoff-Forschung:
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Eisenhüttenschlacken auch in einem weltweit schwierigen politischen und wirtschaftlichen Umfeld einen wichtigen Beitrag zu Ressourcenschonung, Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft leisten.

EUROSLAG wird sich weiterhin auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass praxisorientierte Forschung intensiviert sowie nationale und europäische Regelwerke angepasst werden. Damit auch in Zukunft die Nebenprodukte der Stahlindustrie als wertvolle Sekundärrohstoffe umfänglich in verschiedenen Branchen zum Einsatz kommen können.“

Anmerkung:
Das CO2-Einsparpotential wurde berechnet auf der Annahme eines Allokationswerts beim Hüttensand (= Zuweisung aus dem Hochofenprozess) in Höhe von 100 kg CO2 je t Hüttensand, wie er 2024 im „Low Emission Steel Standard“ (LESS) vereinbart wurde. Der Referenzwert für den Portlandzementklinker wurde mit 800 kg CO2 je t Klinker festgelegt.

(Quelle: FEhS ‑ Institut für Baustoff‑Forschung e.V.)

Schlagworte

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