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Hochofen Bremen - Photo: ArcelorMittal
10.03.2021

Vom Konzept zur industriellen Umsetzung

Dekarbonisierung der Flachstahlproduktion von ArcelorMittal in Deutschland

ArcelorMittal nimmt die nächsten Schritte für die industrielle Produktion von klimaneutralem Stahl in Angriff. Der Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bis 2030 in Europa um 30 Prozent zu reduzieren und bis 2050 klimaneutral zu produzieren. Hierzu verfolgt ArcelorMittal weltweit eine Strategie – einerseits die Verwendung von Smart-Carbon-Technologien im Hochofenprozess und andererseits die Nutzung innovativer DRI-Technologien in Kombination mit einem Elektrolichtbogenofen.

In Deutschland betreibt der Konzern in Hamburg bereits ein Werk mit DRI-Anlage und
Elektrolichtbogenofen, bei dem die Umstellung auf den Einsatz von Wasserstoff vorbereitet wird. Mit
dem geplanten Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland beabsichtigt ArcelorMittal bis 2026
den Bau einer großindustriellen Anlage zur Direktreduktion von Eisenerz (DRI) in Bremen und einer
innovativen DRI-Pilotanlage in Eisenhüttenstadt in Kombination mit Elektrolichtbogenöfen.

Unter Einsatz von grünem Wasserstoff wird dann eine Kapazität von bis zu 3,5 Millionen Tonnen Stahl
mit deutlich weniger CO2-Emissionen erzeugt werden. Abhängig von der verfügbaren Wasserstoffmenge können CO2-Einsparungen von mehr als fünf Millionen Tonnen im Vergleich zur
aktuellen Hochofenroute ermöglicht werden. Die Technologieumstellung erfordert Investitionen in
Milliardenhöhe und verursacht wesentlich höhere Produktionskosten.

„Mit unserem Konzept zur Transformation der Standorte in Bremen und Eisenhüttenstadt stellen wir uns der Aufgabe der beschleunigten Umsetzung einer klimaneutralen Stahlproduktion. Nun bedarf es der konkreten politischen Unterstützung und Förderung seitens der Bundesregierung und der EU, um die Umsetzung zu ermöglichen“, kommentiert Reiner Blaschek, CEO von ArcelorMittal Flachstahl
Deutschland.

Zur Umsetzung des Vorhabens plant ArcelorMittal die schrittweise Anpassung der Produktion in
Bremen und Eisenhüttenstadt, um grünen Qualitätsstahl auf Wasserstoffbasis wettbewerbsfähig
Pressemitteilung herstellen zu können. Dieses Jahr werden die beiden Hochöfen an den Standorten umgerüstet, um noch 2021 Erdgas einzublasen und damit die CO2-Emissionen bereits weiter zu senken. Anschließend sollen DRI-Anlagen an beiden Standorten errichtet werden.

In Bremen will ArcelorMittal in der Übergangsphase Erdgas und später Wasserstoff aus Elektrolyse nutzen, der im Rahmen des regionalen norddeutschen Verbunds Clean Hydrogen Coastline verfügbar werden soll. Dieser Eisenschwamm soll zunächst die Stahlwerke in Bremen und Eisenhüttenstadt versorgen, bis das regionale Wasserstoffcluster Ostbrandenburg auch den Standort Eisenhüttenstadt mit ausreichend Wasserstoff zur Stahlproduktion versorgen kann.

In der Übergangsphase soll zusätzlich benötigter Wasserstoff in Eisenhüttenstadt mit Hilfe einer Pyrolyse-Anlage aus Erdgas erzeugt werden, die auf dem Werksgelände errichtet wird. Über die regionalen Wasserstoffverbünde sollen beide Standorte langfristig in das europäische Wasserstoffnetz eingebunden werden, um ihre Versorgung abzusichern.

(Quelle: ArcelorMittal)

Hochofen Eisenhüttenstadt - Photo: ArcelorMIttal
Photo: ArcelorMIttal

Schlagworte

ArcelorMittalCO2CO2-ReduzierungKlimaziel

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