Unternehmen Trendthema News
Photo: pixabay
24.02.2021

Wasserstoffbasierte Direkt-Reduktions-Anlage für Frankreich

Gemeinschaftsprojekt von LIBERTY Steel, Dillinger und Saarstahl mit Paul Wurth als Technologiepartner

Die LIBERTY Steel Group hat eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding - MoU) mit Paul Wurth und SHS - Stahl-Holding-Saar (SHS) unterzeichnet, um den Bau und Betrieb einer wasserstoffbasierten Direktreduktionsanlage in industriellem Maßstab in Dunkerque in Frankreich zu prüfen. Im Falle einer Realisation wäre dies eine der ersten Anlagen dieser Art in Frankreich.

Die paneuropäische Partnerschaft wird gemeinsam an einem Projekt arbeiten, bei dem eine 2-Millionen-Tonnen-Anlage für direktreduziertes Eisen (DRI) sowie eine Wasserstoff-Elektrolyse mit einer Kapazität von 1 GW im Mittelpunkt stehen. Das Projekt soll am Standort der Aluminiumhütte ALVANCE in Dünkirchen realisiert werden.

Die DRI-Anlage soll anfangs eine Mischung aus Wasserstoff und Erdgas als Reduktionsgas nutzen. Nach Fertigstellung der Elektrolyse soll auf den Betrieb mit 100% Wasserstoff umgestellt werden.

Das produzierte DRI/HBI soll hauptsächlich im Elektrostahlwerk LIBERTY Ascoval in Frankreich verarbeitet werden. darüber hinaus sollen auch die Stahlwerke von LIBERTY in Ostrava (Tschechische Republik) und Galati (Rumänien) sowie Dillinger und Saarstahl beliefert werden.

Professor Hans Ferkel, CTO der SMS group GmbH:

„Der Hauptstandort von Paul Wurth in Luxemburg ist Sitz des globalen SMS group-Kompetenzzentrums für Wasserstoff. Gemeinsam arbeiten wir an den Dekarbonisierungs-Lösungen von morgen, mit dem klaren Ziel, eine CO2-freie Stahlproduktion weltweit zu ermöglichen. Wir sind stolz, unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Wasserstoff in dieses tolle Projekt einzubringen und freuen uns auf gemeinsame Erfolge.“

LIBERTY arbeitet seit Anfang letzten Jahres mit Paul Wurth und SHS an der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit dieses Projekts. Gemeinsam konzentrieren sich die Partner strategisch auf die Entwicklung von Technologien, die es der Stahlindustrie ermöglichen, ihre ehrgeizigen Umweltziele zu erreichen. LIBERTY führt dabei weltweit klimaneutrale Programme durch, um bis 2030 klimaneutral zu sein.

Sanjeev Gupta, Vorstandsvorsitzender von GFG Alliance und LIBERTY Steel Group, kommentierte die Nachricht mit den Worten "Unsere Industrie muss die Stahlproduktion schnell neu erfinden, da die Notwendigkeit, unsere Emissionen zu reduzieren, vor dem Hintergrund der steigenden globalen Nachfrage nach unseren Produkten und dem Druck der Gesetzgebung, kohlenstoffneutral zu werden, immer dringlicher wird."

Paul Wurth ist ein in Luxemburg ansässiges Unternehmen und Mitglied der SMS Gruppe, das sich als Anlagenbauer und Dienstleister einen Namen gemacht hat. In seiner Partnerschaft mit Sunfire, einem deutschen Technologieanbieter, der Hochleistungselektrolyseure zur hocheffizienten Wasserstofferzeugung entwickelt, will Paul Wurth diese Technologie für industrielle Anwendungen zur Reife bringen.

SHS ist mit den Unternehmen Dillinger und Saarstahl ein hoch angesehener deutscher Stahlproduzent. Die SHS - Gruppe bekennt sich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens und arbeitet mit Nachdruck daran, Eisen und Stahl mit einem reduzierten CO2-Fußabdruck zu produzieren. Die Partner werden in Betracht ziehen, andere Wasserstoffproduzenten an Bord zu nehmen.

Martin Baues, Geschäftsführer Technik der SHS - Stahl-Holding-Saar und Vorstand von Dillinger und Saarstahl, sagte: „Trotz der hohen Hürde von immensen Investitions- und Betriebskosten, sind Dillinger und Saarstahl fest entschlossen, den Weg zur Klimaneutralität konsequent zu gehen. Diese Partnerschaft stellt dabei einen wichtigen Baustein auf dem Weg zur kohlenstoffneutralen Stahlproduktion dar und wird uns helfen, unsere Kohlenstoffemissionen auf Basis dieser Technologie weiter zu reduzieren und gleichzeitig wichtige Erfahrungen beim Einsatz von Wasserstoff in der Stahlproduktion zu sammeln.“

(Quelle: LIBERTY Steel Group / Paul Wurth S.A. / SHS-Stahl-Holding-Saar / SMS group)

Schlagworte

DirektreduktionFrankreichLibertyPaul WurthSHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaAWasserstoff

Verwandte Artikel

3D-Grafik des Anlagenkonzepts im SALCOS-Programm der Salzgitter AG
09.01.2026

Zweiter Förderwettbewerb für innovative Dekarbonisierungsprojekte gestartet

Das Bundeministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat einen zweiten Förderaufruf im Rahmen der Richtlinie „Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK)“ gestartet

Anlagen Bund CO2 CO2-Emissionen Dekarbonisierung Deutschland Elektrifizierung Emissionen Energie Entwicklung EU EU-Kommission Finanzierung Förderung Forschung Forschungsprojekt Gesellschaft Industrie Investition Klima Klimaschutz Klimaziel Klimaziele Ministerium für Wirtschaft Produktion Stahl Transformation Umwelt Unternehmen Veranstaltung Wasserstoff Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsminister Wirtschaftsvereinigung Workshop
Mehr erfahren
Firmenzentrale der SMS group
06.01.2026

Metso schließt Veräußerung des Bereichs Ferrous an die SMS group ab

SMS group integriert forciert die Dekarbonisierung mit der Integration der Ferrous-Technologien von Metso

Anlagen Anlagenbau Australien Automation China Dekarbonisierung Deutschland Direktreduktion Eisenerze Energie EU Forschung Indien Industrie Innovation Instandhaltung Kooperation Maschinenbau Metallindustrie Metallurgie Modernisierung Profile Reparatur Roheisen Roheisenerzeugung Schmelze Service Sinter SMS SMS group Stahl Stahlerzeugung Unternehmen USA Wasserstoff Wasserstoffbasiert Wettbewerb
Mehr erfahren
Von links: Thomas Micka (LENA), Dr.-Ing. Franziska Sondej (Fraunhofer IFF), Dr.-Ing. Robert Kühn (Geschäftsführer ILG Ilsenburger Grobblech GmbH), Staatssekretärin Stefanie Pötzsch, Staatssekretär Thomas Wünsch, Dirk Trappe (LENA)
20.12.2025

Initiative zur industriellen Transformation der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt

Der SETUp-Verbund sendet ein geschlossenes Signal, wie energieintensive Industrien künftig resilienter, wettbewerbsfähiger und klimafreundlicher aufgestellt werden können

ABB Automatisierung Blech Bund Elektrifizierung Emissionen Energie Energieeffizienz Entwicklung Erdgas Ergebnis EU Forschung Fraunhofer Grobblech Handel HZ Ilsenburger Grobblech GmbH Industrie ING Innovation Investition KI Klima Klimaschutz Kooperation Kreislaufwirtschaft Optimierung Politik Produktion Sachsen Salzgitter Salzgitter AG Stahl Stahlindustrie Transformation Umwelt Unternehmen USA Walzwerk Wasserstoff Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsstandort Zahlen Zukunftstechnologie Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Die Werke von thyssenkrupp Electrical Steel in Gelsenkirchen und Isbergues stellen kornorientiertes Elektroband her – ein unverzichtbares Schlüsselmaterial unter anderem für Transformatoren in Umspannwerken und Windkraftanlagen. Aufgrund massiv gestiegener niedrigpreisiger Importe, insbesondere aus Asien, werden beide Standorte ab Mitte Dezember bis Jahresende vollständig geschlossen.
11.12.2025

thyssenkrupp Electrical Steel: Temporäre Betriebsstillstände in Deutschland und Frankreich

thyssenkrupp Electrical Steel (tkES) wird seine Produktion im laufenden Geschäftsjahr reduzieren und teilweise stilllegen.

Anlagen Deutschland Elektroband Energie Energiewende Energiewirtschaft Entwicklung Essen EU Frankreich Geschäftsjahr Handel ING KI Messe Produktion Stahl Studie Thyssenkrupp Steel Europe Transport Unternehmen Werkstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
Frank Becker, Geschäftsführer ROGESA/ZKS, bei der Übergabe der Urkunde an Renata Costa: Sales Europe & North America Director.
05.12.2025

Vale als „TOP-Lieferant 2024“ ausgezeichnet

Die ROGESA Roheisen- und Rohstoffgesellschaft Saar mbh und die ZKS Zentralkokerei Saar GmbH haben den brasilianischen Eisenerzproduzenten Vale als „Top Lieferant 2024“ a...

Auszeichnung Dillinger Direktreduktion DRI-Anlage Einsatzstoffe EU Gesellschaft Hochofen Industrie ING Innovation Kokerei Managementsystem Nachhaltigkeit Partnerschaft Roheisen Saarstahl Saarstahl AG SHS Stahl Stahlindustrie Strategie Transformation Transformationsprozess Vorstand Zentralkokerei Saar
Mehr erfahren