Unternehmen News
Photo: Demag Cranes & Components GmbH
11.12.2020

Kransteuerung in einer neuen Dimension

Bedienergesteuert oder automatisiert?

Demag bietet traditionell zwei Varianten für die Steuerung von Prozesskranen. Nun stellt das Unternehmen eine dritte Bedientechnologie vor: Die Demag Remote Operating Station (ROS) ist eine Fernbedienstation, über die der Bediener den Kran von einem beliebigen und komfortablen Arbeitsumfeld aus steuern kann. Durch die Entkoppelung von Krananlage und Bedienerplatz wird die Sicherheit der Kranbediener weiter erhöht und bauseitige Aufwendungen lassen sich minimieren.

Wo ist die beste Position, um einen Brückenkran zu bedienen? Die Antwort lautete jahrzehntelang: auf der Kranbrücke, denn hier hat der Bediener den besten Überblick. In vielen Anwendungsbereichen setzte sich inzwischen aber die (häufig zusätzliche) Funkfernsteuerung durch. Sie schafft die Voraussetzung für feinfühlige Handhabung der Last. Für manuell gesteuerte Krane in aggressiven Umgebungen wie z.B. Müllverbrennungsanlagen werden Steuerstände auch hinter Glaskanzeln installiert. Jetzt kann sich der Kranbetreiber für eine weitere Option entscheiden: die Demag Remote Operating Station (ROS). 

Vereinfacht beschrieben ist die ROS eine komplette, ortsunabhängige Bedienstation für Krane. Der Bediener hat sämtliche Bedienelemente im Zugriff, die üblicherweise in einer Krankabine installiert sind. Genau wie in der Kabine lässt sich die Bedieneinheit optimal an die Wünsche des Bedieners anpassen. Bei ROS kann der Betreiber allerdings entscheiden, wo die „virtuelle“ Kabine steht.

Bei der ROS sind alle Bedienelemente kompakt und ergonomisch in einem Tisch integriert, dessen Höhe so weit justiert werden kann, dass der Kran – wo auch immer er sich befindet – sowohl im sitzender als auch in stehender Position bedient werden kann. Neben den üblichen Joysticks mit verstellbaren Armauflagen steht ein Touch Panel oder - je nach Wahl des Anwenders - ein Tablet als Mensch-Maschine-Schnittstelle zur Verfügung, über das der Bediener zusätzliche Informationen abrufen kann. 

Den Blick auf den Prozess ermöglicht ein Breitbildmonitor, der Echtzeitbilder von mehreren Kameras erhält. Die Bildschirmaufteilung mit bis zu acht Einzelbildern kann der Bediener bedarfsgerecht konfigurieren. Ein „Dashboard“ mit prozessrelevanten Informationen wird gut sichtbar im unteren Teil des Bildschirms eingeblendet. In den Monitor integrierte Lautsprecher lassen die Bediensituation nochmals realistischer erscheinen. Somit bekommt der Bediener ein akustisches Feedback aus dem Prozess heraus, das ihn bei der Bedienung der Anlage unterstützt und ihn etwaige Prozessstörungen besser einschätzen lässt.

Im Vergleich mit der üblichen Krankabine bietet Demag ROS dem Bediener sogar eine noch deutlich bessere Sicht. Denn die Kameras können auch dort „hinschauen“, wo das normale Sichtfeld eingeschränkt wäre. Zoom-Funktionen über einen zusätzlichen Joystick oder das Einblenden von weiteren Informationen (Grafiken) sind ebenfalls möglich. Und die Möglichkeit, Screenshots oder digitale Videos zu speichern und Dritten zugänglich zu machen, erleichtert – zum Beispiel – die Schulung des Personals. 

Ein typischer Einsatzfall für diese neue Bedientechnologie sind Schüttgutkrane, z.B. in der Abfallverwertung. Das Handling des Abfalls einschließlich der Beschickung der Verbrennungslinien kann so aus einer sicheren und komfortablen Position heraus erfolgen. In anderen Umgebungen wie in Lagern für Coils, Container oder andere Güter kann Demag ROS auch zur Be- und Entladung von Lkw eingesetzt werden. Das bietet nicht nur einen hohen Komfort für die Bediener und somit eine gute Voraussetzung für konzentriertes, sicheres Arbeiten. Es verringert auch die Investitions- und Betriebskosten deutlich, weil an den Kranen selbst keine Kabinen installiert werden müssen und der Zugang zur Kabine entfallen kann. 

Vorrangige Einsatzmöglichkeiten der „Remote Operating Station“ als „virtueller Krankabine“ sieht Demag bei Kranen, die in ungünstigen Umgebungsbedingungen arbeiten. Beispiele sind neben der Abfallwirtschaft (Müllverbrennungsanlagen, Biomasse/ Kompostierwerke) u.a. die Metallerzeugung und -verarbeitung, wie Gießereien und Stahlwerke. Grundsätzlich sind dem Einsatz der ROS in jedweder Anwendung und Umgebung jedoch keine Grenzen gesetzt. Selbstverständlich erfüllt sowohl die ROS selbst als auch die (Fern-) Datenübertragung alle einschlägigen Sicherheitsanforderungen an Kransteuerungen. 

Bisherige Erfahrungen mit Demag ROS zeigen, dass diese neuartige Kranfernsteuerung nicht nur die Produktivität des Krans steigert und die Kosten senkt. Die per ROS bedienten Krane arbeiten auch mit sehr hoher Sicherheit und geringem Beschädigungsrisiko, weil der Bediener immer den besten Blick auf den Prozess hat und dabei in einer ergonomischen und komfortablen Umgebung arbeitet. 

(Quelle: Demag Cranes & Components GmbH)

Schlagworte

Demag Cranes & Components GmbHFernbedienstationProzesskraneSteuerung

Verwandte Artikel

Jochen Burg, CEO und Fabíola Fernandez, CFO beim Jahrespressegespräch der SMS group.
21.05.2026

SMS group steigert Gewinn und investiert in nachhaltige Technologien

Die SMS group hat im Geschäftsjahr 2025 ihre wirtschaftliche Entwicklung trotz eines weiterhin sehr anspruchsvollen Marktumfelds erneut verbessert.

Anlagen Arbeitssicherheit Bund CO2 Dekarbonisierung Digitalisierung Emissionen Energie Entwicklung Erfolgsfaktor Ergebnis Essen EU Forschung Geschäftsjahr Getriebe Hochofen HZ IMU Indien Industrie ING Innovation Investition Kreislaufwirtschaft Metallindustrie Nachhaltigkeit Produktentwicklung Produktion Rohstoffe Service Sinter Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Steuerung Strategie Tata Steel TEMA Transformation Unternehmen Vorstand Wettbewerb Wirtschaft Zahlen
Mehr erfahren
15.05.2026

thyssenkrupp im 2. Quartal 2025/2026

In einem anhaltend herausfordernden Marktumfeld hat thyssenkrupp im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 seine operative Leistungsfähigkeit weiter gesteigert.

Anlagen Anlagenbau Anpassung Automation Automotive Bund Direktreduktion DSV Duisburg Elektrolyse Energie Entwicklung Ergebnis EU Europa Geschäftsjahr Handel HKM IBU Industrie ING Investition KI Konstruktion Kooperation Lieferketten Modernisierung Navantia S.A. Neubau Niederlande Nordamerika Produktion Restrukturierung Salzgitter AG Service Spanien Stahl Stahlindustrie Steuerung Strategie Technik Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp AG Thyssenkrupp nucera Thyssenkrupp Steel Europe Transformation Unternehmen USA Vereinbarung Verkauf Verlag Vertrieb Vorstand Werkstoff Werkstoffhandel Wettbewerb Wirtschaft Zahlen Zusammenarbeit
Mehr erfahren
SMS group und Delegation von Hyundai Steel auf dem SMS Campus, Mönchengladbach, Deutschland
13.05.2026

Walzwerkstechnologie von SMS group für das neue Stahlwerk in den USA

Milliardenschwere Investition von Hyundai Steel und POSCO in Louisiana zur Lieferung von Automotive-Stahl an die US-Automobilhersteller.

Anlagen Automation Automobil Automotive Blech Bramme Bund Coils Einsparung Emissionen Energie Ergebnis EU Haspel Hpl Hyundai Steel HZ ING Investition Kaltband Kaltwalzen KI Lieferung Logistik Messung Nordamerika Posco Presse Produktion Profile Prozesssteuerung SMS SMS group Stahl Stahlblech Stahlwerk Steuerung Temperatur Transport USA Walzen Warmband Wirtschaft
Mehr erfahren
Birgit Potrafki, Finanzvorständin der Salzgitter AG
13.05.2026

Salzgitter-Konzern mit sehr erfreulichem Start in das Geschäftsjahr 2026

Der Salzgitter-Konzern verzeichnete im ersten Quartal 2026 mit 280 Mio. € EBITDA VX sowie 179 Mio. € EBT VX ein sehr erfreuliches Resultat, das wesentlich getragen wurde...

Dekarbonisierung Entwicklung Ergebnis EU Geschäftsjahr Handel ING Investition KI LED Politik Salzgitter AG Stahl Stahlerzeugung Steuerung USA Wirtschaft Zahlen
Mehr erfahren
Von links nach rechts: Vorne: Ola Norén, Head of Metallurgy, ABB; Dr. Jochen Wans, VP of Casting Flat, SMS group. Hinten: Lothar Fischer, Casting Flat, SMS group; Carl Almeby, Sales Manager for northern & western Europe for ABB Metallurgy; Eva Wadman, Industrial Automation Measurement & Analytics Västerås, Sweden.
11.05.2026

ABB und SMS group unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

Das Dünnbrammenkonzept CSP® Nexus erhält künftig eine adaptive Strömungsregelung in der Kokille

Anlagen Anpassung Bramme Energie Entwicklung EU HZ IMU ING KI Kooperation Partnerschaft Produktion Schweden SMS SMS group SMS group GmbH Stahl Steuerung Strategie TRIP USA Vereinbarung Walzanlage Walzen Zusammenarbeit
Mehr erfahren