Wirtschaft
Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl - Bild: Wirtschaftsvereinigung Stahl
01.10.2025

Netzentgelte: Stahlindustrie drängt auf dauerhafte Lösung

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben heute die vorläufigen bundeseinheitlichen Netzentgelte für das kommende Jahr bekannt gegeben. Infolge des für 2026 geplanten staatlichen Zuschusses zu den Übertragungsnetzkosten ist demnach mit einer Halbierung der Netzentgelte zu rechnen.

Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, erklärt:
„Für die Stahlindustrie ist dies eine dringend notwendige und überfällige Entlastung.“

Die in den letzten beiden Jahren explosiv gestiegenen Netzentgelte sind eine massive Belastung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Stahlindustrie in Deutschland – und das in einer Zeit, in der die Branche existenziell unter Druck steht: aufgrund von globalen Überkapazitäten, daraus folgenden subventionierten Billigimporten sowie einer historisch schwachen Konjunktur.

Seit 2023 muss die Stahlindustrie in Deutschland mit einem Anstieg der Übertragungsnetzentgelte um 130 Prozent und Mehrkosten von 300 Millionen Euro im Jahr fertig werden.

Die Stahlverbandschefin fordert:
„Deshalb kommt es nun darauf an, den staatlichen Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro im Haushalt 2026 nicht nur wie geplant zu beschließen, sondern auch verlässlich für die Zukunft abzusichern!“ 

Derzeit ist dies noch nicht der Fall, denn der Gesetzentwurf zur Bezuschussung der Übertragungsnetzkosten bezieht sich lediglich auf das Jahr 2026.

Rippel fordert: 
„Wir rufen die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, hier Klarheit darüber zu schaffen, dass die Netzkostenentlastungen auch über 2026 hinaus und für die Folgejahre gelten. Jährliche Einzelentscheidungen bedeuten jährliche Unsicherheiten – und das ist Gift für Investitionsentscheidungen von Unternehmen! In Zeiten wie diesen brauchen Unternehmen langfristige Planungssicherheit, um wettbewerbsfähig zu bleiben und klimaneutral zu werden.“

Schon heute steht fest: Die notwendigen, aber extrem hohen Kosten des Netzausbaus in Deutschland werden die Netzentgelte auch künftig auf hohem Niveau halten – Tendenz sogar steigend. Hinzu kommen Strombezugspreise, die in Deutschland deutlich über dem Niveau anderer Länder liegen.

Rippel sagt:
„Am Ende brauchen wir eine langfristige Lösung für einen planbaren, international wettbewerbsfähigen Industriestrompreis – eine verlässliche und dauerhafte Deckelung der Netzentgelte ist der erste Schritt in die richtige Richtung.“ 

(Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl) 

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