Wirtschaft
Auf dem Ausbildungsmarkt im Maschinen- und Anlagenbau ist die Situation für Bewerber weiterhin gut - Foto: katemangostar/freepik
04.06.2020

VDMA: Maschinenbau will trotz Corona weiter ausbilden

Unternehmen halten an Ausbildungsplänen überwiegend fest

Auch in der Corona-Krise bleibt eine gute Ausbildung ein wichtiges Ziel im mittelständisch geprägten Maschinenbau. Laut einer aktuellen Umfrage des VDMA unter gut 600 Mitgliedsfirmen gehen 68 % der Befragten davon aus, dass sie künftig genauso viele gewerblich-technische Ausbildungsplätze anbieten können, wie vor der Pandemie. Die Einschätzung für kaufmännische Ausbildungsplätze ist ähnlich positiv: 63 % der Firmen wollen ihr Angebot aufrechterhalten. Einen Rückgang des Ausbildungsplatzangebots im gewerblich-technischen Bereich vermuten 20 % der befragten Firmen, etwa 5 % sehen dagegen sogar einen Anstieg voraus. Die geringste Auswirkung wird die Pandemie laut VDMA-Umfrage auf das duale Studium haben.

„Der Maschinenbau ist mit rd. 1,3 Mio. Beschäftigten der größte industrielle Arbeitgeber im Land, ebenso ist die Branche führend bei den Auszubildenden in der Industrie. Und die Unternehmen wissen um ihre Verantwortung – gerade in der Ausbildung“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA. Zwar ist es für die Firmen aktuell eine außerordentliche Anstrengung, angesichts von Kurzarbeit in vielen Betrieben das Ausbildungsangebot hoch zu halten. „Aber die großen technologischen Aufgaben unserer Zeit bleiben, der Investitionsbedarf in Forschung, nachhaltige Produktion und Digitalisierung ebenso. Nur mit gut ausgebildeten Menschen und deren Innovationen werden wir diese Aufgaben lösen können“, betont Rauen.

Unkenrufen, wonach der gesamte Ausbildungsmarkt angesichts Corona vor einem dramatischen Rückgang stehen könnte, erteilt der VDMA daher eine klare Absage. „Auf dem Ausbildungsmarkt im Maschinen- und Anlagenbau ist die Situation für Bewerber weiterhin gut, auch wenn einige unserer Unternehmen voraussichtlich Ausbildungsplätze reduzieren werden“, sagt Jörg Friedrich, Leiter VDMA Bildung. Zuletzt hatte die Bundesagentur für Arbeit für den April gemeldet, dass es in den maschinenbaurelevanten Berufen rd. 19.000 mehr unbesetzte Ausbildungsstellen gab als Bewerber. „Corona wird sicherlich Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Wie hoch diese den zukünftigen Personal- und Nachwuchsbedarf beeinflussen werden, ist aber derzeit nicht vorhersehbar“, resümiert Friedrich.

Die Ergebnisse der Blitzumfrage im Überblick
  • Die Mehrheit der Unternehmen (68 %) geht davon aus, dass sie künftig genauso viele gewerblich-technische Ausbildungsplätze anbieten können, wie vor Corona. Die Einschätzung für kaufmännische Ausbildungsplätze liegt mit 63 % nur knapp darunter. Einen Rückgang des Ausbildungsplatzangebots vermuten
    20 %, etwa 5 % sehen dagegen einen Anstieg voraus.
  • Für duale Studienplätze in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik gilt: annähernd die Hälfte der Befragten geht von einem gleichbleibenden Angebot im Unternehmen aus. Nur 7 % befürchten, dass die Einstellungszahl sinken könnte. 9 Prozent gehen sogar davon aus, dass das Angebot steigen wird.
  • Schwieriger könnten die Zeiten für Hochschulabsolventen und -absolventinnen werden. Immerhin 37 % der Unternehmen befürchten hier einen Rückgang der Stellenangebote. Doch auch bei dieser Frage geht die Mehrheit davon aus, dass sich die Angebotssituation durch Corona nicht verändern wird (57 %). Und immerhin 6 % rechnen mit einer Zunahme.
  • Bemerkbar macht sich Corona auch bei den Praktika für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende. Jeweils etwa ein Drittel der Befragten schätzen, dass das Angebot hier zurückgehen wird. 60 % der Befragten prognostizieren aber: „Es bleibt, wie es ist.“
  • Auch das Angebot von Bachelor- oder Masterarbeit in Unternehmen ist betroffen: Rd. 20 % gehen davon aus, dass das Angebot für Studierende abnehmen wird. 60 % sehen dagegen keine Veränderung; rd. 5 % gehen von einer Zunahme aus.
  • Für 46 % der Befragten ist Rekrutierung während Corona Krise die größte Herausforderung. Kontaktbeschränkungen erschweren die üblichen Rekrutierungs-Formate, wie Tage der offenen Tür, Schulbesuche, Praktika und Bewerbungsgespräche vor Ort. Entsprechend gewinnen Online-Formate an Bedeutung.

VDMA

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