Die Bundesnetzagentur hat am 27. Mai 2026 den Stand ihrer konzeptionellen Überlegungen zur Reform der Netzentgeltsystematik vorgestellt.
Dazu Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl:
„Die neue Netzentgeltsystematik ist für die Stahlindustrie von zentraler Bedeutung, denn ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu international wettbewerbsfähigen Strompreisen ist die Senkung der Netzkosten.
Dazu können insbesondere auch die Sondernetzentgelte für die Industrie beitragen, die ebenfalls Bestandteil der Überarbeitung sind und für unsere Unternehmen besonders im Fokus stehen. Wesentlich ist, dass diese praktikabel ausgestaltet werden und die geplanten Anforderungen an flexibles und systemdienliches Verhalten die tatsächlichen Möglichkeiten der Unternehmen berücksichtigen. Denn klar ist: Die Stromabnahme in der Stahlproduktion lässt sich nicht beliebig steuern. Es gibt klare technische, wirtschaftliche, aber auch soziale Grenzen, die beachtet werden müssen.
Unverständlich sind für uns die Überlegungen, die bestehende Regelung zur atypischen Netznutzung langfristig abzuschaffen. Diese hat sich gerade in der Stahlindustrie bewährt und ist gut begründet. Denn sie setzt Anreize, den Stromverbrauch in Zeiten hoher Netzauslastung zu verringern.
Eine Abschaffung würde unseren Unternehmen nicht nur wichtige Möglichkeiten zur Senkung der Stromkosten nehmen, sondern auch Potenziale für eine effiziente Netznutzung ungenutzt lassen. Angesichts anhaltend hoher und international nicht wettbewerbsfähiger Stromkosten wäre das ein falsches Signal. Wenn wir Industrie und Energiewende zusammenbringen wollen, brauchen wir funktionierende Anreize – auch die atypische Netznutzung gehört dazu.“
(Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl)
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