Unternehmen Trendthema News
Bandstahl hergestellt bei der Wuppermann Staal Nederland B.V. in Moerdijk. - Phtoto: Wuppermann AG
03.09.2020

CO2 einsparen

Die Wuppermann-Gruppe hat das renommierte Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) beauftragt, die Umwelt-wirkung des Heat-to-Coat-Bandverzinkungsverfahrens der Wuppermann-Gruppe zu untersuchen und gegen das konventionelle Kaltband-Verzinkungsverfahren zu vergleichen.

Die Verzinkungsprozesse samt Nachbehandlung verursachen am Standort Moerdijk (NL) 0,126 kg CO2-eq./kg und am Standort Judenburg (AT) 0,105 kg CO2-eq./kg CO2-Emissionen. Der Referenzprozess verursacht CO2-Emissionen von 0,183 kg CO2-eq./kg. Somit ergibt sich eine CO2-Einsparung von 31 % am Standort Moerdijk und 43 % am Standort Judenburg. Dies inkludiert die Emissionen aus der Herstellung des verbrauchten Zinks und Stroms. Nicht mit einbezogen in diese sogenannte Gate-to-Gate-Betrachtung ist die Umweltwirkung des Vormaterials Warmband.

Bei einem jährlichen Verzinkungsvolumen von etwa 600.000 Tonnen ergeben sich CO2-Einsparungen in Höhe von 34.200 Tonnen am Standort Moerdijk. In Judenburg sind es 4.680 Tonnen Einsparung bei einer Verzinkungsleistung von etwa 60.000 Tonnen.

„Wir freuen uns über den Nachweis, dass unser spezielles Heat-to-Coat-Verfahren weniger Kohlen-stoffdioxid emittiert als marktübliche Verzinkungs-verfahren. Hierfür gibt es zwei wesentliche Gründe: Erstens nutzen wir im Gegensatz zum Standard-verfahren keine fossilen Brennstoffe, sondern ausschließlich Strom zum Aufheizen. Zweitens können wir das energieintensive Rekristalisationsglühen vermeiden, weshalb die maximale Temperatur in unserem Prozess bei ca. 450°C, statt 750°C, liegt“, so Karsten Pronk, technischer Geschäftsführer der Wuppermann Staal Nederland B.V.

Daraus ergibt sich, dass jede Verbesserung des Energie-mixes hin zu erneuerbaren Energien unmittelbar zu einer Reduktion des CO2-Fußabdrucks der Heat-to-Coat Verzinkung führt. Denn den größten Beitrag zu den CO2-Emissionen des Wuppermann-Prozesses – und damit auch den wichtigsten Hebel für weitere Emissions-senkungen – generiert der elektrische Energiebedarf für das Beizen und die Verzinkung. Die Produktion und Herkunft des Zinks spielen ebenfalls eine große Rolle.

„Für unsere Kunden gewinnt die Ökobilanz der Stahlher-steller zunehmend an Bedeutung. Der Nachweis des Fraunhofer-Instituts zum CO2-Vorteil des Wuppermann-Verzinkungsprozesses hilft daher nicht nur Europa, sondern auch unseren Kunden bei der Erreichung ihrer Klimaziele“, ergänzt Johannes Nonn, Sprecher des Vorstands der Wuppermann AG.

Für die dritte und neueste Bandverzinkungsanlage im Verbund der Wuppermann-Gruppe am Standort Győr in Ungarn wird die Ökobilanzierung durchgeführt, sobald ausreichende und aussagekräftige Daten zur Verfügung stehen.

(Quelle: Wuppermann AG)

Photo: Wuppermann AG
Photo: Wuppermann AG

Schlagworte

BandverzinkungsverfahrenCO2FraunhoferWuppermann

Verwandte Artikel

Carbon2Chem®-Technikum in Duisburg
19.08.2026

Zehn Jahre Carbon2Chem®

Vom Forschungsprojekt zur Blaupause für klima-neutrale Industrie

2016 Bund Carbon2Chem® CO2 Duisburg Elektrolyse Elektrolyseur Emissionen Energie Energiewirtschaft Entwicklung EU Forschung Forschungsprojekt Fraunhofer Gesellschaft Industrie Klima Max-Planck-Institut Partnerschaft Produktion Recycling Stahl Stahlproduktion Technik thyssenkrupp Thyssenkrupp nucera Thyssenkrupp Uhde Transformation Transformationsprozess Umwelt Unternehmen Wasserstoff Wirtschaft Zusammenarbeit
Mehr erfahren
thyssenkrupp Rasselstein und VSB Integrated Energy Solutions schließen On-site Power Purchase Agreement. Dr. Thorsten Krenke, CTO der thyssenkrupp Rasselstein GmbH; Frederic Wagner, Geschäftsführer der VSB Integrated Energy Solutions GmbH (v.l.n.r.).
11.08.2026

thyssenkrupp Rasselstein bezieht Grünstrom

thyssenkrupp Rasselstein errichtet auf dem Werksgelände eine großflächige Photovoltaik-Freiflächenanlage.

Anlagen CO2 Dekarbonisierung Energie Ergebnis EU Finanzierung Gesellschaft Industrie Konstruktion Nachhaltigkeit Stahl Strategie
Mehr erfahren
Mit Hilfe der Atomsonde untersuchte Xizhen Dong, eine der Erstautorinnen der Studie und Postdoktorandin am Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien, wie sich Wasserstoff bei erhöhten Temperaturen auf Nickelbasis-Superlegierungen auswirkt. Solche Legierungen werden unter anderem für Turbinenschaufeln in Gasturbinen und Flugzeugen eingesetzt.
10.08.2026

Forschung zu Wasserstoffeinfluss auf Turbinenwerkstoffe

Ziel ist es zu erforschen, wie Wasserstoff die Nickelbasis-Superlegierungen – der Werkstoff für Turbinenschaufeln – unter den extremen Bedingungen beeinflusst.

Bund China CO2 CO2-Emissionen Deutschland Emissionen Energie Ergebnis EU Forschung HZ IMU ING Legierungen Max-Planck-Institut Studie Temperatur Umwelt Wasserstoff Werkstoff Werkstoffe Wirtschaft
Mehr erfahren
Von links: Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, zeigt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche die SALCOS-Baustelle. Auch der niedersächsische Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier und Heike Denecke-Arnold, Geschäftsführerin Salzgitter Flachstahl GmbH, blicken vom Gasometer aus auf die Baufortschritte.
31.07.2026

Wirtschaftsministerin Reiche besucht Salzgitter AG

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat sich über die Transformationsfortschritte der Salzgitter AG informiert und besuchte die SALCOS®-Baustelle.

Bund CO2 CO2-neutral Deutschland DSV Energie Essen EU Europa Flachstahl Gesellschaft HZ Industrie ING KI Niedersachsen Politik Produktion Sachsen Salzgitter Salzgitter AG Salzgitter Flachstahl Salzgitter Flachstahl GmbH Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Transformation Unternehmen USA Vorstand Wasserstoff Wettbewerb
Mehr erfahren
Stefan Rauber, Vorstandsvorsitzender von Saarstahl und Dillinger
21.07.2026

SHS begrüßt verhalten die Vorschläge zum EU-Emissionshandel

Sie enthalten aus Sicht der saarländischen Stahlindustrie zwar Änderungen. Sie lassen jedoch zugleich erkennen, dass die Europäische Kommission an den Grundprinzipien des...

Bund CO2 Dillinger DSV Energie Entwicklung EU Europa Handel Industrie ING Investition Klima Klimaschutz Politik Saarstahl Stahl Stahlindustrie Transformation Unternehmen USA Vorstand Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren