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Vorsichtig wird die schmelzflüssige Elektroofen-Schlacke in den Prototypen gekippt - Photo: Max Aicher GmbH & Co. KG
11.09.2025

Max Aicher nimmt Pilotanlage in Betrieb

Mit der Inbetriebnahme einer speziell für dieses Forschungsvorhaben angefertigten Pilotanlage erreicht das laufende Projekt einen Meilenstein von internationaler Bedeutung. Die neu errichtete Anlage gilt als weltweit einzigartig und ermöglicht die erste Nassgranulation von schmelzflüssiger Elektroofenschlacke im Tonnenmaßstab.

Die Pilotanlage dient dazu, das bisher im Labor erprobte Verfahren erstmals im industriellen Maßstab umzusetzen. Damit wird der entscheidende Schritt von der Grundlagenforschung hin zur praktischen Anwendung vollzogen.

„Wir haben gezeigt, dass unsere Konzepte nicht nur theoretisch tragfähig sind, sondern auch in einem realen Umfeld zuverlässig funktionieren“, so Dr. Dirk Mudersbach, Geschäftsführer der Max Aicher Umwelt GmbH.

Die Anlage ist mit einem Schlackenaufgabetrichter, einem speziellen Spritzkopf, einem Prozesswasserbecken von der Größe eines kleinen Schwimmbeckens – rund 12 Kubikmeter – sowie mit zwei Hochleistungspumpen ausgestattet.

„In den nächsten Monaten sollen mit dieser Pilotanlage mehrere hundert Tonnen sogenannten „Schwarzen Hüttensands“ (SHS) produziert werden, um perspektivisch den konventionellen Hochofen Hüttensand für die Zement- und Betonherstellung ersetzen zu können”, ergänzt Projektleiterin Elke Kaindl.

Mit dem Verfahren der Nassgranulation von schmelzflüssiger Elektroofenschlacke wird eine hochwertige und CO2-arme Alternative für den üblichen Kalkstein-basierten Klinker in der Zementindustrie produziert. Besonders hervorzuheben ist die Einzigartigkeit der Anlage: Weltweit existiert bislang kein vergleichbarer Prototyp, der Forschung und Praxis auf diesem Niveau zusammenführt.

Die Inbetriebnahme markiert zugleich den Beginn einer intensiven Test- und Optimierungsphase. Hierbei werden Betriebsdaten gesammelt, Maschinenbauteile optimiert, Prozesse angepasst und Potenziale für den späteren großtechnischen Einsatz identifiziert.

Außerdem muss die SHS-Produktqualität in Abhängigkeit von den Gegebenheiten am Elektrolichtbogenofen nachgewiesen werden, um den Projektpartnern aus der Zementindustrie geeignete große Mengen zur Verfügung zu stellen. Mit dem SHS werden dann schlussendlich Betonfertigbauteile gefertigt, die sich beweisen und bewähren müssen. Auf dieser Grundlage wird dann ein Konzept für eine großtechnische Betriebsanlage in Meitingen vorbereitet.

„Dies würde ein neues Zeitalter in der nachhaltigen Nutzung der Schlacke einläuten“, so Kaindl.

Das Projektteam zeigt sich zuversichtlich:
„Mit dieser Pilotanlage setzen wir einen neuen Standard. Sie ist ein sichtbares Zeichen für die Innovationskraft und den Pioniergeist, die alle unsere Vorhaben prägen und für die die Max Aicher Gruppe steht“, so Martin Kießling, Geschäftsführer der Lech-Stahlwerke GmbH.

(Quelle: Max Aicher GmbH & Co. KG)

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