Statement
Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, - Bild: Wirtschaftsvereinigung Stahl
02.06.2025

Zu den Auswirkungen der verschärften US-Stahlzölle

Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl:

„Die von Präsident Trump angekündigte Verdopplung der US-Zölle auf Stahlimporte markiert eine neue Eskalationsstufe im transatlantischen Handelskonflikt. Eine 50-Prozent-Abgabe auf Stahlexporte ist eine massive Belastung für unsere Branche, da sie den Druck auf die ohnehin krisenhafte Konjunktur weiter erhöhen wird und unsere Stahlindustrie auf vielfältige Weise trifft.

Zum einen werden die Maßnahmen unsere direkten Exporte in den US-Markt stärker belasten. Noch problematischer ist der indirekte Effekt: Traditionelle Lieferländer drohen durch die exorbitanten Zölle den Zugang zum US-Markt zu verlieren und werden in der Folge ihren Stahl in den EU-Markt umleiten.

Dadurch wird sich der ohnehin bereits erhebliche Importdruck auf Europa weiter verschärfen. Schon heute wird jede dritte Tonne Stahl importiert. Leider auch – und das wissen die wenigsten – aus Russland, das jährlich drei bis vier Millionen Tonnen Stahl in die EU liefert.

Wesentlich ist für die EU-Kommission deshalb jetzt die Balance zwischen hartem Handelsschutz und klugen Verhandlungen zu halten: Konkret braucht es zum einen jetzt zeitnah ein wirkungsvolles Handelsschutzinstrument für die europäische Stahlindustrie – daran wird derzeit intensiv gearbeitet und das begrüßen wir.

Zum anderen sind Verhandlungen über ein bilaterales Stahlabkommen mit den USA wichtig. Auch hier unterstützen wir die Bemühungen der EU-Kommission zu 100 Prozent. Von der Bundesregierung brauchen wir jetzt den im Koalitionsvertrag angekündigten Support in Brüssel.“

(Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl)

Schlagworte

BundEUEU-KommissionHandelHandelskonfliktIndustrieKIRusslandStahlStahlindustrieUSAWirtschaft

Verwandte Artikel

Finkl Steel integriert Kompetenz aus Europa, um die Bedarfe für maritime Anwendungen zu erfüllen.
12.06.2026

Swiss Steel Group will amagnetischen Edelstahl künftig in Kanada produzieren

Der kanadische Stahlhersteller Finkl Steel Sorel (Swiss Steel Group) will künftig das europäische Know-how der Swiss Steel Group und die am kanadischen Standort Sorel vor...

Austenit Austenitisch Chrom Deutsche Edelstahlwerke Edelstahl EU Gesellschaft Industrie Kanada Lieferung Offshore Spezialstahl Stahl Stahlwerk Swiss Steel Group Technik Temperatur Unternehmen Werkstoff Werkstoffnummer
Mehr erfahren
12.06.2026

thyssenkrupp veräußert verbleibende Beteiligung an AST an Arvedi

thyssenkrupp hat am 0. Juni 2026 seine verbleibende Beteiligung in Höhe von 15 Prozent an der Acciai Speciali Terni S.p.A. (AST) an die italienische Arvedi Gruppe veräuße...

Arvedi Bund Deutschland Edelstahl EU HZ ING Italien Stahl Stahlwerk Thyssenkrupp AG Transformation Unternehmen USA Verkauf Vertrieb Vorstand Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Mit der neuen Gasverdüsungsanlage kann SSAB hochwertiges Metallpulver im industriellen Maßstab herstellen und die wachsende Nachfrage bedienen
11.06.2026

SSAB beauftragt Bau einer Gasverdüsungsanlage

SSAB, Vorreiter in der Produktion hochfester Stahlsorten, hat SMS group den Auftrag für eine neue Gasverdüsungsanlage am Standort Oxelösund in Schweden erteilt.

3D-Druck Elektrolichtbogenofen EU Gasum Industrie ING Investition Kaltwalzen Lichtbogenofen Metallpulver Partnerschaft Produktion Pulver Schmelze Schmelzen Schweden SMS SMS group Stahl USA Verteidigung Walzen Wettbewerb
Mehr erfahren
10.06.2026

Katalysatoren beschleunigen wasserstoffbasierte Stahlproduktion

Zweimal schnellere Legierungsherstellung durch Zugabe von Nickeloxiden

Automobil CO2 CO2-Emissionen Direktreduktion Eisenerze Emissionen Energie Entwicklung Ergebnis Essen EU Forschung Handel HZ Industrie ING Legierungen Lichtbogenofen Max-Planck-Institut Metallurgie Produktion Reduktionsmittel Stahl Stahlproduktion Technik TEMA Temperatur USA Wasserstoff Wasserstoffbasiert
Mehr erfahren
Industrie und Politik setzen gemeinsames Signal für den Wasserstoffhochlauf (v.l.n.r.): Gitta Connemann (Parlamentarische Staatssekretärin im BMWE), Stefan Dohler (CEO EWE AG), Gunnar Groebler (CEO Salzgitter AG) und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies bei der offiziellen Vertragsunterzeichnung für die langfristige Lieferung von grünem Wasserstoff in Berlin
10.06.2026

Salzgitter AG vereinbart Wasserstofflieferung

EWE und Salzgitter Flachstahl vereinbaren langfristige Lieferung von 10.000 Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr.

Anpassung Berlin BMW Bund CO2 CO2-Emissionen Deutschland Direktreduktion Elektrolyse Elektrolyseur Emissionen Energie Erdgas EU Europa Flachstahl Hochofen HZ Industrie ING Investition KI Klima Koks Lieferung Niedersachsen Partnerschaft Politik Produktion Sachsen Salzgitter Flachstahl Salzgitter Flachstahl GmbH Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Transformation Transport Unternehmen USA Veranstaltung Vereinbarung Wasserstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren