Forschung
OTG Gronau entfernte per Elektropolitur herstellungsbedingte Verunreinigungen von diesen empfindlichen Edelstahlwaben. Die Studienobjekte kommen in der Grundlagenforschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zum Einsatz. - Photo: OTH/OTG
10.12.2021

Auftrag vom Karlsruher Institut für Technologie

„Lehrauftrag“: OTG Gronau elektropoliert Studienobjekte für Astroteilchenphysik

Normalerweise geht´s von der Uni in die Praxis – in diesem Fall war es umgekehrt: Vor ihrem experimentellen Einsatz in der Astroteilchenphysik bekamen sechs Studienobjekte durch eine Elektropolitur bei der OTG Gronau den letzten Schliff. Der Oberflächenspezialist brachte die ungewöhnlichen hexagonalen Edelstahlwaben für das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) auf Hochglanz. Das KIT ist die Forschungsuniversität in der Hemholtz-Gemeinschaft.  

Aufgabe: Entfernung von Graten und herstellungsbedingten Verunreinigungen auf Spezialstahl
Das KIT-Zentrum Elementarteilchen- und Astroteilchenphysik (KCETA) steht für experimentelle und theoretische Forschung und Lehre. Für ihre Untersuchungen in der Astroteilchenphysik brauchen die Wissenschaftler makellose Objekte. Die für Präzisionsexperimente vorgesehenen Waben – gefertigt aus einem Spezialstahl – wiesen aber herstellungsbedingte Verunreinigungen auf. Bei der Suche nach einer Lösung stieß das Institut auf die OTG Gronau.

Dazu Klaus Eitel vom KIT: „Wir haben dort zunächst ein Muster elektropolieren lassen. Das Testergebnis entsprach unserer Vorstellung und wir konnten die Zusammenarbeit starten.“

Für den Oberflächenspezialisten war es ein eher ungewöhnlicher, aber spannender „Lehrauftrag“: die Entfernung von Graten und die Glättung der Oberflächen von sechs hochempfindlichen, hexagonalen Strukturen für die Grundlagenforschung. Mit einem Durchmesser von rund 1,50 Meter und einer Wabenwandstärke von 200 Mikrometern.  

Ziel: metallurgisch reine Oberflächen im Mikrobereich
Bei der Bearbeitung der Muster legten die Oberflächenspezialisten zunächst Verfahrensparameter fest. Nachdem der Kunde die Ergebnisse positiv bewertet hatte, waren diese Vorgabewerte maßgeblich für die Elektropolitur der Waben.

„Diese Objekte haben sehr filigrane Strukturen, das erforderte ein extrem vorsichtiges Vorgehen. Jede Beschädigung hätte ihre Funktion beeinträchtigt. Das Elektropolieren – ein abtragendes Fertigungsverfahren ohne thermische oder mechanische Belastung – ist daher sehr gut geeignet“, erklärt OTG-Geschäftsführer Udo Gensowski.

Um exakt gleiche Ergebnisse für alle sechs Waben zu gewährleisten, mussten auch die Parameter des Elektropolierbades hundertprozentig identisch sein. Finaler Schritt der Bearbeitung war eine Endspülung über mehrere Stunden mit demineralisiertem Wasser (VE-Wasser).

Elektropolieren: Reinigung ohne thermische oder mechanische Belastung
Das Elektropolieren schafft metallurgisch reine Oberflächen im Mikrobereich. Es beseitigt störende raue Stellen, Grate und Verunreinigungen. Die OTG bearbeitet damit u. a. medizinische Instrumente der Steriltechnik und aus dem chemischen und pharmazeutischen Apparate- und Anlagenbau. Die Experten bewerten unterschiedliche Edelstähle nach ihrer Eignung für eine Elektropolitur und übernehmen auch die Vor- und Nachbehandlung von Werkstücken. 

(Quelle: OTH–Oberflächentechnik Hagen GmbH & Co. KG)       

 

Schlagworte

AnlagenAnlagenbauEdelstahlErgebnisEUForschungINGMesseOTH–Oberflächentechnik Hagen GmbH & Co. KGSpezialstahlStahlStudieTechnikUSAZusammenarbeit

Verwandte Artikel

Laborversuch im 1-kg-Maßstab
29.09.2026

Outokumpu stellt EvoMaterials vor

Proprietäre Technologieplattform für die Herstellung CO₂-armer hochangereicherter Metalle – auf dem Weg zur Pilotproduktion

Bund Chrom DSV Emissionen Entwicklung EU Europa Forschung HZ Industrie ING Innovation KI Klima Legierungen Lieferketten Outokumpu Patent Produktion Projektmanagement Unternehmen USA Vereinbarung Verteidigung Vorstand Werkstoff Werkstoffe Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
28.09.2026

steelbuy: Neue Plattform von tk accelis in den USA gestartet

Die Plattform unterstützt die Strategie von tk accelis, in Nordamerika zu expandieren und die Digitalisierung von Lieferketten voranzutreiben

Aluminium Blech Bleche Coils Digitalisierung Edelstahl EU Handel Industrie ING Lieferketten Modernisierung Nordamerika Service Stahl Stahlhandel Stahlindustrie Stahlwerk Strategie Tk accelis Unternehmen USA Verkauf Verlag Vertrieb
Mehr erfahren
25.09.2026

CO₂-Rechnung für Stahl könnte sich verdoppeln

EUROFER schätzt, dass die steigenden EU-CO₂-Abgaben den konventionellen Hochofenstahl nach 2030 drastisch verteuern werden

Dekarbonisierung Emissionen Energie Entwicklung Essen EU EUROFER Europa Handel Hochofen HZ IBU Importe Industrie ING Investition Klima Klimaneutraler Stahl Messe Schrott Transformation Unternehmen Verkauf Verlag Wettbewerb Wirtschaft Zahlen Zertifikat
Mehr erfahren
24.09.2026

Rohstahlerzeugung im August 2026: Weiterhin verhaltene Erholung

Die Rohstahlproduktion in Deutschland hat im August 2026 mit einem Plus von 1,7 Prozent im Vorjahresvergleich nur leicht zugelegt.

Deutschland EU Hochofen ING Konverter Produktion Rohstahlproduktion Schrott Stahl Stahlerzeugung Stahlproduktion Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
23.09.2026

greentec steel: Elektrolichtbogenofen in Linz angeliefert

Wichtiges Etappenziel für Österreichs größtes Klimaschutzprogramm: Das Kernequipment des neuen Elektrolichtbogenofens (EAF) für den voestalpine Standort in Linz ist einge...

Anlagen CO2 CO2-Emissionen Deutschland Donawitz Elektrolichtbogenofen Emissionen Ergebnis EU Europa Inbetriebnahme ING Italien Kernaggregate Klima Klimaschutz Lichtbogenofen Lieferung Österreich Primetals Produktion Schmelze Schmelzen Stahl Stahlerzeugung Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Transport USA Voestalpine Voestalpine AG Vorstand Zusammenarbeit
Mehr erfahren