Statement
Photo: © unsplash
17.12.2025

CBAM: Halbgare Lösungen reichen nicht aus!

Die Europäische Kommission hat heute ein Paket von Regelungsvorschlägen vorgestellt, mit denen bestehende Defizite in der Ausgestaltung des CO2-Grenzausgleichmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism, kurz: CBAM) adressiert werden sollen. Aus Sicht der Stahlindustrie bleibt das Paket jedoch deutlich hinter dem dringend Erforderlichen zurück.  

„Wir unterstützen den CBAM als unverzichtbares Instrument zur Vermeidung von Carbon Leakage und zur Unterstützung der Dekarbonisierung“, erklärt Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl.

„Zwingende Voraussetzung für dessen Wirksamkeit ist aber, dass die bestehenden Lücken konsequent geschlossen werden. Mit dem vorliegenden CBAM-Paket gelingt dies nicht. Die EU-Kommission benennt zwar die richtigen Probleme – die Antworten reichen aber bei Weitem nicht aus.“  

Aus Sicht der Wirtschaftsvereinigung Stahl weist das vorgelegte Paket insbesondere in drei zentralen Punkten erhebliche Defizite auf:  

- Zum einen ist der vorgeschlagene Ansatz zur Verhinderung von Umgehungspraktiken zu langwierig, zu vage und zu unverbindlich. Stattdessen müssten für eine Übergangszeit verpflichtend länderspezifische Standardwerte zur Anwendung kommen.

- Zum zweiten fehlt weiterhin eine gezielte Lösung zur Entlastung der Exporte in Drittländer. Diese muss über eine freie Zuteilung für exportierte Mengen erfolgen.

- Und drittens muss die Wertschöpfungskette ausreichend im CBAM abgebildet werden – um sie wirksam schützen zu können. Erforderlich dafür ist eine flächendeckende Erweiterung des CBAM auf stahlintensive Folgeprodukte. Stückwerk reicht hier nicht aus und riskiert den Verlust stahlintensiver Branchen!

Verbandschefin Rippel:
„Der CBAM tritt bereits am 1. Januar in Kraft. Obwohl der Handlungsbedarf seit Langem bekannt ist, gelingt es offenbar nicht, tragfähige Lösungen rechtzeitig zum Start des neuen Instruments umzusetzen“, kritisiert Rippel.

„Das muss jetzt so schnell wie möglich nachgeholt werden. Und bis ein lückenlos funktionierender CBAM-Mechanismus in Kraft ist, muss sich unsere Bundesregierung weiter dafür stark machen, dass die entsprechenden Freizuteilungen erhalten bleiben.“

Angesichts des sich verschärfenden globalen Wettbewerbs seien unzureichende Regelungen keine Option:
„Der globale Wettbewerb wird immer intensiver ausgefochten. Halbgare Lösungen können wir uns in der aktuellen Lage nicht mehr erlauben. Ohne ausreichende Nachbesserungen riskieren wir eine massive Verlagerung von Emissionen und von Wertschöpfung“, warnt Rippel. „Wir rufen die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament dazu auf, die Vorschläge nachzubessern!“

(Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl)

Schlagworte

BundCO2DekarbonisierungEmissionenEssenEUEU-KommissionHZIndustrieINGKIStahlStahlindustrieVerlagWettbewerbWirtschaft

Verwandte Artikel

Juliusburg/Krukow
29.05.2026

SSAB liefert CO2-armen Stahl für Solarpark in Norddeutschland

Beim neuen Freiflächen-Solarpark Juliusburg/Krukow in Schleswig-Holstein achtet Betreiber Vattenfall auf ein klimafreundliche Bauweise

Deutschland Emissionen Energie Energiewende EU Gesellschaft Klima Konstruktion Profile Schrott SSAB Stahl Unternehmen Vattenfall
Mehr erfahren
Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl
28.05.2026

Sondernetzentgelte: Industrielle Realität berücksichtigen, atypische Netznutzung fortsetzen

Bundesnetzagentur legt Vorschlag zur künftigen Ausgestaltung von Netzentgeltermäßigungen vor.

Bund Energie Energiewende EU Industrie ING Kabel Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion TEMA Unternehmen USA Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
Von links nach rechts: Klaus Neumann, Hans-Otto Weber, Fred Neumann, Georg Früh, Martin Kopf, Marco Göllrich.
28.05.2026

Innovations- und Nachhaltigkeitspreis Feuerverzinken 2026

Im Rahmen des Branchenevents Feuerverzinken am 21. Mai im Berliner Futurium hat der Bundesverband Feuerverzinken herausragende Entwicklungen mit dem Innovations- und Nach...

Berlin Bund Emissionen Entwicklung EU IBU ING Innovationspreis Konstruktion Kran Kreislaufwirtschaft Mining Nachhaltigkeit Produktion Stahl Stahlbau Unternehmen USA Verzinken Wirtschaft Zink
Mehr erfahren
Grafische Darstellung des zukünftigen Elektrostahlwerks
27.05.2026

SSAB setzt Bauarbeiten am neuen Elektrostahlwerk fort

Nach Abschluss der Analyse für Ursachen der Krankheitssymptome wurde der Baustopp in Luleå aufgehoben

Arbeitsschutz Ergebnis Essen EU ING Kran Messe Messung Produktion Stahl Stahlwerk Transformation Umzug USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren
: Geschäftsführer Klaus Bökels und das Team Ausbildung der BIBUS METALS GmbH in Berlin auf dem Weg zur Preisverleihung des DIHK Bildungspreises.
27.05.2026

Bibus Metals GmbH: Nominiertes Ausbildungskonzept

Das Ausbildungskonzept „Ausbilden mit Herz“ der Bibus Metals GmbH wurde für den DIHK‑Bildungspreis nominiert.

Ausbildung Auszeichnung Berlin Bund Deutschland E-Commerce Entwicklung Ergebnis EU IBU IHK KI Schweiz Seminar Technik Unternehmen USA Veranstaltung
Mehr erfahren