Wirtschaft
Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander - Bild: Gesamtmetall
20.01.2025

Gesamtmetall meldet rückläufige Beschäftigung

Im November 2024 sank die Anzahl der Beschäftigten in der deutschen Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) auf 3,91 Millionen. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes hervor.

Saisonbereinigt nahm die Mitarbeiterzahl in Deutschlands größter Industriebranche zum 10. Mal in Folge gegenüber dem Vormonat ab. Das Vorjahresniveau wurde um 53.200 Beschäftigte bzw. 1,3 Prozent unterschritten.

Die Anzahl von Arbeitslosen mit qualifizierten M+E-Berufen stieg nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) auch im Dezember 2024 an und liegt mit 157.000 inzwischen um 14 Prozent über dem Vorjahr.

Gleichzeitig nimmt auch Kurzarbeit zu: Im September 2024 waren nach vorläufigen BA-Zahlen 159.000 M+E-Beschäftigte in Kurzarbeit. Das waren fast doppelt so viele wie im Vorjahresmonat.

36 % der Mitgliedsunternehmen planen Personalabbau

Die Personalpläne im ifo-Konjunkturtest sind aufgrund der sehr schwachen Auslastung zudem weiter abwärtsgerichtet: Im Dezember planten 36 Prozent der M+E-Unternehmen einen Personalabbau, nur 7 Prozent eine Erweiterung.

Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer:
„Deutschland befindet sich in der längsten Wirt-schaftskrise seit Gründung der Bundesrepublik. Viele M+E-Unternehmen versuchen trotzdem ihre sehr gut ausgebildeten Fachkräfte zu halten. Allerdings schlagen sich Rezession und Strukturkrise jetzt unweigerlich am Arbeitsmarkt nieder.

Es ist für viele Unternehmen schlicht nicht mehr möglich, am Standort Deutschland wettbewerbsfähig zu produzieren. Deshalb wer-den Arbeitsplätze jetzt eher im Ausland als bei uns geschaffen. Und diese gut bezahlten Ar-beitsplätze werden dann auch nicht mehr zurückkommen – mit Folgen für Kaufkraft und Wachstum in unserem Land.

Deshalb muss jetzt dringend gegengesteuert werden und die Politik die Rahmenbedingungen für alle Unternehmen deutlich verbessern. Anderenfalls wird sich der Personalabbau zwangsläufig weiter beschleunigen.“

"Wirtschaftswarntag" am 29. Januar 2025 in Berlin 

Aus diesem Grund ruft der Arbeitgeberverband Gesamtmetall gemeinsam mit rund 50 Wirtschaftsverbänden und Unternehmerinitiativen zum ersten bundesweiten „Wirtschaftswarntag“ am 29. Januar 2025 auf.

Die Wirtschaft fordert von den Parteien die Stärkung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt des Wahlkampfes zu rücken und eine Wirtschafts-wende nach der Bundestagswahl einzuleiten.

Geplant ist eine Kundgebung am Brandenburger Tor (13:00 Uhr auf dem Platz des 18. März). Zusätzlich beteiligen sich deutschlandweit regio-nale Verbände und Unternehmen am Wirtschaftswarntag mit Aktionen vor Ort.

Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander:
„Die Zeit des Selbstbetrugs und des Schönredens ist längst vorbei. Es geht jetzt um nichts weniger als darum, den Standort zu retten.“

Die Kundgebung wird vom „Aktionsbündnis Wirtschaftswarntag“ organisiert, dem sich rund 50 Wirtschaftsverbände angeschlossen haben.

(Quelle: Gesamtmetall - Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie e.V.)

Schlagworte

ABBBrandenburgDeutschlandEnergieEUIndustrieInvestitionMetallverarbeitungPolitikStahlUnternehmenWirtschaftWirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V.

Verwandte Artikel

Feier zur Inbetriebnahme JSW
06.11.2026

Zweite Säureregenerationsanlage bei JSW Steel Coated Products in Betrieb

Die Anlage wurde bei JSW Steel Coated Products Limited am Standort Vasind im indischen Bundesstaat Maharashtra vom Technologiekonzern Andritz erfolgreich in Betrieb genom...

ANDRITZ AG Anlagen Beizlinie Bund EU Gesellschaft Inbetriebnahme Indien Industrie Säureregenerationsanlage Stahl Umwelt Unternehmen Verkauf Zink
Mehr erfahren
Das Tata Steel Kalinganagar und das SMS group Team feiern die erfolgreiche Inbetriebnahme der Anlage
06.11.2026

Tata Steel nimmt Brammengießanlage in Betrieb

Tata Steel und SMS group haben im Stahlwerk Nr. 1 von Tata Steel Kalinganagar die dritte Zweistrang-Brammengießanlage in Betrieb genommen. Nach kurzer Zeit erreichte sie...

2016 ABB Anlagen Automatisierung Bramme Entwicklung Ergebnis EU Inbetriebnahme ING KI Ltd Ltd. Partnerschaft Produktion Schmelze Schmelzen SMS SMS group Stahl Stahlwerk USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Von links: Jacobus Steyn, Leiter des Geschäftsbereichs Energie bei Alleima; Hanhee Lee, Vizepräsidentin der Abteilung Wachstum/Beschaffung bei Doosan Enerbility; Göran Björkman, Geschäftsführer bei Alleima; Alistair Black, Vizepräsident für den Geschäftsbereich Großbritannien bei X-Energy; Robert Leone, leitender Direktor für die Lieferkette bei X-Energy; und Carl von Schantz, Leiter des Geschäftsbereichs Rohre bei Alleima.
05.11.2026

Alleima erhält ersten Auftrag für Rohrleitungen für Kernreaktoren

Alleima hat von Doosan Enerbility seinen ersten Auftrag über Dampferzeugerrohre für einen heliumgekühlten kleinen modularen Reaktor (SMR) der nächsten Generation erhalten...

Elektrifizierung Energie Entwicklung EU Getriebe Industrie Investition Kernenergie Produktion Rohre Sandvik Schweden Temperatur Tube Unternehmen USA Werkstoff Werkstoffe Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Mitarbeiter von Nucor Steel Berkeley, Primetals Technologies und Clecim an der neuen Kontinuierlichen  Verzinkungsanlage in Huger, South Carolina, nach der erfolgreichen Produktion des ersten  Premiumklasse-Coil.
05.11.2026

Nucor produziert ersten Bund auf Durchlaufverzinkungsanlage

Die Anlage produziert Automobil-Außenstähle in Sichtqualität und höchstfeste Stähle (AHSS). Die firmeneigenen Technologien Rapid Cooling und Querfeld-Induktionserwärmung...

Aluminium Anlagen Automatisierung Automobil Brenner Brennertechnik Bund Entwicklung Ergebnis EU HZ Inbetriebnahme Indien ING Japan Lieferung Montage Nordamerika Primetals Produktion Service Stahl Strategie Technik Unternehmen USA Walzwerk Zink Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Visualisierung der Direktreduktionsanlage von thyssenkrupp Steel in Duisburg: Der angepasste Förderbescheid schafft eine verlässliche Grundlage für die weitere Umsetzung des Dekarbonisierungsprojekts tkH2Steel.
03.11.2026

Förderung stärkt Dekarbonisierungsprojekt tkH2Steel

thyssenkrupp Steel hat den Änderungsbescheid zur Förderung seines Dekarbonisierungsprojekts tkH2Steel erhalten. Diese bereits angekündigte Anpassung der Förderauflagen is...

Anlagen Anpassung CO2 Dekarbonisierung Direktreduktion Duisburg Emissionen Entwicklung Erdgas EU EU-Kommission Europa Förderung Hochofen IBU Industrie ING Klima Klimaziel Klimaziele Lieferketten Marktbedingungen Produktion Schmelze Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Steel Europe Thyssenkrupp Steel Europe AG Transformation Transport Unternehmen Vorstand Wasserstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren