Unternehmen
Photo: Salzgitter AG
14.05.2024

Salzgitter AG mit durchwachsenem ersten Quartal 2024

Der Salzgitter-Konzern verzeichnete in einem von schwacher Konjunktur geprägten ersten Quartal des Geschäftsjahres 2024 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 126,4 Mio. € sowie 17,2 Mio. € Vorsteuergewinn. Hauptträger dieses Resultats waren der Geschäftsbereich Technologie mit einem erneut äußerst erfreulichen Quartalsergebnis sowie der Beitrag der at-equity (IFRS-Bilanzierung) einbezogenen Beteiligung an der Aurubis AG. Die stahlnahen Geschäftsbereiche wurden hingegen von der sehr verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung in Europa, vor allem in Deutschland, belastet.

Der Außenumsatz des Salzgitter-Konzerns fiel infolge der gegenüber dem Vergleichszeitraum rückläufigen Erlöse um 10,2 % auf 2,68 Mrd. € (Q1 2023: 2,98 Mrd. €). Ebenfalls in erster Linie erlösbedingt, sanken EBITDA (126,4 Mio. €; Q1 2023: 290,0 Mio. €) und Gewinn vor Steuern (17,2 Mio. €; Q1 2023: 183,7 Mio. €). Das Ergebnis beinhaltet 23,9 Mio. € Beitrag der at-equity (IFRS-Bilanzierung) einbezogenen Beteiligung an der Aurubis AG (Q1 2023: 29,3 Mio. €). Aus 15,0 Mio. € (Q1 2023: 140,5 Mio. €) Nachsteuergewinn errechnen sich 0,24 € Ergebnis je Aktie (Q1 2023: 2,57 €). Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) lag bei 2,6% (Q1 2023: 12,6 %). Die Eigenkapitalquote erreichte äußerst solide 45,6 % (Q1 2023: 44,4 %).

Der Vorstandsvorsitzende der Salzgitter AG, Gunnar Groebler, kommentiert wie folgt:
„Nach den zwei Ausnahmejahren 2021 und 2022 haben wir schon in der zweiten Hälfte des letzten Jahres gespürt, dass der Wind nunmehr von vorne bläst. Das hat sich auch in den Geschäftszahlen des ersten Quartals niedergeschlagen und wird sich auf den weiteren Geschäftsverlauf 2024 auswirken. Umso wichtiger ist es jetzt, sowohl die Maßnahmen zur Profitabilitätssteigerung und das aktive Portfoliomanagement voranzutreiben als auch den Weg der Transformation entschlossen weiterzugehen. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Weg zu einer resilienteren Salzgitter AG führen wird. Anlass zur Freude liefert aktuell die Performance der KHS GmbH, die als mit Abstand größte Gesellschaft unseres Geschäftsbereiches Technologie für dieses Jahr ein Rekordergebnis anpeilt.“

Finanzvorstand Birgit Potrafki ordnet die Kennzahlen ein:
„Eine Fortsetzung der zu Jahresbeginn feststellbaren leichten Belebungsimpulse wie auch die ursprünglich antizipierte sukzessive Aufhellung des Marktumfelds blieben bislang aus. Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland und Europa dürfte erst später und schwächer als noch vor
ein paar Monaten erwartet einsetzen. Insbesondere unsere Kernkundenmärkte Bau, Automobil und Maschinenbau verzeichneten in Deutschland über das erste Quartal hinweg teilweise ausgeprägte Schwächen. Dies hatte und hat unmittelbaren Einfluss vor allem auf die Geschäftsentwicklung der stahlnahen Gesellschaften unseres Unternehmens, deren Ergebnisse uns nicht zufrieden stellen
können.

Dank unseres Geschäftes mit Getränkeabfüll- und Verpackungsanlagen sowie der 30%-Beteilung an der Aurubis AG konnten wir im ersten Quartal 2024 dennoch einen kleinen Vorsteuergewinn ausweisen, der die Ergebnisse des dritten und vierten Quartals 2023 übertraf. Diversifikation zahlt sich also einmal mehr aus. Das Ergebnis zeigt aber auch wie wichtig unsere Maßnahmen zur internen Ergebnisverbesserung und Kostendisziplin sind. Hier werden wir nicht nachlassen, insbesondere da wir uns mitten in der kapitalintensiven Transformation im Rahmen von SALCOS® befinden. Die finanzielle und bilanzielle Verfassung des Salzgitter-Konzerns bleibt bei allen Herausforderungen dennoch sehr robust.“

Ausblick
Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf zeichnet sich ab, dass die deutsche Wirtschaft nicht an den Aufschwung in anderen Industriestaaten anknüpfen kann. Erholungssignale fallen zögerlicher und schwächer aus als ursprünglich antizipiert, zugleich steigt die Unsicherheit in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung im zweiten Halbjahr 2024. Vor diesem Hintergrund erwarten wir für den Salzgitter-Konzern für das Geschäftsjahr 2024:
• einen Umsatz um 10,5 Mrd. €,
• ein EBITDA zwischen 550 Mio. € und 625 Mio. €,
• einen Vorsteuergewinn zwischen 100 Mio. € und 175 Mio. € sowie
• eine leicht unter dem Vorjahresniveau liegende Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE).

Wie schon in den vergangenen Jahren weisen wir darauf hin, dass Chancen und Risiken aus aktuell nicht absehbaren Erlös-, Vormaterialpreis- und Beschäftigungsentwicklungen sowie Veränderungen von Währungskursen den Geschäftsverlauf des Jahres 2024 erheblich beeinflussen können. Die hieraus resultierenden Ergebniseffekte können ein beträchtliches Ausmaß sowohl in negativer als auch in positiver Richtung annehmen.

(Quelle: Salzgitter AG)

Schlagworte

AnlagenAutomobilDeutschlandDSVEntwicklungErgebnisEUGeschäftsjahrGesellschaftIBUIndustrieINGKIMaschinenbauSalzgitter AGStahlTransformationUnternehmenWirtschaftZahlen

Verwandte Artikel

Die Projektteams von BlueScope Steel Limited und ANDRITZ mit dem ersten verzinkten Band der neuen kontinuierlichen Verzinkungslinie in Sydney, Australien
14.10.2026

Neue Bandverzinkungslinie bei BlueScope Steel

Mit der Produktion des ersten Coils auf der neuen kontinuierlichen Verzinkungsanlage hat der australische Stahlhersteller einen Meilenstein erreicht

Andritz ANDRITZ AG Asien Australien Automatisierung Bauwesen Energie EU Inbetriebnahme Industrie ING Nordamerika Produktion Stahl Stahlunternehmen Unternehmen USA Walzwerk Zink
Mehr erfahren
Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl.
13.10.2026

WV Stahl: Erholung der weltweiten Stahlnachfrage geht an Deutschland vorbei

Die weltweite Stahlnachfrage stabilisiert sich und dürfte im kommenden Jahr wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Allerdings bleibt Deutschland deutlich hinter diese...

China Deutschland Entwicklung EU Europa Gesellschaft Handel HZ Indien Industrie ING Investition KI Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlmarkt Weltstahlverband Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung Worldsteel
Mehr erfahren
13.10.2026

voestalpine Donawitz: Montage des Elektrolichtbogenofens abgeschlossen

Die voestalpine stellt an ihrem Standort in Donawitz im 1. Halbjahr 2027 ihre Produktion teilweise auf eine elektrifizierte Stahlerzeugung um und kann im Vollbetrieb jähr...

Anlagen Antrieb Automatisierung Bauwesen CO2 Danieli Donawitz Elektrolichtbogenofen Elektrotechnik Energie Ergebnis EU Inbetriebnahme ING Investition KI Klima Klimaschutz Kooperation Lichtbogenofen Logistik Messung Metallurgie Montage Produktion Rohrleitungsbau Schmelze Schmelzen Schrott Sensoren Stahl Stahlbau Stahlerzeugung Stahlproduktion Stahlwerk Steuerung Technik Transport Unternehmen USA Voestalpine AG Vorstand Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Artikel des Monats
12.10.2026

HÜTTENTAG 12. November 2026

Experten aus Industrie, Politik und Forschung diskutieren die Zukunft der Stahlbranche unter den aktuellen Rahmenbedingungen in der Messe Essen.

ABP Benteler Deutschland Energie Essen EU Europa Handel Industrie ING Maschinenbau Metallindustrie Nachhaltigkeit Politik Stahl Stahlindustrie Tube Umwelt Unternehmen VDMA Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
12.10.2026

Klöckner & Co verkauft Becker Gruppe an Erwerberkonsortium

Das von Klöckner & Co und der Becker Gruppe entwickelte Konzept zur Neuausrichtung der Becker Gruppe soll unter dem Erwerberkonsortium weiterentwickelt werden und den kün...

ABB Aluminium Edelstahl Entwicklung Essen EU Europa Gesellschaft Industrie ING Kerkhoff Optimierung Personalentwicklung Service Stahl Strategie Transformation Transformationsprozess Unternehmen USA Verkauf Vertrieb Vorstand
Mehr erfahren