Wirtschaft
Holger Ade, Leiter Energie und Klima des Wirtschaftsverbandes Stahl- und Metallverarbeitung (WSM - Photo: Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM)/ Mourad ben Rhouma
18.08.2022

Gasumlage von 2,419 Cent/KWh belastet jeden Arbeitsplatz

Belastung in der Stahl- und Metallverarbeitung mit 17.000 Euro je Mitarbeiter

Die am 15. August 2022 veröffentlichte Gasumlage von 2,419 Cent/KWh führt in einigen Stahl und Metall verarbeitenden Betrieben zu direkten Zusatzkosten in Höhe von mehr als 17.000 Euro je Mitarbeiter. Während die Börsenpreisentwicklung auch Wettbewerber im Ausland erfasst, betrifft die Gasumlage nur deutsche Unternehmen und Standorte. Es muss jetzt darüber nachgedacht werden, wie die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie trotz der Gasumlage erhalten werden kann. Eine Abmilderung der Belastung könnte etwa über eine Begrenzung der Umlagehöhe durch zeitliche Streckung erreicht werden.

Um das vorzubereiten, sollte die Umlage nicht bereits ab Oktober erhoben werden, sondern deutlich später. In der Zwischenzeit sollte der Staat eine Zwischenfinanzierung zur Stützung der Gasimporteure über den Haushalt organisieren.

„Die gasintensiven Unternehmen unserer Branche können diese nationale Zusatzlast nicht am Markt durchsetzen, tragen können sie sie aber erst recht nicht“, befürchtet Christian Vietmeyer, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Stahl- und Metallverarbeitung (WSM).

Eine Streckung würde die Belastung begrenzen und zudem Zeit für eine Umstellungen auf andere Energieträger wie Strom bringen.

Zudem könnte die zusätzliche Zeit genutzt werden, nochmals intensiv über den Kreis derjenigen nachzudenken, die die Gasumlage mittragen sollen. Bisher wären auch die stromerzeugenden Gaskraftwerke betroffen, was deren Grenzkosten in die Höhe treibt. Aufgrund des Merit-Order
Mechanismus der Strompreisbildung – das teuerste Kraftwerk am Netz setzt den Preis für alle, auch die viel preiswerter produzierenden Kraftwerke – steigt der Strompreis je nach Wirkungsgrad des Gaskraftwerkes um mehr Cent/KWh als die Gasumlage. Damit führt die Ampelkoalition mit der Gasumlage indirekt eine Stromumlage ein, die höher ausfallen könnte als die EEG-Umlage jemals gekostet hat. Das kann so nicht gewollt sein – die Gaskraftwerke müssen analog zu §53 Energiesteuergesetz (steuerfreie Verwendung von Erdgas in der Stromerzeugung) von der Gasumlage ausgenommen werden. Andernfalls wird die Gasumlage den Strompreis zusätzlich erheblich antreiben – ohne irgendeinen Effekt auf die Finanzierung der Gasimporteure.

Herr Holger Ade, Leiter Energie und Klima des Wirtschaftsverbandes Stahl- und Metallverarbeitung (WSM): „Die Regierung führt mit der Gasumlage die EEG-Umlage auf Strom wieder ein. Das kann nicht gewollt sein.“

(Quelle: WSM - Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V.)

Schlagworte

EnergieEntwicklungErdgasEUFinanzierungIndustrieINGKlimaMetallverarbeitungStahlUnternehmenUSAWettbewerbWirtschaftWirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V.WSM

Verwandte Artikel

Juliusburg/Krukow
29.05.2026

SSAB liefert CO2-armen Stahl für Solarpark in Norddeutschland

Beim neuen Freiflächen-Solarpark Juliusburg/Krukow in Schleswig-Holstein achtet Betreiber Vattenfall auf ein klimafreundliche Bauweise

Deutschland Emissionen Energie Energiewende EU Gesellschaft Klima Konstruktion Profile Schrott SSAB Stahl Unternehmen Vattenfall
Mehr erfahren
Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl
28.05.2026

Sondernetzentgelte: Industrielle Realität berücksichtigen, atypische Netznutzung fortsetzen

Bundesnetzagentur legt Vorschlag zur künftigen Ausgestaltung von Netzentgeltermäßigungen vor.

Bund Energie Energiewende EU Industrie ING Kabel Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion TEMA Unternehmen USA Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
Von links nach rechts: Klaus Neumann, Hans-Otto Weber, Fred Neumann, Georg Früh, Martin Kopf, Marco Göllrich.
28.05.2026

Innovations- und Nachhaltigkeitspreis Feuerverzinken 2026

Im Rahmen des Branchenevents Feuerverzinken am 21. Mai im Berliner Futurium hat der Bundesverband Feuerverzinken herausragende Entwicklungen mit dem Innovations- und Nach...

Berlin Bund Emissionen Entwicklung EU IBU ING Innovationspreis Konstruktion Kran Kreislaufwirtschaft Mining Nachhaltigkeit Produktion Stahl Stahlbau Unternehmen USA Verzinken Wirtschaft Zink
Mehr erfahren
: Geschäftsführer Klaus Bökels und das Team Ausbildung der BIBUS METALS GmbH in Berlin auf dem Weg zur Preisverleihung des DIHK Bildungspreises.
27.05.2026

Bibus Metals GmbH: Nominiertes Ausbildungskonzept

Das Ausbildungskonzept „Ausbilden mit Herz“ der Bibus Metals GmbH wurde für den DIHK‑Bildungspreis nominiert.

Ausbildung Auszeichnung Berlin Bund Deutschland E-Commerce Entwicklung Ergebnis EU IBU IHK KI Schweiz Seminar Technik Unternehmen USA Veranstaltung
Mehr erfahren
Grafische Darstellung des zukünftigen Elektrostahlwerks
27.05.2026

SSAB setzt Bauarbeiten am neuen Elektrostahlwerk fort

Nach Abschluss der Analyse für Ursachen der Krankheitssymptome wurde der Baustopp in Luleå aufgehoben

Arbeitsschutz Ergebnis Essen EU ING Kran Messe Messung Produktion Stahl Stahlwerk Transformation Umzug USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren