Im April 2026 waren nach den heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes 3,746 Millionen Beschäftigte in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) tätig. Das waren 2,7 Prozent bzw. 102.600 Beschäftigte weniger als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum März 2026 gingen saisonbereinigt 15.600 Arbeitsplätze verloren – das stärkste Minus seit Juli 2020.
Der Arbeitsplatzabbau setzt sich damit seit fast zweieinhalb Jahren ununterbrochen fort. Gegenüber 2019 sind in der M+E-Industrie fast 320.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, was einem Rückgang um 7,8 Prozent entspricht. Demgegenüber war der Produktionsrückgang mit 15 Prozent doppelt so hoch.
Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander:
„Es ist beruhigend, dass sich in den Ge-sprächen der Bundesregierung mit den Sozialpartnern alle Teilnehmer weitgehend über den Ernst der Lage einig waren. Es gibt aber längst kein Erkenntnisproblem mehr. Niemand braucht weitere Papiere oder noch mehr warme Worte. Dem Standort läuft die Zeit davon. Ohne bessere Standortbedingungen sind allein in der M+E-Industrie weitere 300.000 Arbeitsplätze gefährdet. Oberstes Ziel der Bundesregierung muss es daher sein, dass die Unterneh-men in Deutschland wieder stärker investieren. Nur so können Arbeitsplätze gesichert werden. Die Unternehmen brauchen jetzt tiefgreifende Reformen und nicht weitere kurzfristige und zeitlich begrenzte Sofortmaßnahmen. Denn so bleiben die strukturellen Herausforderungen bestehen, während die Haushaltslücken immer größer werden.“
Die privaten Ausrüstungsinvestitionen liegen in Deutschland 17 Prozent unter dem Niveau von 2019. In der M+E-Industrie sind diese sogar um mehr als 20 Prozent eingebrochen. Aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen am Standort Deutschland investieren die M+E-Unternehmen seit 2020 weniger in neue Maschinen als abgeschrieben wird. Damit veraltet der Maschinenpark und die Betriebe verlieren weiter an Produktivität und internationaler Wettbewerbsfähigkeit, was immer mehr Jobs kostet.
Zander:
„Bis zur parlamentarischen Sommerpause müssen konkrete Reformen verabredet werden: Dazu gehört auch die im Koalitionsvertrag vereinbarte Reform des Arbeitszeitrechts kommen – eine gesetzlich verankerte Wochenarbeitszeit für alle Arbeitgeber und Beschäftig-ten sowie ein klares Bekenntnis zur Vertrauensarbeitszeit ohne Zeiterfassung. Zudem müssen die Sozialversicherungsbeiträge endlich stabilisiert werden. Direkte oder indirekte Beitragser-höhungen lehnen wir kategorisch ab.“
Weitere Zahlen und Daten zur Metall- und Elektro-Industrie im aktuellen M+E-Konjunkturbe-richt unter www.gesamtmetall.de/standort-konjunktur/konjunkturbericht
(Quelle: Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie e. V.)
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