Wirtschaft
Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin, Wirtschaftsvereinigung Stahl - Photo: Wirtschaftsvereinigung Stahl
03.09.2025

Netzentgelte: Stahlindustrie braucht dauerhafte Lösung

Die Bundesregierung plant heute in ihrer Kabinettssitzung einen Gesetzentwurf für einen Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten zu beschließen, mit dem die Netzentgelte im Jahr 2026 gesenkt werden sollen. Für die Stahlindustrie in Deutschland ist das eine wichtige Entlastung, denn nach dem Wegfall des staatlichen Zuschusses seit 2023 sind die Übertragungsnetzentgelte für die Branche um 130 Prozent gestiegen – was die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen massiv belastet. Negativ dabei: Diese Entlastung gilt zunächst nur für das kommende Jahr und kann zudem unterjährig angepasst werden. Die dringend benötigte Planungssicherheit für stromintensive Unternehmen fehlt damit nach wie vor!

„Wir brauchen eine verlässliche und langfristige Senkung der Netzentgelte. Hier muss dringend nachgesteuert werden“, betont deshalb Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl. „Jährliche Einzelentscheidungen bedeuten auch jährliche Unsicherheiten, ob es eine weitere Verlängerung gibt und wie diese ausfällt. Das ist Gift für Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen in einer Zeit, in der die Branche mit dem Rücken zur Wand steht und zugleich Milliarden in den Umbau zur Klimaneutralität investiert.“
Die für 2026 angekündigte Senkung der Netzentgelte verschafft energieintensiven Unternehmen zwar etwas Luft. Doch schon jetzt ist klar: Die Netzausbaukosten werden weiter steigen.

„Ohne einen verlässlichen Mechanismus drohen die Stromkosten in den Folgejahren massiv zu steigen – ein eklatanter, sich verstetigender Standortnachteil, der die industrielle Basis Deutschlands weiterhin massiv gefährdet“, warnt Rippel.

„Schon heute bedeutet jeder Monat ohne Zuschuss für die Stahlindustrie über 20 Millionen Euro zusätzliche Kosten“, erläutert die Stahlverbandschefin. Deshalb setzt sich die Wirtschaftsvereinigung Stahl dafür ein, die Entlastung schon in diesem Jahr wirken zu lassen. „Im Koalitionsvertrag ist eine sofortige Reduzierung der Netzentgelte angekündigt – im Klima- und Transformationsfonds sind entsprechende Mittel verfügbar. Für uns ist deshalb schlicht nicht nachvollziehbar, warum keine Ad-hoc-Maßnahme zur Entlastung noch in diesem Jahr 2025 vorgesehen ist“, kritisiert Rippel.

„Die Bundesregierung muss jetzt die Weichen für eine strukturelle und dauerhafte Reduzierung der Netzentgelte stellen. Alles andere setzt unseren Industriestandort aufs Spiel und gefährdet den Umbau zur Klimaneutralität.“

(Quelle: Wirtschaftvereinigung Stahl)

Schlagworte

BundDeutschlandEnergieEUFondsIndustrieINGInvestitionKlimaStahlStahlindustrieTransformationUnternehmenWettbewerbWirtschaft

Verwandte Artikel

19.06.2026

thyssenkrupp-Aufsichtsrat stimmt für Verselbstständigung von tk accelis

tk accelis (vormals thyssenkrupp Materials Services) soll im Wege einer Abspaltung als eigenständiges Unternehmen aufgestellt werden und an die Börse geführt werden.

Distribution DSV Entwicklung EU Getriebe Handel IBU Industrie ING Lieferketten Service Strategie Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp AG Thyssenkrupp Materials Services Transformation Unternehmen Verteidigung Vorstand Werkstoff
Mehr erfahren
Von links: Herbert Eibensteiner, CEO der voestalpine AG und Franz Kainersdorfer, Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG und Leiter der Metal Engineering Division
19.06.2026

voestalpine: greentec steel im Zeitplan

Die voestalpine nimmt an ihrem Standort Donawitz in knapp einem Jahr wie geplant einen Elektrolichtbogenofen (EAF) in Betrieb und kombiniert so Elektrostahlproduktion mi...

Aufsichtsrat CO2 CO2-Emissionen Donawitz Einsparung Elektrolichtbogenofen Emissionen EU Hochofen Inbetriebnahme Industrie ING Investition Kernaggregate Klima Klimaschutz Lichtbogenofen Logistik Metallurgie Montage Produktion Schrott Schulung Sinter Sinteranlage Stahl Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Transformation Umwelt Voestalpine AG Vorstand Weiterbildung
Mehr erfahren
Hauptgeschäftsstelle Berlin
18.06.2026

Gesamtmetall meldet Verluste an Arbeitsplätzen

M-E-Beschäftigung sinkt seit nunmehr zweieinhalb Jahren ununterbrochen. Arbeitsplatzverluste bislang trotzdem nur halb so hoch wie Produktionsrückgang. Ausrüstungsinvesti...

ABB Bund Deutschland EU IBU Industrie ING Investition Produktion Unternehmen Wettbewerb Zahlen
Mehr erfahren
Vormaterial-Lager, Burbach
18.06.2026

SHS erhält Auszeichnung für Klimaschutz

SHS-Gruppe erhält erneut Bestnote für klimafreundliches Lieferketten-Engagement.

Auszeichnung CDP Dekarbonisierung Dillinger EU Europa ING Klima Klimaschutz Lieferketten Nachhaltigkeit Saarstahl SHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA Stahl Strategie Transformation Unternehmen
Mehr erfahren
Marcel Hergarten, Geschäftsführer der Hergarten Gruppe
17.06.2026

Hergarten Gruppe wird zur emissionsfreien Spedition

Bis 2031 vollständige Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge geplant .

Antrieb Bund Dekarbonisierung Deutschland Digitalisierung Einsparung Elektrifizierung Energie Entwicklung EU Hergarten GmbH HZ Industrie ING Investition Klima Lieferketten Logistik Managementsystem Nachhaltigkeit Produktion Produktionsprozess Profile Software Spedition Stahl Stahlindustrie Stahlspedition Steuerung Strategie Technik Transformation Transport Unternehmen Wettbewerb Wirtschaft Zahlen
Mehr erfahren