Unternehmen
Eingang zur Grube Kemi, Finnland - Photo: Outokumpu
09.10.2023

Outokumpu mit erstem CO2-neutralen Bergwerk der Welt

Dieses Jahrzehnt ist für den Klimaschutz von entscheidender Bedeutung, und Finnland spielt als Vorreiter in Europa eine wichtige Rolle. Der Hersteller des weltweit emissionsärmsten Edelstahls, Outokumpu, beschleunigt mit seinen Maßnahmen den grünen Wandel in der Stahlindustrie. Im Rahmen der Emissionsminderungsziele von Outokumpu wird das Bergwerk in Kemi bis 2025 CO2-neutral werden. Im Oktober wird Outokumpu im Hinblick auf dieses Ziel einen bedeutenden Schritt nach vorn machen, indem es fossile Brennstoffe durch erneuerbare Lösungen von Neste, dem weltweit führenden Hersteller von erneuerbarem Diesel, ersetzt. Mit erneuerbaren Kraftstoffen werden die jährlichen Treibhausgasemissionen der Mine in Kemi um insgesamt fast 11,3 Millionen Kilogramm gesenkt, was dem Wegfall von etwa 4.000 Pkw im finnischen Verkehr pro Jahr entspricht.

„Als einziger Edelstahlhersteller hat sich Outokumpu zu ehrgeizigen Klimazielen nach Maßgabe des 1,5-Grad-Prinzips verpflichtet. Wir wollen die direkten und indirekten Emissionen sowie die Emissionen unserer Lieferkette bis 2030 pro von uns hergestellter Tonne Edelstahl im Vergleich zum Basisjahr 2016 um 42 % senken. Die CO2-Neutralität der Mine in Kemi ist eine Investition in Millionenhöhe und wird nach Verwirklichung auf eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen von Outokumpu um fast 40 Tonnen hinauslaufen. Die drei Hauptfaktoren für die CO2-Neutralität des Bergwerks in Kemi sind der Verzicht auf fossile Brennstoffe, die Nutzung emissionsarmen Stroms und der Ersatz von Erd- und Propangas durch andere Brennstoffe. Unser erster Schritt ist die Umstellung auf erneuerbare Brennstoffe und die Suche nach Wegen zur Verringerung von Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette, um unsere Gesamtemissionen so weit wie möglich auf Null zu bringen. Wir untersuchen auch Möglichkeiten, die verbleibenden Emissionen in unserer Wertschöpfungskette zu kompensieren, die mit derzeitigen Technologien ansonsten nicht reduziert werden können. Unser Ziel ist es, die Mine in Kemi bis 2025 zum ersten CO2-neutralen Bergwerk der Welt zu machen“, erklärt Heidi Peltonen, Vizepräsidentin Nachhaltigkeit bei Outokumpu.

Das Bergwerk Kemi ist die einzige Chromeisenerz-Abbaustätte in der Europäischen Union und Teil der nachhaltigen Lieferkette des Stahlwerks von Outokumpu in Tornio. Outokumpus Bergwerk in Kemi sowie das Stahlwerk in Tornio sind auch große Arbeitgeber in Finnland.

„Unsere eigene Chrommine ist ein Wettbewerbsvorteil. Im Zusammenhang mit der Entwicklung des Bergwerks in Kemi und der Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele haben wir kürzlich ein bedeutendes Minenprojekt abgeschlossen. Zwischen 2017 und 2023 haben wir mehr als 280 Millionen Euro in die Vertiefung unserer Untertagemine von 500 auf 1.000 Meter investiert. Damit wollen wir die kontinuierliche Versorgung mit Chrom, einem wichtigen Rohstoff für Edelstahl, für die nächsten Jahrzehnte sicherstellen. Der CO2-Fußabdruck des von unserem Unternehmen produzierten Ferrochroms liegt 67 % unter dem Branchendurchschnitt, was wiederum zur Folge hat, dass unser Edelstahl den geringsten CO2-Fußabdruck auf dem Markt hat“, erklärt Martti Sassi, Präsident des Geschäftsbereichs Ferrochrom bei Outokumpu.

Erneuerbare Brennstoffe zur Unterstützung des grünen Wandels

Das erneuerbare Heizöl und der Diesel von Neste, die zu 100 % aus Abfällen und Restrohstoffen hergestellt werden, werden als Ersatz für fossile Brennstoffe in den Maschinen, Zügen und alternativen Energiequellen im Bergwerk Kemi und im Stahlwerk Tornio sowie für den Transport zwischen Bergwerk und Stahlwerk verwendet. Der eigene Fuhrpark des Bergwerks Kemi und des Stahlwerks Tornio sowie der Fuhrpark der Auftragnehmer wird vollständig auf Neste MY Renewable Diesel™ umgestellt. „Wir bei Neste haben uns zum Ziel gesetzt, unsere Kunden dabei zu unterstützen, mit unseren Lösungen für erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 jährlich um mindestens 20 Millionen Tonnen zu senken. Ich freue mich, dass unsere langfristige Zusammenarbeit mit Outokumpu fortgesetzt wird und wir das Unternehmen dabei unterstützen können, seine ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen. Die Umstellung auf erneuerbare Brennstoffe im Bergwerk Kemi und im Stahlwerk Tornio ist die umfassendste Zusammenarbeit von Neste mit der Bergbau- und Stahlindustrie in Europa. Mit erneuerbaren Brennstoffen kann Outokumpu die Treibhausgasemissionen seines eigenen Betriebs und seiner Auftragnehmer im Vergleich zu fossilen Brennstoffen im Handumdrehen um durchschnittlich 90 %* senken“, so Joni Pihlström, Vizepräsident, Marketing & Services, B2B Sales bei Neste.

*) Eine durchschnittliche Verringerung der Treibhausgasemissionen um 90 % über den gesamten Lebenszyklus des Kraftstoffs im Vergleich zu fossilem Diesel und Heizöl.  Emissionen während der Lebensdauer und Emissionsminderungen berechnet nach der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II; (EU) 2018/2001).

(Quelle: Outokumpu Group)

Schlagworte

ChromCO2CO2-neutralEdelstahlEmissionenOutokumpuStahl

Verwandte Artikel

Rohrfertigung bei Corinth Pipeworks
10.03.2026

Corinth Pipeworks übernimmt Rohrwerk in England

Der griechische Rohrhersteller hat die Rohrproduktionsanlage der Liberty Pipe im nordenglischen Hartlepool erworben

Dekarbonisierung Energie EU Handel Industrie Liberty Lieferketten Lieferung Ltd Offshore Produktion Rohre Saipem Stahl Unternehmen Wasserstoff
Mehr erfahren
Rechtsanwältin Melina Jenkner von Heidemann Küthe Rechtsanwälte
09.03.2026

HOK Maschinenbau übernimmt Vermögenswerte der SCHUBERT GROUP

Mit Wirkung zum 1. März 2026 übernimmt die HOK Maschinenbau GmbH aus Hückeswagen im Rahmen einer übertragenden Sanierung die Vermögenswerte sowohl der Schubert Maschinen-...

Anlagen Anlagenbau Automation Automobil Bonn Bund Deutschland Energie Ennepetal Erfolgsfaktor Ergebnis Essen EU Gesellschaft Handel Industrie ING KI Lieferung Mannheim Maschinenbau Messtechnik Metallverarbeitung Modernisierung Optimierung Presse Pressen Reparatur Restrukturierung Sanierung Service Stabstahl Stahl Steuerung Technik TEMA Umformen Umformtechnik Unternehmen Wirtschaft
Mehr erfahren
David Algermissen, Abteilungsleiter Sekundärrohstoffe/Schlackenmetallurgie im FEhS – Institut für Baustoff-Forschung, welches das Projekt koordiniert hat: „Die Arbeiten mit diesem großartigen Konsortium waren sehr erfolgreich. Es konnte sowohl Basiswissen rund um die Elektroroheisenschlacke aufgebaut werden bis hin zu Pilotversuchen zur Erzeugung von Hüttensand 2.0 im Tonnenmaßstab und die Prüfung im Zement und Beton. Nächste Schritte sind die normativen und rechtlichen Rahmenbedingungen, damit das Material auch zeitnah seinen Weg in den Markt finden kann, sobald die Schlacke bei thyssenkrupp entsteht.“ Das im Jahr 2021 gestartete Forschungsvorhaben „SAVE CO2“ von thyssenkrupp Steel, Heidelberg Materials, dem Institut für Technologien der Metalle der Universität Duisburg-Essen, Fraunhofer UMSICHT und FEhS-Institut wurde im Rahmen der Fördermaßnahme KlimPro-Industrie vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie der Europäischen Union/NextGenerationEU gefördert und durch den DLR Projektträger betreut.
05.03.2026

Schlacken aus dekarbonisierter Stahlherstellung für Zement geeignet

Neue Schlacken, die bei der dekarbonisierten Stahlherstellung auf der Direktreduktionsroute im Einschmelzer entstehen, eignen sich als latent hydraulische Bindemittel in...

Bund CO2 CO2-Emissionen Direktreduktion Duisburg Einsatzstoffe Eisenschwamm Emissionen Energie Ergebnis Essen EU Forschung Forschungsprojekt Fraunhofer Hochofen Industrie ING Klima Metallurgie Produktion Roheisen Rohstoffe Schmelze Stahl Stahlherstellung Technik Thyssen thyssenkrupp Umwelt Wirtschaft
Mehr erfahren
Primetals Technologies wird eine Pelletieranlage, drei Pfannenöfen und zwei RH-Entgaser an SAIL IISCO liefern. Das Foto zeigt Vertreter beider Unternehmen bei der Vertragsunterzeichnung.
05.03.2026

SAIL IISCO kooperiert mit Primetals Technologies

Steel Authority of India Limited (SAIL), ein führender indischer Stahlproduzent, erweitert sein IISCO-Stahlwerk in Burnpur und wählte dafür Primetals Technologies als Lie...

Anlagen Antrieb Deutschland Digitalisierung Draht EU Greenfield-Projekt HZ Indien Industrie ING KI Legierungen Lieferung Ltd Ltd. Metallurgie Optimierung Partnerschaft Primetals Produktion Prozessoptimierung Sensoren Spezialstahl Stahl Stahlindustrie Stahlwerk Steuerung Temperatur Unternehmen USA Vakuumpumpe Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl
05.03.2026

Industrial Accelerator Act bleibt weit hinter dem Notwendigen zurück

Mit dem aktuell veröffentlichten Vorschlag zum Industrial Accelerator Act (IAA) stuft die Europäische Kommission die Stahlindustrie nun offiziell als strategischen Sektor...

Automotive Bund Energie Essen EU Industrie ING Investition Klima Klimaziel Klimaziele LED Lieferketten Nachhaltigkeit Produktion Stahl Stahlindustrie Transport Verteidigung Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren