Wirtschaft
WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer - Bild: WSM
13.06.2024

Stahl- und Metallverarbeiter fordern Industrial Deal

Die Produktion der Stahl- und Metallverarbeiter ist auf Sinkflug: Gegenüber dem März fielen die Zahlen im April um 8 Prozent und gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,8 Prozent. Im Viermonatsvergleich Januar bis April zeigt sich ebenfalls ein 6,8-prozentiger Verlust im Vergleich zum Industriejahr 2023.

Zusätzlich fressen die Energiekosten mittelständische Unternehmen auf: Die Stromsteuerentlastung ist nur gering und dauert ewig, gleichzeitig schlagen die im Januar gestiegenen Netzentgelte ordentlich zu Buche. „So geht es nicht weiter“, kritisiert der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) und hofft nach der EU-Wahl auf industriefreundlichere Signale aus Brüssel.

„Keine Mehrheit mehr für eine Politik gegen die Industrie“

WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer, sagt:
„Die Europawahl hat klar gezeigt, dass es keine Mehrheit mehr für eine Politik gegen die europäische Industrie gibt. Wir brauchen einen gleichberechtigten Industrial Deal. Der neue Kommissionspräsident oder die neue -präsidentin hat den Wählerauftrag dazu.“

Die deutschen Stahl und Metall verarbeitenden Unternehmen, die rund 500.000 Arbeitsplätze bieten, haben diesen Industrial Deal bitter nötig. In der europäischen genauso wie in der deutschen Industriepolitik. Bisherige Unternehmenshilfen sind oft eher Makulatur – so wie die vom Bundesfinanzminister vollmundig verkündeten Stromsteuerentlastungen.

Die machen weniger als zehn Prozent des Strompreises aus und klemmen obendrein gewaltig: Unternehmen können sie nur im Nachhinein beantragen und warten monatelang auf die Rückerstattung der ihnen zustehenden Gelder. Grund ist die fehlende amtliche Digitalisierung.

Dazu Vietmeyer:
„Wir hören von Mittelständlern, dass die zuständige Behörde aktuell noch Anträge vom letzten Jahr bearbeitet.“

Netzentgelterhöhung funktioniert: Unternehmen zahlen schon seit Januar

Ganz anders sieht es bei den Netzentgelten aus, die rund 25 Prozent des Strompreises ausmachen. Ihre Umsetzung hat funktioniert, die höheren Kosten sind seit Januar 2024 fällig. Und damit ein weiterer Griff in die Unternehmenskasse, die aufgrund der mauen Auftrags- und Produktionszahlen immer leerer wird. Höchste Zeit, dass ein neuer Industrial Deal echte Hilfen auflegt.

(Quelle: WSM)

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BundDigitalisierungEnergieEssenEUIndustrieINGMetallverarbeitungPolitikProduktionUnternehmenWirtschaftWSMZahlen

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