Der Europäische Stahlverband (EUROFER) hat sich heute beim Europäischen Industriegipfel in Antwerpen einer von europäischen Unternehmen und Industrieverbänden verabschiedeten Aktion angeschlossen, in der die EU aufgefordert wird, dringend Maßnahmen zur Senkung der Strompreise zu ergreifen, da dies eine Voraussetzung für den industriellen Aufschwung, die Wettbewerbsfähigkeit und die wirtschaftliche Resilienz Europas sei.
Nach der Veröffentlichung des Aufrufs kurz vor dem informellen Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs am 12. Februar betonte EUROFER, dass die anhaltend hohen und volatilen Strompreise, die durch hohe Steuern und CO2-Kosten noch weiter in die Höhe getrieben werden, zu einem der größten Hindernisse für Investitionen, Elektrifizierung und Dekarbonisierung in der europäischen Stahlindustrie geworden sind.
EUROFER betonte, dass eine Rückkehr der Strompreise auf das Niveau von vor 2021 (44 €/MWh) vor Ausbruch der Energiekrise unerlässlich ist, wenn Europa ernsthaft daran interessiert ist, seine Stahlindustrie zu stärken und industrielle Wertschöpfungsketten zu sichern. Henrik Adam, Präsident von EUROFER und Vorstandsvorsitzender von Tata Steel Netherlands Holding BV, erklärte: „Stahl ist das Herzstück der industriellen Bestrebungen Europas, wird jedoch durch extrem hohe Strompreise und -kosten gebremst. Wenn die EU Investitionen in CO2-reduzierten Stahl in Europa fördern will, muss sie dafür sorgen, dass die Gesamtstromkosten in allen Mitgliedstaaten näher an 50 €/MWh liegen. Die Senkung der Strompreise ist jetzt der Prüfstein für die wirtschaftliche und klimatische Glaubwürdigkeit Europas.“
Gleichzeitig betonte EUROFER die Notwendigkeit zweckmäßiger kurzfristiger Unterstützungsmaßnahmen, um die Stahlproduktion und Investitionen in Europa aufrechtzuerhalten, während Strukturreformen durchgeführt werden, um die Strompreise von den Preisen für fossile Brennstoffe zu entkoppeln.
Axel Eggert, Generaldirektor von EUROFER, fügte hinzu: „Die Stahlhersteller treffen jetzt wichtige Entscheidungen. Ohne wirksame Entlastung von den hohen Strompreisen werden Investitionen abwandern und Kapazitäten verloren gehen. Die Aufrechterhaltung der Stahlproduktion in Europa ist nicht nur eine industrielle Frage – sie ist für die wirtschaftliche Sicherheit und strategische Autonomie Europas von entscheidender Bedeutung.“
EUROFER war in Antwerpen ebenfalls durch zwei seiner Vizepräsidenten vertreten, Geert Van Poelvoorde, CEO von ArcelorMittal Europe, und Mario Arvedi Caldonazzo, CEO der Arvedi Group, sowie durch weitere Vertreter der europäischen Stahlindustrie. Sie trafen sich mit über 500 Spitzenvertretern der Industrie, der Präsidentin der Europäischen Kommission und sechs EU-Staatschefs.
Quelle: EUROFER
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