Wirtschaft
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26.06.2026

Großbritannien passt neue Stahlimportquoten nochmal an

Großbritannien wird mehr zollfreie Importe von Stahl zulassen als bisher geplant, wenn ab 1. Juli 2026 neue Handelsschutzmaßnahmen eingeführt werden. Unternehmen hatten zuvor befürchtet, dass die ursprünglichen Regierungsvorschläge zu restriktiv seien.

Großbritannien wird die zollfreien Stahleinfuhrkontingente ab dem 1. Juli 2026 um 60 % senken und einen Zoll von 50 % auf alle Stahlimporte erheben, die über dem Kontigent liegen. Die britische Regierung hat sich jedoch die Kontingent-Zugangsvereinbarungen mit der EU gesichert, um die Beeinträchtigungen seines größten Handelspartners zu mildern.

Die angepassten UK-Importregelungen für Stahlprodukte im Einzelnen

Großbritannien gab am 25. Juni finale Anpassungen zu den neuen Handelsschutzmaßnahmen bekannt, die zuvor im März angekündigt wurden, um eine am 30. Juni auslaufende Importregelung zu ersetzen. Die im Rahmen zollfreier Kontingente zulässigen Einfuhren werden nun um 51% und nicht wie zuvor vorgesehen um 60% gesenkt. Einfuhren über diesem Kontingent werden mit einem Zollsatz von 50 % beaufschlagt, der unverändert gegenüber dem vorherigen Vorschlag bleibt und einem Anstieg von 25 % gegenüber der der auslaufenden Schutzmaßnahme entspricht.

Die zollfreie Importquote würde eine Menge von etwa 3,2 Millionen Tonnen Stahl umfassen, rund 21% mehr als bisher vorgeschlagen. Die Zölle entfallen für elf Stahlproduktgruppen, die im Vereinigten Königreich gar nicht produziert werden. Die Maßnahmen sollen nach einem Jahr überprüft werden.

Zwiespältige Reaktionen aus der Wirtschaft

Die britischen Handelskammern begrüßten die Änderungen mit dem Kommentar, dass den Bedürfnissen der Stahlweiterverarbeiter Rechnung getragen werde, die ansonsten ab dem 1. Juli 2026 mit hohen zusätzlichen Importkosten konfrontiert gewesen wären. Britische Stahlhersteller wie Tata Steel UK warnen allerdings davor, dass die jetzt angepassten Importquoten Investitionen und Arbeitsplätze in Großbritannien gefährden könnten.

Rajesh Nair, CEO von Tata Steel UK, sagte: „Wir sind enttäuscht über Teile des heute bekannt gegebenen endgültigen Importrahmens und sehr besorgt über die Auswirkungen auf die langfristige Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, das Wachstum und die zukünftigen Investitionsaussichten für den britischen Stahlsektor.“

(Quellen: UK Department for Business and Trade / Tata Steel UK)

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