In Stahlwerken gelten Reisspelzenaschen wegen ihres hohen Siliziumgehalts, ihrer sehr guten Dämmwirkung und ihrer chemischen Inertheit als ideale Abdeckmassen auf Stahlschmelzen.
Im Rahmen des neuen Forschungsprojekts „Siliziplants“ sollen siliziumreiche, regional verfügbare Pflanzenaschen als Ersatz für Reisspelzenaschen identifiziert und erprobt werden. Ziel ist es, nachhaltige Alternativen zu evaluieren und für Pflanzenreste neue stoffliche Nutzungspfade für metallurgische Anwendungen zu erschließen.
Zum Start von „Siliziplants“ im April 2026 führte ein Team des FEhS-Instituts und des Projektpartners Minreco eine Boden- und Wasserbeprobung in der italienischen Reisanbauregion Piemonte durch. Damit sollen die Verfügbarkeit von Silizium und dessen Aufnahme in Reispflanzen bewertet werden, um vergleichbare Bodenbedingungen in Deutschland zu identifizieren. Darüber hinaus wurde in Versuchsgefäßen Rohrschwingel ausgesät, um zielgerichtet und mit Konverterkalk gedüngte Biomasse für Schmelzversuche anzuziehen. Als weitere Schritte sind Versuche mit Schachtelhalm, Miscanthus und Dinkelspelzen vorgesehen.
Abdeckmassen auf Stahlschmelzen erfüllen bei der Metallurgie und beim Gießen von Stahl wichtige Aufgaben. Sie schützen vor Oxidation, dämmen die Wärme, nehmen Verunreinigungen auf, beruhigen die Schmelzenoberfläche und verhindern das Erstarren.
„Siliziplants“ ist ein auf zwei Jahre angelegtes Projekt der Abteilungen Düngemittel und SEKROHMET des FEhS-Instituts und der Firma Minreco. Gefördert wird es durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt DBU.
(Quelle: FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e.V.)
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