Wirtschaft
Photo: © pexels
08.06.2026

Zölle lassen die EU-Stahlexporte in die USA einbrechen

Ein Jahr, nachdem die USA 50-Prozent-Zölle auf Stahlimporte verhängt haben, sind die europäischen Stahlexporte in die USA nach den neuesten Zahlen des Europäischen Stahlverbands (EUROFER) um ein Drittel zurückgegangen. Die neuen Daten, die jetzt veröffentlicht wurden, zeigen, dass die EU-Stahlexporte in die USA in den drei Quartalen nach Einführung der Zölle im letzten Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 % zurückgegangen sind, von 2,93 Millionen Tonnen auf 1,94 Millionen Tonnen. Die Zölle, die am 4. Juni 2025 in Kraft traten und später auf weitere stahlintensive nachgelagerte Produkte („Derivate“) ausgeweitet wurden, belasten die europäischen Stahlproduzenten und die gesamten Wertschöpfungsketten im verarbeitenden Gewerbe weiterhin stark. Stahl und Aluminium sind nach wie vor die einzigen Sektoren, für die weiterhin US-Zölle in Höhe von 50 % gelten.

Die Zahlen wurden bekannt, nachdem die EU-Regierungen in der vergangenen Woche Rechtsvorschriften zur Umsetzung des Handelsabkommens zwischen der EU und den USA verabschiedet hatten. Dieses enthält Schutzklauseln, die es der Europäischen Kommission ermöglichen, Teile des Abkommens auszusetzen, falls die USA über das Ende des Jahres 2026 hinaus weiterhin Zölle von über 15 % auf Stahl- und Aluminium-Derivateerzeugnisse erheben, die nach dem 4. Juni 2025 den US-Zöllen unterworfen wurden. Das Abkommen sieht außerdem Gespräche zwischen der EU und den USA über mögliche Lösungen für stahl- und aluminiumintensive Produkte vor, darunter Zollkontingentsregelungen und eine Zusammenarbeit zur Bewältigung globaler Überkapazitäten.

Axel Eggert, Generaldirektor des Europäischen Stahlverbands (EUROFER), erklärt: „Ein Jahr später sind die Auswirkungen deutlich: Diese Zölle lähmen die europäischen Stahlexporte in die USA, und ein angemessener Marktzugang ist nach wie vor nicht gewährleistet. Eine starke transatlantische Zusammenarbeit liegt weiterhin im Interesse beider Seiten, doch sind wir noch weit davon entfernt, wieder ausgewogene Handelsbedingungen für Stahl herzustellen. Die USA müssen nun ihre Zusage einhalten, gemeinsam mit der EU eine Lösung für Stahl, Aluminium und stahlintensive Produkte zu finden, die beide Märkte vor Überkapazitäten schützt und gleichzeitig sichere Lieferketten zwischen ihnen gewährleistet, unter anderem durch Lösungen mit Zollkontingenten. Solange es keine solche Lösung gibt, ist das Abkommen für die EU-Stahlindustrie wertlos.“

(Quelle: EUROFER)

Schlagworte

AluminiumEUEUROFERHandelIndustrieKontingenteLieferkettenStahlStahlindustrieUSAZahlenZusammenarbeit

Verwandte Artikel

Artikel des Monats
16.10.2026

HÜTTENTAG 12. November 2026

Experten aus Industrie, Politik und Forschung diskutieren die Zukunft der Stahlbranche unter den aktuellen Rahmenbedingungen in der Messe Essen.

ABP Benteler Deutschland Energie Essen EU Europa Handel Industrie ING Maschinenbau Metallindustrie Nachhaltigkeit Politik Stahl Stahlindustrie Tube Umwelt Unternehmen VDMA Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
16.10.2026

Kritik an den EU-Exportbeschränkungen für Altmetall

Europas Metallrecycling-Unternehmen fürchten um Absatzmärkte in Asien und Nordafrika

Altmetall Aluminium Anlagen Asien Automobil Berlin Energie Essen EU EU-Kommission Europa Handel Indien Industrie ING Investition Kreislaufwirtschaft Maschinenbau Messe OECD Politik Recycling Rohstoffe Schrott Stahl Technik Umwelt Unternehmen USA Vietnam Wettbewerb Wirtschaft WTO
Mehr erfahren
Geert van Poelvoorde, Präsident von EUROFER
15.10.2026

Europas Stahlindustrie reaktiviert Produktionskapazität

Die Stahlproduktion in der EU steigt und EUROFER erkennt einen Ausbau der Kapazitäten

Arvedi Energie Entwicklung EUROFER Handel Importe Industrie ING Investition KI Klima LED Nippon Steel Produktion Rohstahlproduktion Stahl Stahlhandel Stahlindustrie Stahlproduktion Vorstand Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
15.10.2026

Cremer Erzkontor gründet neue Gesellschaft in Dubai

Die Cremer Erzkontor GmbH setzt ihren internationalen Wachstumskurs konsequent fort und gründet mit der Cremer Erzkontor Raw Materials Trading Middle East FZE eine eigen...

Emirate Emirate Entwicklung EU Gesellschaft Handel HZ HZ Industrie ING Logistik Rohstoffe Unternehmen USA Vertrieb Zusammenarbeit Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Die Projektteams von BlueScope Steel Limited und ANDRITZ mit dem ersten verzinkten Band der neuen kontinuierlichen Verzinkungslinie in Sydney, Australien
14.10.2026

Neue Bandverzinkungslinie bei BlueScope Steel

Mit der Produktion des ersten Coils auf der neuen kontinuierlichen Verzinkungsanlage hat der australische Stahlhersteller einen Meilenstein erreicht

Andritz ANDRITZ AG Asien Australien Automatisierung Bauwesen Energie EU Inbetriebnahme Industrie ING Nordamerika Produktion Stahl Stahlunternehmen Unternehmen USA Walzwerk Zink
Mehr erfahren