Wirtschaft
EUROFER-Präsident Henrik Adam (l.) mit Stéphane Séjourné, Exekutiv-Vizepräsidenten der Europäischen Kommission und weiteren Repräsentanten der europäischen Stahlindustrie beim Treffen in Paris - Photo: Eurofer
04.05.2026

75 Jahre Vertrag von Paris

75 Jahre nach der Unterzeichnung des Vertrags von Paris traf sich die europäische Stahlindustrie am 24. April 2026 mit Stéphane Séjourné, dem Exekutiv-Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, um diesen historischen Meilenstein zu feiern, eine Bilanz der industriellen Entwicklung Europas zu ziehen und einen Blick auf die bevorstehenden Herausforderungen zu werfen.

Der am 18. April 1951 von Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Luxemburg und den Niederlanden unterzeichnete Vertrag begründete die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Er führte zur Schaffung eines gemeinsamen Stahlmarktes, der 1953 in Kraft trat und einen entscheidenden Schritt in der wirtschaftlichen Integration Europas darstellte.

Bei einem Treffen in Paris, wo dieser Prozess seinen Anfang nahm, reflektierten führende Vertreter der Industrie und der Europäischen Kommission über die Rolle, die Stahl bei der Entwicklung Europas gespielt hat, sowie über seine anhaltende Bedeutung für Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit.

Dieser Austausch findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Industriepolitik wieder ganz oben auf der Agenda der EU steht. Die Industrie betonte die Bedeutung eines starken europäischen Rahmens, damit der Stahlsektor und seine Wertschöpfungskette zu Europas Sicherheit, Wohlstand und langfristiger Stabilität beitragen können.

Henrik Adam, Präsident des Europäischen Stahlverbands (EUROFER), erklärte:
Vor 75 Jahren hat Europa mit der Schaffung eines gemeinsamen Stahlmarktes einen entscheidenden Schritt getan. Heute begrüßen wir die erneuten Bemühungen der Europäischen Kommission, eine neue Ära der Industriepolitik einzuläuten. Es wurden Fortschritte erzielt, doch in einem zunehmend wettbewerbsorientierten globalen Umfeld sind noch größere Anstrengungen erforderlich. Wie schon 1951 wird dies einen starken Geist der Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen der Industrie und den europäischen Institutionen erfordern.“

Adam fügte hinzu:
„Stahl ist nach wie vor von grundlegender Bedeutung für das industrielle Ökosystem Europas, vom Bauwesen und der Mobilität bis hin zur Verteidigung und Energie. Ein starker europäischer Stahlsektor unterstützt nachgelagerte Industrien, stärkt die strategische Autonomie und untermauert die globale Wettbewerbsfähigkeit Europas.“

Der Exekutiv-Vizepräsident der Europäischen Kommission, Stéphane Séjourné, bemerkte:
„Die Feier zum 75. Jahrestag der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl erinnert uns daran, wie eng die Geschichte Europas und die des Stahlsektors miteinander verflochten sind. Der Schutz von Stahlwerken und Arbeitnehmern bedeutet den Schutz der europäischen Industrie als Ganzes. Wir haben klare Maßnahmen ergriffen, um den Sektor vor unlauterem Wettbewerb zu schützen, und zwar mit der strengsten Schutzklausel, die jemals eingeführt wurde. Doch damit ist es noch nicht getan. Wir werden die Stahlproduzenten weiterhin dabei unterstützen, die vielen Herausforderungen zu bewältigen, die diese neue geopolitische Ordnung mit sich bringt.“

Zu den Teilnehmern gehörten außerdem Geert Van Poelvoorde, Vizepräsident von EUROFER und CEO von ArcelorMittal Europe; Tim Di Maulo, Vizepräsident von EUROFER und Vorstandsmitglied von Aperam; Mario Arvedi Caldonazzo, Vizepräsident von EUROFER und CEO der Arvedi Group; Axel Eggert, Generaldirektor von EUROFER; Raphaël Rey, Präsident von A3M (Alliance des Minerais, Minéraux et Métaux); sowie Bruno Jacquemin, Geschäftsführer von A3M (EUROFER-Mitglied).

(Quelle: EUROFER)

Schlagworte

ArcelorMittalArvediBauwesenDeutschlandEnergieEntwicklungEUEUROFEREuropaFrankreichIndustrieINGItalienLuxemburgNiederlandeParisPartnerschaftPolitikStahlStahlindustrieStahlmarktStahlwerkUSAVerteidigungVorstandWettbewerbWirtschaftZusammenarbeit

Verwandte Artikel

09.09.2026

Polytec erwirbt Mehrheitsanteil an Green Project

Das italienische Unternehmen beteiligt sich mit 51 % an dem Hersteller von Markier- und Identifikationssystemen für die Stahlbranche.

Anlagen Automatisierung Digitalisierung Entwicklung Forschung Industrie Innovation Italien KI Produktion Produktionsprozess Prozessautomatisierung Stahl Stahlindustrie Strategie Übernahme Unternehmen Unternehmensstruktur Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Luftbild des Moselstahlwerks in Trier
08.09.2026

Technische Ausrüstung des Moselstahlwerks Trier steht zum Verkauf

Die Anlagentechnik des gesamten schmelzmetallurgischen und Stranggießbereichs werden weltweit Investoren zum Kauf angeboten.

Anlagen Asien Danieli Draht Essen EU Indien ING Lichtbogenofen Messung Metallurgie Modernisierung Produktion Produktionsprozess Schmelze Schmelzen Schrott Stahl Stahlherstellung Stahlproduktion Stahlwerk Strangguss Tenova Verkauf Verlag
Mehr erfahren
Projektauftakt, v.l.n.r. hinten: Andreas Zaremba, Leiter TGA, Ilsenburger Grobblech GmbH, Sebastian Böhm, Entwicklungsingenieur, Ilsenburger Grobblech GmbH, Uwe Zischkale, Abteilungsleiter 3 Energie, Nachhaltigkeit, Strukturwandel, Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt; v.l.n.r. vorn: Dr. Robert Kühn, Vorsitzender der Geschäftsführung, Ilsenburger Grobblech GmbH, Denis Loeffke, Bürgermeister Stadt Ilsenburg, Dr. Franziska Sondej, Energiesysteme und Infrastrukturen, Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Andreas Künne, Energiemanager, Ilsenburger Grobblech GmbH
07.09.2026

Vorstudie in Ilsenburg startet

Mit dem Projektauftakt in der Stadtverwaltung Ilsenburg startet die Vorstudie „Smart Industry Orchestration Ilsenburg“.

Automatisierung Blech Bleche Bund Energie Entwicklung Ergebnis EU Fraunhofer Grobblech HZ Ilsenburger Grobblech GmbH Industrie ING Klima Klimaschutz Nachhaltigkeit Politik Produktion Produktionsprozess Sachsen Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Studie Transformation Umwelt Unternehmen USA Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsstandort
Mehr erfahren
Neue Warmrichtmaschine in Mühheim
07.09.2026

Salzgitter AG nimmt Warmrichtmaschine in Betrieb

Die Anlage im Werk der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH (Mülheim a. d. R.) unterstreicht die Rolle des Salzgitter-Konzerns als Partner für Infrastruktur im Zukunft...

Anlagen Anlagenbau Blech Bleche DSV Energie Energiewende Entwicklung Essen EU Gesellschaft Grobblech HZ Inbetriebnahme ING Investition Montage Offshore Produktion Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH Stahl Technik USA Vorstand Wettbewerb Zusammenarbeit
Mehr erfahren
04.09.2026

Acciaierie Venete nimmt weitere Einzelstab-Richtanlage in Betrieb

Die fortschrittliche SBQ-Endbearbeitungstechnologie wurde von Danieli im Werk Padua implementiert. Sie garantiert hochwertigen Stabstahl und steigert die betriebliche Eff...

Automation Automatisierung Betriebssicherheit Danieli EU Inbetriebnahme Industrie ING Instandhaltung Italien KI Messe Produktion Prozessleitsystem Service Stahl Strategie Unternehmen USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren