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Vertreter von Hydnum Steel und Primetals Technologies - Foto: Primetals Technologies
15.06.2023

Primetals und Hydnum Steel verkünden Zusammenarbeit bei grünem Stahl

Im Juni 2023 unterzeichneten Hydnum Steel und Primetals Technologies ein Memorandum of Understanding (MoU) mit der Absicht, im spanischen Puertollano ein neues „grünes“ Stahlwerk zu errichten. Das Projekt vereint die Partner Hydnum Steel, Russula, ABEI Energy und Siemens, sowie Primetals Technologies als Engineering- und Technologie-Lieferant.

Das Werk soll zu einem der bedeutendsten Standorte für die Produktion grünen Stahls in Europa werden. Zunächst wird 1,5 Millionen Tonnen Warmband produziert werden, später soll die Jahreskapazität bis 2030 auf 2,6 Millionen Tonnen warm- und kaltgewalzte Coils ansteigen. 

Andreas Viehböck, Head of Upstream Technologies bei Primetals Technologies, sagt:
"Wir freuen uns sehr, die Pläne für dieses äußerst wichtige grüne Stahlprojekt bekannt geben zu können. Unser Minimill-Konzept zeichnet sich durch eine hocheffiziente Elektrostahlerzeugungstechnologie und die Arvedi ESP-Linie aus, die eine unübertroffene Energieeffizienz gewährleisten.

Diese Lösungen stellen sicher, dass Hydnum Steel über die richtige Technologie verfügt, um Stahl mit deutlich reduzierten Kohlenstoffemissionen im Vergleich zu einem herkömmlichen integrierten Stahlwerk zu produzieren."

Eric Vitse, Chief Technical Officer bei Hydnum Steel, erklärt:
"Die Anlage wird von Grund auf so konzipiert, dass während des gesamten Herstellungsprozesses nicht-fossile Energie verwendet wird, d.h. es wird grüner Wasserstoff im Produktionsprozess eingesetzt, um die CO2-Emissionen erheblich zu reduzieren."

Grüner Stahl für Elektrofahrzeuge

Das Werk wird hochwertigen Flachstahl für verschiedene Industriezweige und Anwendungen liefern, darunter auch hochfeste Güten für die Automobilindustrie, die für die Herstellung von Elektrofahrzeugen spezielle Stähle benötigt. Die Automobilindustrie erwirtschaftet etwa 10 Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts. Gleichzeitig ist Spanien – wie auch Europa insgesamt – schon seit geraumer Zeit Nettoimporteur von Flachstahl.

DRI-Anlage und Kaltwalzkomplex

Für Phase 2 und 3 ist die Errichtung einer Anlage zur Herstellung von direkt reduziertem Eisen (DRI) und eines vollständigen Kaltwalzkomplexs vorgesehen. Die DRI-Anlage soll mit grünem Wasserstoff betrieben werden, der mittels lokal erzeugter, erneuerbarer Energie generiert wird.

Das weltweit tätige Ingenieurunternehmen Russula wird die Leitung der Projektentwicklung wahrnehmen, unterstützt von ABEI Energy, einem unabhängigen Stromerzeuger, sowie von Siemens
und Primetals Technologies.

Das Hydnum-Stahlprojekt wird 1.200 direkte und etwa 2.600 indirekte Arbeitsplätze in der Region Puertollano schaffen und damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung und zum Aufschwung der spanischen Industrie leisten.

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