Wirtschaft
Hochofen Rogesa - Photo: Wirtschaftsvereinigung STahl
19.11.2025

Rohstahlproduktion in Deutschland bleibt auch im Oktober schwach

Der Negativtrend in der Stahlproduktion setzt sich auch im Oktober fort: Die Rohstahlerzeugung sank im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut um 3 Prozent auf ca. 3,1 Millionen Tonnen. Im bisherigen Jahresverlauf ging die Produktion insgesamt um rund 10 Prozent auf 28,5 Millionen Tonnen zurück – ausgehend von einem bereits äußerst schwachen Jahr 2024. Damit wird die Rohstahlproduktion auch 2025 auf Rezessionsniveau enden – eine Entwicklung, die schon seit 2019 zu beobachten ist.

Besonders stark betroffen ist die Hochofen-Konverter-Route (Oxygenstahl), die im bisherigen Jahresverlauf ein Minus von 12,4 Prozent auf 19,5 Millionen Tonnen verzeichnet. Auch die überwiegend mittelständisch geprägten Elektrostahlunternehmen, die Stahl aus Schrott mit Hilfe von Strom erschmelzen, kämpfen mit deutlichen Produktionseinbußen.

Für Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, bestätigt die Entwicklung den akuten politischen Handlungsbedarf. Mit Blick, auf den am 21. November in Berlin stattfindenden 2. Mittelständischen Stahlgipfel fordert sie, dem konstruktiven Stahldialog im Kanzleramt Anfang November nun konkrete Entscheidungen folgen zu lassen:

„Die äußerst schwache Stahlproduktion auch im Jahr 2025 zeigt, wie tief die Krise ist, in der wir uns als Volkswirtschaft insgesamt und als Stahlindustrie im Besonderen befinden. Für unsere mittelständisch geprägten Elektrostahlunternehmen sind vor allem die hohen Stromkosten, die massive Importbelastung und die äußerst schwache Nachfrage längst zu einer existenziellen Bedrohung geworden.“

Akute Wettbewerbsnachteile abbauen Beim mittelständischen Stahlgipfel müsse es daher um entschlossenes Gegensteuern gehen.

„Gerade die bereits heute vergleichsweise CO₂-arm produzierenden Elektrostahlwerke sind auf wettbewerbsfähige Strompreise angewiesen. Das Ziel muss ein Strompreis für die Industrie von 30 bis 60 €/MWh ‚all in‘ – inklusive Netzentgelten sowie sämtlicher Abgaben und Umlagen sein“, so die Verbandschefin weiter.

Zwar sei die Branche dankbar für den Einsatz der Bundesregierung in Sachen Strompreiskompensation. Und auch die Bezuschussung der Übertragungsnetzentgelte sei ein richtiger und wichtiger Schritt,

„dieser Schritt war aber eben auch überfällig“, so Rippel, die nun die EU-Kommission am Zug sieht: „Die Strompreiskompensation muss rasch weiterentwickelt werden. Der Beihilferahmen gehört mittelfristig auf Wiedervorlage – nur so kann das Ziel tatsächlich wettbewerbsfähiger Strompreise für die stromintensive Industrie auf ihrem Weg in die Klimaneutralität erreicht werden.“

(Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl)

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