Unternehmen
Abb.: Salzgitter AG
16.09.2025

Salzgitter-Konzern erhält LESS-Klassifizierungen

Die Stahlindustrie bietet Kunden und politischen Entscheidern ein durchgängiges Klassifizierungssystem bis hin zu nahezu emissionsfrei produziertem Stahl an: Beim sogenannten „Low Emission Steel Standard (LESS)“ handelt es sich um ein vergleichendes sechsstufiges Klassifizierungssystem.

Es stuft Stahlherstellungsprozesse transparent in Abhängigkeit vom Schrottanteil und den CO2-Emissionen in die sechs Klassen ein. Den jeweiligen Endprodukten wird außerdem ein CO2-Fußabdruck zugeordnet, der nach verschiedenen Standards ermittelt sein kann.

Jetzt sind die ersten Verifizierungen durch den LESS AISBL (Association Internationale Sans But Lucratif, gemeinnütziger Verein nach belgischem Recht) ausgestellt worden. Unter anderem wurden die Produktionsrouten von vier Gesellschaften des Salzgitter-Konzerns klassifiziert: Salzgitter Flachstahl GmbH, Peiner Träger GmbH, Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH und Ilsenburger Grobblech GmbH.

Die LESS-Skala reicht von „E“ über „Low Emissions“ („D“ bis „A“) bis zur sehr herausfordernden Kategorie „Near Zero“ für nahezu emissionsfrei produzierten Stahl. LESS ermöglicht den Transformationsfortschritt der klassifizierten Produktionsroute messbar darzustellen. CO2-reduzierte Produkte des Salzgitter-Konzerns werden unter der Marke SALCOS® vertrieben (SALCOS® | Grüner Stahl des Salzgitter-Konzerns).

Ein wesentlicher Teil des Produktversprechens lautet, dass SALCOS® Produkte mindestens der Klassifizierung C nach LESS entsprechen. Dieses Versprechen wurde mit den nun vorliegenden Klassifizierungen extern bestätigt, wobei einige SALCOS® Produkte mit den Klassifizierungen A und B die Mindestanforderungen deutlich übererfüllen.

Der in Deutschland branchenweit sowie von der Politik akzeptierte Standard wurde im Frühjahr 2024 vorgestellt. Er wird von LESS AISBL, einem gemeinnützigen Verein mit Sitz in Brüssel, verwaltet.

Marcus Lippe, Leiter Technische Kundenberatung bei der Peiner Träger GmbH:
„Wir freuen uns, unseren Kunden jetzt nach LESS klassifizierte SALCOS® Structural Steel-Produkte liefern zu können und sind besonders stolz darauf, sogar Produkte mit der Klassifizierung „A“ im Angebot zu haben.“

Schon heute erhältliche SALCOS® Produkte fußen auf schrottbasiertem Rohstahl aus Peiner Produktion. Ab dem ersten Halbjahr 2027 wird auch am Standort Salzgitter CO2-reduzierter Rohstahl für SALCOS®-Produkte hergestellt werden. Hier kommt das Direktreduktionsverfahren zur Verarbeitung von Erzen mittels wasserstoffhaltiger Gase in Kombination mit einem Elektrolichtbogenofen zum Einsatz.

„Der Salzgitter-Konzern unterstreicht mit den erhaltenen, sehr guten Klassifizierungen unserer SALCOS® Produkte seine Pionierrolle in der industriellen Transformation. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Mit den nun vorliegenden Zertifizierungen sind seitens der Stahlindustrie die Voraussetzungen für die Einführung grüner Leitmärkte geschaffen.

Diese sollen helfen, CO2-reduzierte Grundstoffe schnell und flächendeckend in die verschiedenen Wertschöpfungsketten zu bringen. Mit der gleichen Zielstrebigkeit müssen nun auch die politischen Weichen für diese Leitmärkte gestellt werden, um die Transformation der Industrie zum Erfolg zu führen“ unterstreicht Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG.

(Quelle: Salzgitter AG)

Schlagworte

BlechCO2CO2-EmissionenDeutschlandDirektreduktionDSVElektrolichtbogenofenEmissionenEUFlachstahlGesellschaftGrobblechHandelIlsenburger Grobblech GmbHIndustrieINGLichtbogenofenPolitikProduktionSalzgitter AGSalzgitter FlachstahlSalzgitter Flachstahl GmbHSalzgitter Mannesmann Grobblech GmbHSchrottStahlStahlherstellungStahlindustrieTransformationUSAVertriebVorstandWasserstoff

Verwandte Artikel

31.03.2026

VDE-Hinweis zu Netzrückwirkungen kommt Elektrostahlwerken entgegen

Eine jetzt veröffentlichte Broschüre von VDE FNN ist eine wertvolle Unterstützung für den Netzanschluss von elektrischen Anlagen mit EAFs größerer Leistung

Anlagen Elektrostahlwerk Elektrotechnik EU Industrie Klima Lichtbogenofen Netzanschluß Neubau Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Technik Transformation VDEh
Mehr erfahren
: Clarissa Odewald (CEO von thyssenkrupp Rasselstein) mit der neuen Weißblechdose aus bluemint® Steel
30.03.2026

Henkel setzt auf CO₂-reduzierte Verpackung aus CO2-reduziertem Stahl

Der Verpackungsstahlhersteller thyssenkrupp Rasselstein unterstützt Henkel bei der weiteren Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks seiner Verpackungen.

Blech Deutschland Emissionen EU Hochofen Industrie ING Klima Metallverpackung Nachhaltigkeit Recycling Rohstoffe Schrott Stahl Stahlherstellung Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Rasselstein Transformation Unternehmen USA Verpackungsstahl Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Vertragsunterzeichnung bei Steel Authority of India (SAIL)
30.03.2026

SAIL bestellt Kokereitechnik für das Burnpur-Projekt

SMS group hat zusammen mit dem Konsortialpartner MCK Kutty Engineers Pvt. Ltd. einen Auftrag über die Lieferung von zwei Trockenlöschanlagen erhalten

Automation Betriebssicherheit Digitalisierung Emissionen Energie Energieeffizienz EU Hochofen Inbetriebnahme Indien ING KI Kokerei Koks Koksofen Koksofenbatterie Lieferung Ltd Ltd. Modernisierung Montage Nachhaltigkeit Partnerschaft Paul Wurth Service Stahl Stahlerzeugung Stahlwerk Umwelt USA Wurth Zusammenarbeit
Mehr erfahren
27.03.2026

Globale Stahl-Überkapazitäten sind ernsthafte Gefahl für Europas Industrie

Die jüngsten OECD-Zahlen bestätigen die existenzielle Gefahr für Europas Stahlindustrie. EUROFER drängt die EU zu handeln.

Ergebnis Essen EU EUROFER Handel HZ Industrie ING Investition Paris Produktion Stahl Stahlhandel Stahlmarkt Stahlproduktion
Mehr erfahren
Die Werke von thyssenkrupp Electrical Steel in Gelsenkirchen und Isbergues stellen kornorientiertes Elektroband her – ein Schlüsselmaterial für Transformatoren in Umspannwerken und Windkraftanlagen. Aufgrund der sich weiter verschärfenden Importkrise reagiert thyssenkrupp Steel mit weiteren Produktionskürzungen. Daher wird der Standort Isbergues von Juni bis September komplett geschlossen
27.03.2026

Importkrise bei kornorientiertem Elektroband

Die Importkrise auf dem Markt für kornorientiertes Elektroband verschärft sich weiter. thyssenkrupp Steel reagiert darauf mit weiteren Produktionskürzungen.

Anlagen Elektroband Energie Energiewende Energiewirtschaft Entwicklung EU EU-Kommission Gesellschaft Handel HZ ING KI Produktion Stahl Studie Thyssen thyssenkrupp Transport Unternehmen Werkstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren