Wirtschaft
Gunnar Gburek, Company Spokesman & Head of Business Affairs bei TIMOCOM © TIMOCOM - Photo: TIMOCOM
19.03.2026

Teurer Diesel: Transporteure konnten Kostenanstieg noch nicht einpreisen

Die stark gestiegenen Energiepreise infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten erhöhen den Kostendruck im europäischen Straßengüterverkehr. Während der Dieselpreis seit Beginn des Iran-Konflikts deutlich gestiegen ist, reagieren die Preise für kurzfristig vergebene Transporte mit Verzögerung, wie die Daten der TIMOCOM Frachtenbörse zeigen.

Forderungen für Transporte legen nur langsam zu

Nach Auswertungen der Spotmarktpreise in der TIMOCOM Frachtenbörse lag der von Frachtführern durchschnittlich verlangte Kilometerpreis für europaweite Transporte in Kalenderwoche 9 zunächst auf einem Jahrestief von 1,49 Euro/km. In KW 10 stieg dieser Wert auf 1,52 Euro und erreichte in KW 11 bereits rund 1,59 Euro/km. Damit erhöhten sich die durchschnittlichen Preisforderungen der Transporteure innerhalb von zwei Wochen um rund 6,7 Prozent.

Im deutschen Binnenmarkt fiel der Anstieg etwas stärker aus. Hier stiegen die durchschnittlichen Preisforderungen der Frachtführer von 1,62 Euro pro Kilometer in KW 9 auf 1,68 Euro in KW 10 und lagen in KW 11 im Schnitt bei 1,76 Euro. Das entspricht einem Anstieg von rund 8,6 Prozent innerhalb von zwei Wochen. Zu Beginn der Kalenderwoche 12 erreichte der geforderte Durchschnittspreis bereits fast 1,80 Euro/km.

Dieselpreisanstieg noch nicht vollständig im Spotmarkt angekommen

Im gleichen Zeitraum ist der Dieselpreis deutlich stärker gestiegen. Seit Kalenderwoche 9 legte er in Deutschland um rund 32 Prozent zu.

„Viele Transportunternehmen spüren diese Entwicklung jedoch nicht unmittelbar in voller Höhe. Größere Flotten verfügen häufig über eigene Betriebshof-Tankstellen mit langfristigen Lieferverträgen oder festen Kontingenten. Zudem tanken viele Frachtführer regelmäßig im Ausland, wo die Kraftstoffpreise teilweise niedriger sind“, sagt Gunnar Gburek, Head of Business Affairs bei TIMOCOM. Kurzfristige Preissprünge wirken sich deshalb oft erst zeitverzögert auf die Transportpreise des Spotmarktes aus.

„Falls die Dieselpreise langfristig auf dem hohen Niveau bleiben, dürfte dies einen deutlicheren Anstieg der Transportpreise nach sich ziehen“, so Gunnar Gburek.

Fraglich bleibe aber, ob es den Transporteuren gelingen wird, die insgesamt steigenden Betriebskosten an die Auftraggeber weiterzuleiten – insbesondere vor dem Hintergrund des damit einhergehenden schwachen Wirtschaftswachstums.

(Quelle: TIMOCOM GmbH)

Durchschnittliche Preisforderungen für Frachtangebote

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DeutschlandEnergieEntwicklungEUINGKIKontingenteTIMOCOMTransportUnternehmenWirtschaft

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